Kriminalstatistik GMHütte und Südkreis Wohnungseinbrüche bleiben Sorgenkind der Polizei

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Aufhebeln, einsteigen, abhauen: Einbrüche haben weiter Konjunktur. Foto: Silas Stein/dpaAufhebeln, einsteigen, abhauen: Einbrüche haben weiter Konjunktur. Foto: Silas Stein/dpa

Georgsmarienhütte. Nach dem „Zehn Jahres Tief“ von 2015, als die Zahl der Straftaten mit 4888 erstmals deutlich unter der 5000er Grenze lag, hat das Polizeikommissariat GMHütte in vergangenen Jahr wieder einen leichten Anstieg auf 5047 Fälle verzeichnet – ein Plus von rund drei Prozent.

Für Sinikka Hagen, Leiterin der GMHütter Polizeikommissariats(PK), das für die Kommunen GMHütte, Hagen, Hasbergen, Bad Iburg, Bad Rothenfelde, Bad Laer, Dissen, Hilter und Glandorf zuständig ist, ist der allgemeine Trend weiter positiv : „Seit sechs Jahren bewegen sich die Fallzahlen im Bereich von 5000 Straftaten, nachdem wir bis 2007 oft noch um die 6000 Fälle gezählt haben. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote in den vergangenen zehn Jahren von unter 50 Prozent auf einen Wert gestiegen, der konstant bei um 57 Prozent liegt.“

Diebstahldelikte weiter unter 2000er Marke

Die registrierten Straftaten bewegen sich damit im Südkreis weiter auf niedrigem Niveau. Sinikka Hagen: „Die rund 110000 Einwohner im Osnabrücker Südkreis können weiterhin sicher leben.“ Besonders erfreulich ist aus ihrer Sicht 2016 gewesen, dass sich die Diebstahlsdelikte, die rund zwei Fünftel aller registrierten Taten ausmachen, mittlerweile im dritten Jahr unter der 2000er Marke bewegen.

Das „Sorgenkind“ der Polizei bleiben hier die Wohnungseinbrüche, die von 194 auf 214 zunahmen. Kommissariatsleiterin Hagen: „Die Entwicklung ist damit nicht mehr so drastisch wie 2015, als es einen Anstieg von rund 40 Prozent gab.“ Hoffnung, dass die Präventionsarbeit zunehmend Erfolge zeigt, macht der Polizei die Zahl der Fälle, wo es dank besserer Wohn- und Gebäudesicherung bei einem Einbruchversuch bleibt, da die Täter schnell das Weite suchen. 2016 war dies 47 Mal der Fall, im vergangenen Jahr wurden 90 fehlgeschlagene Taten gemeldet.

Auch bei den Raubstraftaten kann die Polizei eine positive Entwicklung vermelden: Hier sind die Zahlen in den letzten fünf Jahren von 47 (2013) auf jetzt 29 Fälle zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote von 48 auf 55 Prozent. Kriminal- und Ermittlungsdienst-Chef Thomas Schnorfeil: „Es hat im vergangenen Jahr in unserem Zuständigkeitsbereich lediglich drei Überfälle auf Geschäfte, Spielhallen und Tankstellen gegeben.“

Ein deutliches Plus weist die Statistik bei angezeigten Körperverletzungsdelikten aus, die von 384 (2015) auf 466 Straftaten gestiegen sind. Ein Plus, das für Schnorfeil auch mit dem veränderten Anzeigenverhalten zu begründen ist. Auf hohem Niveau bewegt sich hier die Aufklärungsquote, die bei 93 Prozent der Taten liegt.

‚Auch bei „Häuslicher Gewalt“ sind die Zahlen nach oben gegangen: 237 Fälle, darunter 43 Wegweisungen, wurden im vergangenen Jahr gezählt. Zum Vergleich: im Vorjahr waren es 195 Einsätze mit 34 Wegweisungen. Gesamtbilanz bei den Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit: ein Plus von 12 Prozent auf 706 Fälle.

Schwerpunkt Prävention

Deutlich rückläufig ist 2016 die Entwicklung bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten gewesen, deren Zahl erstmals seit 2007 unter 1000 Straftaten (958 Fälle) sank. Das ist für die Polizei aber kein Trend, sondern nur eine Momentaufnahme. Kriminal- und Ermittlungsdienst-Chef Schnorfeil: „Hier sind oft Sammelverfahren anhängig, bei denen ein Täter gleich für viele Fälle verantwortlich ist. Entsprechend spielt in der Statistik eine Rolle, wann die Ermittlungen abgeschlossen sind und das Ergebnis an die Staatsanwaltschaft übergeben wird.“

Ziel der Polizei bleibt eine Erhöhung des Sicherheitsniveaus. Kommissariatsleiterin Sinikka Hagen: „Aus diesem Grund hat Prävention sowie eine enge Zusammenarbeit mit den Kommunen weiter einen ganz hohen Stellenwert.“


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