Bäumer stärkt den privaten Waldbesitzern den Rücken Waldgenossenschaft Osnabrück-Süd: Brauchen mehr bürgerlichen Naturschutz

Martin Bäumer, Chef der CDU-Kreistagsfraktion, stellte sich klar gegen die Bestrebungen der Landkreisverwaltung, eine Landschaftsschutzverordnung aufzustellen, die allein zu Lasten der privaten Waldbesitzer geht. Foto: Harald PreuinMartin Bäumer, Chef der CDU-Kreistagsfraktion, stellte sich klar gegen die Bestrebungen der Landkreisverwaltung, eine Landschaftsschutzverordnung aufzustellen, die allein zu Lasten der privaten Waldbesitzer geht. Foto: Harald Preuin

Bad Iburg/Georgsmarienhütte. Die Wogen gingen hoch bei der Mitgliederversammlung der Waldgenossenschaft Osnabrück-Süd. Unmut lösten die Pläne des Landkreises für eine neue Landschaftsschutzverordnung aus. Empörung löste auch die Reaktion eines Ratsmitgliedes aus Georgsmarienhütte nach einem Holzunfall in Holzhausen aus, bei dem Mitte November ein 54-Jähriger schwer verletzt worden ist.

Der Mitarbeiter eines Forstunternehmens hatte einen Baumstamm in die vorgesehene Richtung zu Fall gebracht. Dabei brach die Krone des Baumes auseinander und stürzte auf den Mann. Der Grüne-Ratsherr hatte in einem privaten Facebook-Eintrag diesen Vorfall als „Strafe der Natur“ bezeichnet. Nach heftigen Protesten im Netz hat der Ratsherr mittlerweile den Facebook-Eintrag gelöscht, die Welle der Empörung konnte das bei den privaten Waldbesitzern aber nicht dämpfen. ( Weiterlesen: GMHütter Ratsherr bezeichnet Forstunfall als „Strafe der Natur“ )

Im Einklang mit der Natur

„Im Gegensatz zu diesem Grünen Ratsherrn wissen wir, dass die von uns praktizierte Forstwirtschaft im Einklang mit der Natur stattfindet“, sagte Vorsitzender Johannes Meyer zum Alten Borgloh. Es sei unfassbar, dass so ein schrecklicher Unfall instrumentalisiert werde. „Mit solchen Menschen können wir nicht zusammenarbeiten“. ( Weiterlesen: Bei Forstarbeiten in Holzhausen lebensgefährlich verletzt )

Zwängen des Naturschutzgesetzes

Tiefer Unmut äußerte sich in der Versammlung erneut über die Pläne des Landkreises, der die geschützten FFH-Gebiete im Landkreis Osnabrück in Landschaftsschutzgebiete mit scharfen Zwängen des Naturschutzgesetzes umwandeln will. Das hat zur Folge, dass private Waldbesitzer zwischen 20 und 40 Prozent ihrer Forstflächen nicht mehr bewirtschaften dürfen. Anders verhält es sich in den Staatsforsten, die von den Landschaftsschutzauflagen unberührt bleiben sollen.

Stefan Kleine-Wechelmann machte deutlich, was auf die privaten Waldbesitzer im gesamten Osnabrücker Land zukommen könne. Die Waldschutzgenossenschaft Osnabrücker-Süd vertritt die Interessen von 1900 Mitgliedern mit Waldflächen zwischen 0,5 und 250 Hektar Größe. Die Frage nach möglichen Ausgleichszahlen für die stillzulegende Waldfläche habe der Landkreis verneint, schilderte Reinhard Schuster, und mit der „Sozialpflichtigkeit des Eigentums“ begründet. „Das ist ein Versuch, das Eigentumsrecht auszuhebeln“, meinte Schuster weiter. ( Weiterlesen: Massives Eschensterben: „Auewälder sind gefährdet“ )

„Sachlich und fachlich falsch“

„Sie haben uneingeschränkt recht“, legte sich der Fraktionsvorsitzende der CDU im Kreistag und Bundestagsabgeordnete Martin Bäumer fest. „Es ist sachlich und fachlich falsch, was die Verwaltung hier vorhat“, urteilte der Politiker: „Ich bin an Ihrer Seite, die CDU-Fraktion steht hinter Ihnen“. Verwaltungen und Politik sollen für die Bürger da sein und nicht umgekehrt. Es sei wohl kein Zufall, dass neben den Waldbauern auch Jäger, Angler und Landwirte im Visier stünden: „Ihnen will man wohl massiv ans Leder“. Bäumer forderte die betroffenen Gruppen auf, sich zusammenzuschließen. „Wir brauchen ein Gegengewicht zu den selbsternannten Natur- und Umweltschützern“, unterstrich Bäumer: „Wir brauchen mehr bürgerlichen Naturschutz“. ( Weiterlesen: Befriedung: Wie hält man Jäger vom Grundstück fern? )

Kritik der privaten Waldbauern

Der Kreistagsabgeordnete verdeutlichte, dass er mit Landrat Lübbersmann einig sei, dass in die neue Landschaftsschutzverordnung nur das reingeschrieben werde, was durch Landes- und Bundesvorgaben abgedeckt sei. Bäumer griff die Kritik der privaten Waldbauern auf, dass der Entwurf der Landschaftsschutzverordnung des Landkreises die international angestrebten Ziele des Klimaschutzes vernachlässige, wie es zuvor Reinhard Schuster deutlich gemacht hatte. Er hatte einige Studien genannt, die bestätigen, dass ein effizient genutzter Wirtschaftswald dem stillgelegten Wald mit Habitatbäumen, Alt- und Totholzanteilen in Sachen Klimaschutz um ein Vielfaches überlegen sei. Bäumer versprach: „Wir werden auch in Hannover deutlich machen, dass es so nicht geht“.


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