Herausforderung Rasenmähen Schüler messen sich beim Roboday in GMHütte

Von Danica Pieper


Georgsmarienhütte. Roboter erobern das Stahlwerk: Die Georgsmarienhütte GmbH war in diesem Jahr Ausrichterin des Robo-Tec-Wettbewerbs. Rund 50 Schüler aus Stadt und Landkreis Osnabrück ließen ihre Roboter in drei Disziplinen gegeneinander antreten.

Hightech im Bistro: Dort, wo sonst die Auszubildenden der Georgsmarienhütte essen, türmen sich Notebooks und Roboter. Während einige Teams noch letzte Anpassungen vornehmen, laufen ein Stockwerk darüber die Wettkämpfe. Schüler lassen auf Feldern von der Größe einer Tischtennisplatte ihre Roboter fahren, während die Auszubildenden des Stahlwerks die Punkte zählen. Anlass ist der Wettbewerb Robo-Tec, den die Initiative „Pro Ausbildung“ - ein Zusammenschluss von Georgsmarienhütte GmbH, KME und den Stadtwerken Osnabrück - gemeinsam mit der Universität Osnabrück durchführt.

Konzentrierte Atmosphäre

15 Teams nahmen in diesem Jahr am Roboday teil, davon knapp die Hälfte vom Schülerforschungszentrum (SFZ) in Osnabrück. Während sich beim letzten Mal noch rund 100 Technikfreunde maßen, war es diesmal nur etwa 50. Michael Brinkmeier, Informatikprofessor an der Universität Osnabrück, vermutet, dass den Schulen der Termin im Mai nicht so gut passte: „Normalerweise machen wir das immer Ende Juni.“ Die geringere Teilnehmerzahl hatte allerdings auch ihre Vorteile – zumindest für die Veranstalter: „Es war sehr ruhig und entspannt. Für die Schüler nicht ganz so, das war ein sehr konzentriertes Arbeiten“, so Brinkmeier.

Drei Disziplinen

In insgesamt drei Disziplinen traten die Teams mit ihren Robotern an. Der Klassiker war das „Liniefolgen“. „Einer einfachen Linie zu folgen ist fast schon zu leicht“, erklärte Brinkmeier. Daher mussten die Teilnehmer ihre Roboter unter anderem aus einer Sackgasse manövrieren oder eine Kreuzung richtig überqueren. Die zweite Disziplin war das sogenannte „Rasenmähen“. Dabei mussten die Teams Spielsteine von einer eckigen Fläche schieben, ohne jedoch die Bande, die „Blumenbeete“ zu berühren. In der Fläche befand sich zudem noch ein Hindernis. Bei der dritten Disziplin war Kooperation gefragt: Die Veranstalter bildeten aus zwei Teilnehmern kurzfristig Teams, die mit ihren beiden Robotern eine Linie entlangfahren mussten, ohne sich zu weit voneinander zu entfernen. „Es geht darum, sich abzustimmen und eine Strategie zu finden“, erklärte Brinkmeier.

„Transformers“ auf dem ersten Platz

Für Jan (11) und Finn (15) war das Rasenmähen die größte Herausforderung, insbesondere das „Mähen“ der Steine im Umfeld des Hindernisses. Jan besucht die IGS Fürstenau, Finn das Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Mettingen. Im SFZ arbeiten sie gemeinsam an Robotern: Jan baut in erster Linie, Finn programmiert. Das Niveau der Robo-Tec sei „im Rahmen“ gewesen, meinte Finn. „Es hat sehr viel Spaß gemacht“, befand Jan. Am Ende erzielten die beiden den dritten Platz. Der erste Platz ging an Lukas (19) und Colin (15) vom SFZ. Für die „Transformers“ wie sie ihr Team nennen, war der Sieg keine Überraschung. Schließlich beschäftigt sich Colin, der auf die Waldorfschule Melle geht, schon seit sechs Jahren mit Robotern. Mathe- und Physikstudent Lukas verfügt bereits über acht Jahre Erfahrung.

Anreiz zum Tüfteln

Der Wettbewerb richte sich in erster Linie an Anfänger im Alter von zwölf bis 14 Jahren, so Brinkmann. Er werde aber auch als Zwischenphase von Teams genutzt, die auch an anderen Robotik-Wettbewerben teilnehmen. Viele ältere Schüler, die in der Vergangenheit an der Robo-Tec teilgenommen haben, stehen den Jüngeren inzwischen als Coaches zur Seite. Mit dem Wettbewerb wollen die Veranstalter den Schülern vor allem die Möglichkeit geben, ihre Roboter zu präsentieren – und damit auch einen Anreiz, weiter daran zu arbeiten: „Das ist sonst wie ein Theaterstück, das man nicht aufführen darf“, meinte Lars Schönball, Ausbildungsleiter bei KME. Dementsprechend gibt es auch nichts zu gewinnen: „Es geht darum, einfach zu machen“, so Brinkmeier.

Schüler für Technik begeistern

Daneben geht es der Georgsmarienhütte GmbH, KME und den Stadtwerken Osnabrück – die den Wettbewerb abwechselnd ausrichten – darum, Kinder und Jugendliche für Technik zu begeistern, wie Christian Bloom, Ausbildungsleiter in der Georgsmarienhütte, erklärte. Die voranschreitende Digitalisierung spiele auch in der Ausbildung eine immer größere Rolle, so Bloom: „Hier wird der Nährboden gelegt, Schüler für solche Themen zu interessieren.“