IGS-Antrag im GMHütter Ausschuss Elternvertreter wollen Klarheit in IGS-Diskussion

Meine Nachrichten

Um das Thema Georgsmarienhütte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Wäre bei einer erfolgreichen IGS-Befragung wohl langfristig gefährdet: die GMHütter Realschule. Im Schulzentrum würden wahrscheinlich auch die Klassen des ersten IGS-Jahrgangs eingerichtet. Foto: Archiv/Jörn MartensWäre bei einer erfolgreichen IGS-Befragung wohl langfristig gefährdet: die GMHütter Realschule. Im Schulzentrum würden wahrscheinlich auch die Klassen des ersten IGS-Jahrgangs eingerichtet. Foto: Archiv/Jörn Martens

Georgsmarienhütte. Die GMHütter Elternratsvorsitzenden beziehen in der Diskussion um die mögliche Einrichtung einer Integrierten Gesamt-Schule (IGS) in der Hüttenstadt Position: Die Elternvertreter von Sophie-Scholl-Schule, Comenius-Förderschule, Realschule und Gymnasium fordern, dass vor einer Elternbefragung zunächst eine Zufriedenheitsanalyse zur vorhandenen Schulstruktur durchgeführt wird.

„Wir sollten zuerst wissen, wie zufrieden die Eltern mit dem derzeitigen Schulangebot sind, und ob überhaupt etwas geändert werden muss“, formuliert der Elternratsvorsitzende Markus Beckmann (Realschule) die Zielsetzung. Die lässt sich auf die Kurzformel bringen: Erst eine Zufriedenheitsanalyse, und nur wenn hier das Ergebnis ergibt, dass eine Mehrheit die Qualität des derzeitigen GMHütter Schulangebots kritisch beurteilt, soll eine Elternbefragung zur IGS folgen.

Elternvertreter: Ist-Zustand positiv

Denn für die Elternvertreter stellt sich zunächst die Frage: „Warum sollte eine bestehende und aus unserer Sicht gut und erfolgreich laufende Schulstruktur ohne Not geändert werden?“, machen neben dem Vorsitzenden die Vertreter von Sophie-Scholl-Hauptschule (Mathias Broxtermann), Comeniusschule (Markus Stein) und Gymnasium Oesede (Andrea Hehmann) deutlich. Sprecher Beckmann: „Wir sollten klären, ob die Voraussetzungen in GMHütte überhaupt mit der Situation in Bramsche oder Dissen, wo eine Gesamtschule eingerichtet ist oder wird, vergleichbar ist?“

Es könne aus seiner Sicht nicht sein, dass am Ende wie im Bramsche, bei einer Befragungsbeteiligung von 70 Prozent ein Ergebnis von 22 Prozent Pro-IGS-Stimmen ausreiche, um ein Gesamtschulangebot einzurichten und damit letztlich das bestehende Schulangebot zur Disposition zu stellen. Denn der „GMHütter Ist-Zustand“ im Schulbereich ist für ihn positiv: „Wir haben vor Ort super engagierte Rektoren, und an Realschule. Hauptschule und Förderschule wird besonders im Hinblick auf die Berufsorientierung vom Kollegium vorbildliche Arbeit geleistet.“ Dies unterstrichen auch die Kooperationsverträge der Schulen mit ortsansässigen Betrieben und die Vernetzung mit Firmen.

Für Andrea Hehmann, die Elternvertreterin des Gymnasiums ist entscheidend: „Die IGS-Frage darf nicht über die Köpfe der Eltern hinweg entschieden werden.“ Deshalb seien gut vorbereitete, objektive Informationsveranstaltung zu den verschiedenen Schulformen wichtig. Die müssten sich an Eltern der der ersten bis dritten Grundschulklassen sowie der Kindergartengruppen richten.

Gespräch mit SPD/FDP-Gruppe

Der Stadtelternrat hat Ende März auch das Gespräch mit der SPD/FDP-Gruppe zum IGS-Thema gesucht. Markus Beckmann: „Das war eine angenehme Atmosphäre, auch wenn wir in der Sache weiter unterschiedliche Positionen haben. Wichtig ist jetzt, dass endlich zu einer Entscheidung kommen und wieder Ruhe einkehrt – so oder so.“

Deshalb hat der Stadtelternrat auch einen fünf Punkte umfassenden Antrag für die Fachausschuss-Sitzung am Donnerstag gestellt. Kontrovers dürfte vor allem Punkt zwei diskutiert werden: „Bei mehrheitlicher Zufriedenheit der befragten Eltern ist auf ein weiteres Verfahren zur Einführung einer IGS in GMHütte zu verzichten und stattdessen ein Optimierungsverfahren der bestehenden Schulen unter Beteiligung des Stadtelternrates einzuleiten.“

Sollte es zu einer IGS-Befragung kommen, halten die Elternvertreter hier eine deutliche Mehrheit für erforderlich, damit ins Verfahren für die Einrichtung einer Gesamtschule eingestiegen wird: „Hierfür ist ein Zuspruch von Drei Viertel der befragten Eltern notwendig“, lautet die Position. Das Erfüllen der schulorganisatorisch geforderten Vier- oder Dreizügigkeit des IGS-Angebots reiche allein nicht aus,

Zeichen stehen auf Stimmen-Patt

SPD/FDP-Gruppe (fünf Sitze) und Grünen-Vertreter (zwei Sitze), die beide für eine IGS-Elternbefragung sind, haben im Ausschuss eine Sieben-zu-sechs-Stimmenmehrheit gegenüber der CDU-Fraktion (sechs Sitze), die das bisherige Schulangebot beibehalten will. Da auch CDU-Ratsmitglied Andre Averdieck, der hier seine Fraktion vertritt und bis zum vergangenen Schuljahr Stadtelternratsvorsitzender war, als IGS-Befürworter gilt, lässt dies bei den politischen Vertretern eine Acht-zu-fünf-Mehrheit für eine IGS-Befragung erwarten. Dass auch Lehrer-, Eltern und Schülervertreter stimmberechtigt sind, könnte am Ende Donnerstag zu einem Stimmen-Patt führen.

Das Fachausschuss-Votum ist aber nur eine Beschlussempfehlung. Die endgültige Entscheidung tritt in der Frage der GMHütter Rat, der Mitte Februar mit breiter Mehrheit – darunter auch CDU-Stimmen – beschlossen hat, für eine IGS-Befragung 25000 Euro in den Haushalt 2017 einzustellen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN