Für ehrenamtliche Initiativen Johannes-Voetlause-Preise in GMHütte verliehen

Von Joachim Dierks

Die Geehrten des Johannes-Voetlause-Preises 2017. Foto: Elvira PartonDie Geehrten des Johannes-Voetlause-Preises 2017. Foto: Elvira Parton

Georgsmarienhütte. Thea Oltmann (Sandhatten), die DLRG-Gruppe Georgsmarienhütte, die Landjugend Bad Laer, Sibylle Nolte und Bettina Kiupel (Bissendorf) sind die Preisträger 2017 des Johannes-Voetlause-Preises (JVP).

Eine Landvolk-Hochschule hat nicht nur die Aufgabe, die ländliche Bevölkerung weiterzubilden. Sie versteht sich auch als ein Zentrum für ehrenamtliches Engagement, das auf dem Lande mit seiner weniger dichten Infrastruktur besonders wichtig ist. Einmal im Jahr würdigt sie vorbildliches Engagement mit der Preisverleihung. Benannt ist der Preis nach Dr. Johannes Voetlause, der die Katholische Landvolk-Hochschule Oesede (KLVHS) von 1957 bis 1989 leitete und sich große Verdienste um die Menschen im ländlichen Raum erworben hat.

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Die Preisverleihung 2017 fand beim „Oeseder Landwirtschaftstag“ im Landforum der KLVHS statt. Eine Jury aus Vertretern der KLVHS, des Landvolks, der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) und der Landfrauen in Weser-Ems hatte die Preisträger in den Kategorien „Jugend“, „Gemeinwesen“ und „Frauen“ bestimmt. „Wir wollen den oft im Hintergrund stehenden ehrenamtlichen Einsatz in den Blick rücken, denn er stellt ein wichtiges Fundament unserer Ländlichen Räume dar“, erklärte KLVHS-Leiter Johannes Buß.

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Thea Oltmann aus Sandhatten (Landkreis Oldenburg) ist Gewinnerin in der Kategorie „Frauen“. Mit „Frauenpower und Ideenreichtum“, wie Laudator Jürgen Seeger vom Landvolk-Kreisverband Oldenburg es beschrieb, nimmt sie im Landfrauenverband das Amt der Pressesprecherin wahr und setzt sich für viele Belange der Frauen auf dem Land ein. Ihr besonderes Anliegen ist es, Landwirtschaft und Verbraucher wieder näher zusammenzubringen und in fruchtbare Dialoge eintreten zu lassen. Als Netzwerkpartnerin zwischen Landvolk, Landfrauen und Verbrauchern war Thea Oltmann beim „Tag des offenen Hofes“, bei den „Landtagen Nord“, auf der „Hanse-Life“ in Bremen und bei weiteren Messen an vorderster Front im Einsatz. Sie hat Fahrradrouten durch die Dörfer entwickelt, Grundschüler mit gesundem Frühstück versorgt und Imagefilme drehen lasen. Zudem ist sie bei Planung und Durchführung von deutsch-französischen Jugendbegegnungen eingebunden und engagiert sich auf Landesebene im Legasthenieverband.

DLRG GMHütte

Die „DLRG Georgsmarienhütte“ führt seit 15 Jahren zweimal im Monat im örtlichen Panoramabad ein Schwimmangebot für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen durch. Die Begleitung erfolgt durch ehrenamtliche Betreuer der DLRG. Vor sechs Jahren wurde eine weitere Gruppe für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 9 bis 30 Jahren ins Leben gerufen. „Hier wird Integration ganz unkompliziert gelebt, ohne Riesenkonzepte, sondern durch beherztes Machen und Tun“, sagte Laudator Pastor Thilo Wilhelm. Für die integrativen Gruppen, an denen auch Geschwisterkinder und Kinder von Betreuern teilnehmen, erhält die DLRG den Johannes-Voetlause-Preis in der Kategorie „Gemeinwesen“.

KLJB Bad Laer

In der Kategorie „Jugend“ geht der Preis an die KLJB Bad Laer für eine gemeinsame Aktion mit dem Maria-Elisabeth-Haus, einer Einrichtung für erwachsene Frauen und Männer mit Behinderungen. Unter der Überschrift „Wir kriegen’s gebacken“ stellten die Jugendlichen mit den Bewohnern des Hauses über 70 kleine Nussbrote her, die nach dem Erntedankgottesdienst verkauft wurden. Christoph Hoffmann vom KLJB-Vorstand kündigte an, dass man die gemeinsame Aktion in diesem Jahr fortführen wolle.

Flüchtlingseinsatz

Ein Sonderpreis geht in diesem Jahr an Sibylle Nolte und Bettina Kiupel-Klecker für ihren beispielhaften Einsatz in der Arbeit mit acht Flüchtlingsfamilien in der ehemaligen Jugendbildungsstätte Holter Burg in Bissendorf. Sie organisieren Kinderbetreuung, begleiten bei Arztterminen, kümmern sich um Kleiderspenden und klären im Ort über die Situation der geflüchteten Menschen auf, um aufkommenden Vorurteilen früh zu begegnen. Außerdem bieten sie für die geflüchteten Familien Deutschunterricht an. Staatssekretärin Flachsbarth dankte den Damen mit den Worten: „Wir würden ‚das‘ nicht schaffen, wenn wir nicht Landfrauen wie Sie hätten!“


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