Premiere in GMHütte für den Landkreis Erste Arzt-Praxis für Flüchtlinge eröffnet

Von Wolfgang Elbers

Eröffnung der Flüchtlingspraxis an der Kolpingstraße. Unser Foto zeigt (v.r.) die Ärzte Rahman Massarwa, Ulrike Haucap-Osterhaus und Christian Albrecht sowie den GMHütter Sozialausschussvorsitzenden Christoph Ruthemeyer und Kämmerer Karl-Heinz Plogmann. Foto: Jörn MartensEröffnung der Flüchtlingspraxis an der Kolpingstraße. Unser Foto zeigt (v.r.) die Ärzte Rahman Massarwa, Ulrike Haucap-Osterhaus und Christian Albrecht sowie den GMHütter Sozialausschussvorsitzenden Christoph Ruthemeyer und Kämmerer Karl-Heinz Plogmann. Foto: Jörn Martens

Georgsmarienhütte. Mittwoch ist in GMHütte an der Kolpingstraße die erste Flüchtlingspraxis im Bereich des Landkreises und der Stadt Osnabrück gestartet. Zweimal in der Woche gibt es eine Sprechstunde für Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten, die in der Region Zuflucht gefunden haben.

Welcher Bedarf für ein ärztliches Angebot, das auf Schutzsuchende zugeschnitten ist, im Alltag besteht, hat gleich der erste Praxistag deutlich gemacht: Sechs Patienten saßen vor Sprechstundenbeginn im Wartezimmer – obwohl das Angebot bisher noch gar nicht groß bekannt ist.

Plogmann: Lage für Aufgabe ideal

„Wir sind gerade erst angefangen, in den bestehenden Flüchtlingsklassen, den eingerichteten Sprachkursen sowie in den Unterbringungseinrichtungen mit mehrsprachigen Visitenkarten über die neue Praxis zu informieren“, erläutert der Hasberger Hausarzt Dr. Christian Albrecht, der das Projekt angestoßen hat, wie die Zielgruppe erreicht werden soll. Von 13 bis 15 Uhr ist die Zweigpraxis der Hasberger Ärzte Albrecht, Haucap-Osterhaus und Massarwa im Oeseder Zentrum zunächst jeweils mittwochs und freitags geöffnet.

Die Räume an der Oeseder Kolpingstraße sind über ein separates Treppenhaus am Postgebäude zu erreichen. Der Standort wurde mit Hilfe der Stadt gefunden. GMHüttes Kämmerer Karl-Heinz Plogmann: „Die Lage direkt neben der Flüchtlingsunterkunft am DRK-Heim sowie dem Jugendheim, wo derzeit insgesamt 60 uns zugewiesene Asylbewerber untergebracht sind, ist für ein solches Versorgungsangebot ideal.“ Auch die Anbindung an das Busangebot von und nach Osnabrück sowie in die anderen Nachbarkommunen sei mit der zentralen Haltestelle Gildehaus und der Bahnlinie Haller Willem gegeben.“

Der große Vorteil der Sprechstunden: Mit dem aus Ägypten stammenden Facharzt für Innere Medizin, Rahman Massarwa, der von seinen Kollegen aus der Hasberger Gemeinschaftspraxis bei Bedarf unterstützt wird, treffen die Flüchtlinge auf einen Mediziner, der neben Deutsch und Englisch fließend Arabisch und Hebräisch spricht. Der 51-Jährige, der in Deutschland sein Medizinstudium absolviert hat, war viele Jahre leitender Oberarzt der Inneren Medizin am Marienhospital in Emsdetten.

„Die direkte Kommunikation ohne Sprachbarrieren , die für meinen Kollegen Massarwa mit den Flüchtlingen möglich ist, hat schon in unserer Hasberger Gemeinschaftspraxis dazu geführt, dass wir vielen Flüchtlingen helfen konnten“, schildert Christian Albrecht, was Auslöser der Überlegung war, an zentraler Stelle in der Region eine feste Sprechstunde für Flüchtlinge der Stadt Osnabrück und des Landkreises einzurichten. Dank der Unterstützung der Kreisverwaltung, der Kassenärztlichen Vereinigung und der Stadt GMHütte sei es gelungen, das Projekt umzusetzen und nach der Zulassung der Zweigpraxis jetzt zu starten.

Albrecht: Keine Konkurrenz zu bestehenden Arztpraxen

„Wir verstehen unsere Zweigpraxis auch nicht als Konkurrenz zu bestehenden Arztpraxen, sondern als Möglichkeit, durch die Sprachkenntnisse unseres Kollegen die sonst schwierige und zeitaufwendige Betreuung der meist traumatisierten Flüchtlinge aus der Hausarztpraxis verlegen zu können“, stellt Albrecht noch einmal zur Zielsetzung heraus – den über keine Deutschkenntnisse verfügenden Schutzsuchenden aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan effektiv und nachhaltig ärztlich zu helfen.


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