Mäht ihr Schafe Gärtner aus GMHütte shoppt seine Lämmer online


kp Georgsmarienhütte. Vor gut drei Wochen ist wieder ein kleines weißes Mäh geboren worden“, sagt Rainer Bünte. So nennt er die Lämmchen, die bei ihm auf die Welt kommen. Eigentlich ist Bünte Gärtner. Doch seine Leidenschaft gehört den Schafen.

Vor rund vier Jahren fing alles an. Ein Bekannter fragte, was mit seinen Grünflächen hier passiert. „Da stelle ich irgendwann Gänse, Enten, Ziegen oder Schafe drauf, meinte ich aus Spaß“, so Bünte. Ganz spontan kam dann irgendwann die Idee mit den Schafen. Am Anfang waren es noch drei, mittlerweile hat er 19 erwachsene Tiere und ein paar Lämmer, die im Gehege herumspringen. Bünte bezeichnet sich selbst als Schafsammler. Es ist sein Hobby. „Es gibt bei Ebay Kleinanzeigen eine Rubrik Schafe“, erzählt er. Da guckt er ab und zu und shoppt Schafe online. Hörner haben sie nicht – aus Sicherheitsgründen. „Mein Bekannter ist Schafscherer. Auch er macht das als Hobby. Das ist manchmal ganz schön gefährlich, wenn die Tiere so spitze Hörner haben“, erzählt er. Auf das Risiko hat er keine Lust. Vor allem weil sein Bock auch ohne Hörner nicht ganz ohne ist. „Wenn ich ihn nicht am Strick festhalten würde, dann würde er einen so umhauen.“ Kaum verlässt Bünte das Gehege, demonstriert das massige Tier seine Kraft, und boxt unentwegt mit dem Kopf gegen einen Holzpfahl. Der Pfahl zittert.

Vom Aussterben bedroht

Eine bunte Mischung ist im Laufe der Zeit zusammengekommen. Seine Herde besteht aus sieben verschiedene Schafrassen. Diepholzer Moorschnucken, Skudden, Bentheimer sind dabei. Alle sind sie robust. Alle vertragen sich und alle sind mittlerweile selten geworden, denn es sind vom Aussterben bedrohte Rassen. Sie haben nicht so viel Fleisch und sind als Nutztiere für den Handel uninteressant.

Schafe sind unterschiedlich spezalisiert

Den Winter über leben die Schafe bei Rainer Bünte auf dem Hof. Dort haben sie einen Unterstand und bekommen Zusatzfutter. Im Sommer stehen sie auf den Wiesen und Weiden der umliegenden Ortschaften und grasen als Ökorasemäher alles ab. „Alle Schafe sind auf ihre Weise spezialisiert. Die einen mögen Distelblätter, die anderen Brombeeren, Himbeeren oder das, was üblicherweise als Unkraut bezeichnet wird“, erzählt der 59-Jährige aus Georgsmarienhütte. Er verleiht seine Tiere auch. Wenn jemand eine umweltfreundliche Lösung zur Pflege seiner Wiesen sucht, dann ist er bei Bünte und seinen Schafen richtig. Sie mähen alles zuverlässig ab. Für eine gepflegte Gartenanlage sind sie dagegen nicht optimal. „Sie fressen natürlich auch Blüten und andere Zierpflanzen ab“, sagt seine Frau. Hinten kommt das verdaute Gras schließlich auch wieder heraus. Das ist auch der Grund, weshalb die Tiere nicht in Wasserschutzgebieten grasen dürfen. Die Schafsköttel gelten als Dünger und dieser ist in solchen Gebieten nicht erlaubt.

Landen auch im Ofen

Doch die Schafe sind nicht ausschließlich zum Rasenmähen da, sie landen früher oder später auch im Ofen, auf dem Grill oder Herd der Familie. „Das ist auch der Grund, weshalb sie alle keinen Namen haben. Sonst wäre die emotionale Bindung zu stark“, sagt Bünte. „Also einen Peter könnte ich nicht kochen. Da würde ich mich weigern. Das könnte ich auch den Kindern nicht zumuten“, sagt seine Frau.


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