GMHütte bekommt sechsten Kunstrasen Rat macht beim Kunstgrün den Deckel drauf

Wird sechster Kunstrasen in GMHütte: der Aschenplatz an der Harderberger Grundschule. Foto: Jörn MartensWird sechster Kunstrasen in GMHütte: der Aschenplatz an der Harderberger Grundschule. Foto: Jörn Martens

Georgsmarienhütte. In GMHütte bekommt auch der Stadtteil Harderberg einen Kunstrasenplatz. Das hat der Rat Donnerstagabend bei der Verteilung der Bürgerfonds-Mittel beschlossen. Der mit 21 zu 16 Stimmen gefasste Beschluss wurde von einigen Ratsmitgliedern aber nicht aus Überzeugung mitgetragen, dass die Mittel hier richtig eingesetzt sind. „Damit können wir für kleines Geld endlich den Deckel“ bei diesem Thema draufmachen, begründete Linke-Vertreter Jörg Welkener die Zustimmung seiner Fraktion.

Im Fachausschuss hatte es noch eine breite Zustimmung für alle vier vorgeschlagenen Bürgerfonds-Projekte gegeben, für deren Umsetzung insgesamt 500000 Euro im laufenden Haushalt stehen. Doch im Rat ist der Einsatz dieser Mittel für die Realisierung eines Kunstrasenspielfeldes am Harderberg Donnerstagabend überraschend auf größere Kritik gestoßen.

Grünen-Kritik am „Schachzug des Sportvereins“

„Das Geld, das die Stadt hier einbringt, wird durch die Bürger vergoldet“, hatte der Fachausschuss-Vorsitzende Christoph Ruthemeyer bei der Vorstellung des Punktes für alle vier Projekte geworben. Denn durch Eigenleistungen und eingeworbene Spenden , so der Holzhauser Vertreter, würden aus der halben Million, die von der Stadt 2016 für durch bürgerschaftliches Engagement initiierte Projekte vorgesehen sind, am Ende rund 800000 Euro an Gesamtinvestition.

Bei den Anträgen des Fördervereins der Dröperschule, der mit einer Unterstützung von 7000 Euro das Projekt Neugestaltung Atrium/Piazza umsetzt, des Fördervereins der Alt-Hütter Regenbogenschule, der mit einem Betrag von 135000 Euro einen Mehrgenerationen-Spielplatz realisiert, sowie der Harderberger „Initiative Bürger aktiv“, die ein Soccerfeld und Felsenmeer im Rahmen des städtebaulichen Konzeptes für das Gelände an der Grundschule herstellt, gab es jeweils keine Gegenstimme. Doch beim Kunstrasenplatz hatte sich schon Mittwoch im Verwaltungsausschuss (VA), der die Ratssitzung vorbereitet, überraschend ein gespaltenes Meinungsbild abgezeichnet.

Die Harderberger Grünen-Vertreterin Petra Funke kritisierte die Bereitstellung von Bürgerfonds-Geldern: „Das ist ein guter Schachzug des SV Harderberg, aber ich hätte mir gewünscht, mit den insgesamt zur Verfügung stehenden 500000 Euro mehrere kleine Projekte zu unterstützen, bei denen engagierte Eltern in Fördervereinen unterstützt werden, die ansonsten keine finanziellen Mittel der Stadt erhalten. Das ist für mich im Sinne des Bürgerfonds.“

Bei den Schulumfeld-Projekten der Dröperschule sowie in Alt-Hütte und Harderberg sei „das Geld gut angelegt“. Aber über die „Notwendigkeit eines Kunstrasenplatzes“ für den Stadtteil werde seit vielen Jahren diskutiert. Funke: „Bis jetzt waren wir immer der Meinung, dass der Platz aus Kostengründen abzulehnen sei. Auch über die Notwendigkeit wurde immer wieder kritisch nachgedacht.“

Nun werde aber plötzlich ohne Diskussion dem Projekt zugestimmt, weil die Umsetzung jetzt im Zuge des Bürgerfonds geplant sei. Funke hätte sich an dem Standort zwischen Kindergarten und Grundschule einen Platz gewünscht, den der gesamte Sportverein, Kita und Grundschüler nutzen können und nicht nur die Fußballabteilung des SV Harderberg.

Noch 92000 Euro offen

Bürgermeister Ansgar Pohlmann erinnerte hier noch einmal daran, dass der Kunstrasen Ergebnis einer Planerwerkstatt gewesen ist, bei der sich 16 Teilnehmer verschiedener Gruppen auf ein Zukunftskonzept verständigt hätten. Noch weiterer Klärung bedarf nach seinen Worten aber die finanzielle Seite, da neben den 220000 Euro aus dem Bürgerfonds und den vom Verein getragenen Planungskosten hier noch letztlich eine Summe von 92000 Euro offen ist. Pohlmann: „ Deshalb muss mit dem Verein noch darüber gesprochen werden.“

Auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Annette Jantos machte deutlich, dass die Anforderungen eines Bürgerprojekts erfüllt werden: „Hier ist eine bürgerschaftliche Planung erfolgt, und es werden Eigenleistungen sowie Eigenmittel eingebracht, was bei den anderen Kunstrasenplätzen nicht der Fall gewesen ist.“ So günstig wie bisher noch nie, komme am Harderberg mit rund 350000 Euro die Realisierung eines solchen Platzes.

Das war am Ende auch für die beiden Ratsmitglieder der Linkspartei der ausschlaggebende Zustimmungsgrund. Fraktionsvorsitzender Welkener: „Ich bin kein Freund von Kunstrasenplätzen. Aber nach Harderberg ist das Thema endgültig erledigt, denn dann hat endlich jeder GMHütter Stadtteil einen.“


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