Zwischen Polit-Job und Mutter-Rolle Kathrin Wahlmann verzichtet auf SPD-Landtagskandidatur

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Verzichtet auf eine erneute Kandidatur: die Hasberger SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Wahlmann, die in Hannover den Wahlkreis Georgsmarienhütte mit der Hüttenstadt, Hagen, Hasbergen, Bad Iburg, Bad Laer, Bad Rothenfelde und Glandorf vertritt. Foto; SPD/StockhoffVerzichtet auf eine erneute Kandidatur: die Hasberger SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Wahlmann, die in Hannover den Wahlkreis Georgsmarienhütte mit der Hüttenstadt, Hagen, Hasbergen, Bad Iburg, Bad Laer, Bad Rothenfelde und Glandorf vertritt. Foto; SPD/Stockhoff

Georgsmarienhütte. Der Schritt kommt völlig überraschend: Sieben Wochen nachdem sie von den SPD-Delegierten der Region mit 38 von 40 Stimmen erneut als Kandidatin für die Landtagswahl im Januar kommenden Jahres nominiert worden ist, hat die Landtagsabgeordnete Kathrin Wahlmann aus Hasbergen am Montag erklärt, dass sie nicht antritt.

Als Grund für ihren Schritt gibt die 39-Jährige, die in der Landeshauptstadt als „Personalreserve“ der Landtagsfraktion für künftige Führungsaufgaben gehandelt worden ist, in einem Schreiben an die SPD-Basis an: Der Spagat zwischen dem Polit-Job in Hannover und der Rolle als Mutter von zwei kleinen, zwei und fünf Jahre alten Kindern, habe dazu geführt, dass sie beiden Aufgaben nicht mehr so gerecht werden könne, wie dies ihr Anspruch sei.

Gespräche mit Modder und Weil

„Ich will Dinge richtig machen, und ich will die Kindheit meiner Kinder aktiv miterleben. Ich habe das sehr lange versucht – aber leider stellt sich immer mehr heraus, dass das als Landtagsabgeordnete von Hasbergen aus mit Kindern nicht möglich ist. Würde ich in der Region Hannover wohnen, wäre das sicherlich kein Problem“, aber im Schnitt vier Stunden täglich im Auto, wenn drei Wochen im Monat Sitzungstage in Hannover sind, gehe das einfach nicht, führt sie in dem Brief an die Parteilmitglieder in ihrem Wahlkreis aus.

Sie habe zunächst geglaubt: „Das hat bislang irgendwie immer geklappt, also wird es auch weiterhin irgendwie klappen.“ Aber es habe sich in den vergangenen Wochen immer mehr herausgestellt, dass es „eben nur ,irgendwie‘ klappt – und nicht so wie es optimal wäre“. Sie entferne sich zusehens von den inhaltlichen Standards, die sie eigentlich mit der politischen Arbeit, aber auch dem Familienleben“ verbinde.

Nach „gründlichen Überlegungen“ habe sie deshalb Ende der vergangenen Woche die SPD-Landtagsfraktionsvorsitzende Johanne Modder, den Landesvorsitzenden Stephan Weil, der Ende Februar auch extra aus Hannover zu ihrer Nominierung bei der Delegiertenkonferenz in Hagen gekommen war, sowie den SPD-Kreisvorsitzenden Werner Lager persönlich über ihren Schritt informiert. Am Wochenende seien dann Gespräche mit dem Kreisvorstand und den sieben Ortsvereinsvorsitzenden im Wahlkreis geführt worden, um ihre Beweggründe zu erläutern. Wahlmann: „Ich habe dabei viel Verständnis und Respekt für meine Entscheidung gefunden.“

Der Verzicht sei ihr „so schwer wie keine andere“ Entscheidung in ihrem bisherigen Leben gefallen, macht die Hasbergerin in ihrem Brief an die Genossinnen und Genossen in der Region deutlich. Aber sie habe „alle Möglichkeiten genau abgewogen“ und mit ihrem Mann diskutiert: „Mir fällt es wirklich sehr schwer, mich gerade jetzt aus dem Niedersächsischen Landtag zu verabschieden“, schreibt sie den Mitgliedern.

Wahlmann: Platz erst einmal in der Region

Der Partei bleibe jetzt noch genug Zeit, „jemand anderen als Kandidatin oder Kandidaten im Wahlkreis“ GMHütter, der neben der Hüttenstadt auch Hagen, Hasbergen, Bad Iburg, Bad Laer, Bad Rothenfelde und Glandorf umfasst, zu nominieren, richtet sie den Blick nach vorn. Die Landesliste sei noch nicht aufgestellt und auch noch kein Plakat oder Flyer gedruckt. Wahlmann, die Anfang der 90er Jahre ihr politisches Engagement in der SPD begonnen hat, seit 1996 im Hasberger Gemeinderat sitzt und 2008 erstmals für den Landtag kandidierte, bevor ihr dann 2013 der Einzug ins Landesparlament glückte, sieht ihren Platz jetzt „erst einmal in der Region“. Alles habe seine Zeit. Sie schließt auch nicht aus, irgendwann noch einmal ein Abgeordnetenmandat anzustreben – schließlich sei sie erst 39 Jahre und bleibe der SPD noch ein wenig erhalten.


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