Genehmigungsverfahren verzögert sich Mit Hochwasserschutz im Oeseder Zentrum wird es bis 2018 nichts

Von Wolfgang Elbers

Ein Bereich, der im wieder hochwassergefährdet ist: Der Düteverlauf im Oeseder Zentrum im Bereich der Möbelfabrik Wiemann. Foto: Archiv/MartensEin Bereich, der im wieder hochwassergefährdet ist: Der Düteverlauf im Oeseder Zentrum im Bereich der Möbelfabrik Wiemann. Foto: Archiv/Martens

Georgsmarienhütte. Die Genehmigung der im Juni vom GMHütter Rat einstimmig auf den Weg gebrachten Planungsvariante für den Hochwasserschutz im Oeseder Zentrum stellt sich schwieriger als erwartet dar. Die Stadt muss jetzt ein zweidimensionales Computer-Modell zu den Überlaufeffekten des geplanten Hochwasserrückhaltebeckens im Bereich Wiemann nachliefern.

Im Sommer hatte der damalige Fachausschuss-Vorsitzende Thorsten Schoppmeyer beim Planfeststellungsbeschluss noch von einer „vierfachen Win-Situation“ beim Hochwasserschutz im Stadtzentrum gesprochen: „Stadt, die Firma Wiemann, Umwelt und Hochwasserschutz gewinnen hier – optimaler geht es nicht.“ Jetzt steht erst einmal fest: Es geht nicht so schnell wie gedacht, denn im Rathaus ist bisher von einer Realisierung des Hochwasserschutzbeckens , durch das dann die Düte geführt wird und ein Rückhaltevolumen von 80000 Kubikmetern haben soll, bis 2018 ausgegangen worden. Das ist durch die notwendige Nachbesserung des Genehmigungsantrags aber wohl nicht mehr zu halten.

Dimek: Punkt im Sommer neu hinzu gekommen

Unter „Wichtige Mitteilungen der Verwaltung“ hat Fachbereichsleiter Torsten Dimek im Stadtplanungsausschuss erklärt: Das NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz), das für die Förderanträge zuständig ist, habe zur besseren Beurteilung von der Stadt gefordert, für das Hochwasserbecken eine „2-D-Modell“ zu erstellen. Dimek im Ausschuss: „Dieser Punkt ist im Sommer überraschend neu hinzugekommen und wird auch von der Unteren Wasserbehörde als notwendig angesehen.“

Die Computer-Simulation soll danach Auskunft über „das konkrete Stauverhalten“ und eine eventuelle Kammerung im Becken gaben. Im Klartext heißt das: Es sollen für alle Hochwasser-Situationen – von einer im Schnitt alle fünf Jahre eintretenden Niederschlagsmenge über zehn-, zwanzig-, fünfzig- und hundertjährige Regenereignisse – die Überschwemmungs- und Ablaufsituationen dargestellt werden. GMHüttes Fachbereichsleiter: „Auf diese Weise soll unter anderem auch eine Beurteilung möglich sein, welche Auswirkungen die jeweiligen Wasserstände im Becken auf die Flora und Fauna haben.“

Zeitverschiebung von mehreren Monaten

Für die Berechnung müssen zwei komplexe Darstellungssystem auf einander abgestimmt werden, sodass dieser Prozess „noch einen gewissen Zeitraum“ in Anspruch nehmen wird, heißt es in der Mitteilung weiter. Schon jetzt ist wohl von mindestens einem halben Jahr Zeitverzug auszugehen. Da sich das Verfahren insgesamt als sehr viel aufwendiger als ursprünglich gedacht darstellt, könnte sich die Realisierung möglicherweise auch um mehr als ein Jahr verschieben.

Fachbereichsleiter Dimek zum Stand: „Wir dachten im Sommer, wir sind im Hinblick auf die Antragstellung in der finalen Phase, müssen jetzt aber noch die geforderten Unterlagen nachreichen.“ Der Ausschuss werde demnächst über den Fortgang des Verfahrens informiert.

Die veranschlagten Kosten für das Hochwasserschutzbecken im Oeseder Zentrum belaufen sich auf rund 3,1 Millionen Euro. Darüber hinaus beinhaltet das Konzept Hochwasserschutzwände auf einer Länge von 700 Metern auf beiden Düte-Seiten im Stadtzentrum zwischen Georg-Elser-Straße und der Brücke Oeseder Straße, um das Wasser gefahrlos durch das Stadtzentrum leiten zu können.