Nicht tierschutzgerechte Tötung Landkreis Osnabrück leitet Verfahren gegen EGO-Schlachthof ein

Der EGO-Schlachthof am Harderberg steht wegen dreier Fälle, in denen Schweine möglicherweise nicht tierschutzgerecht getötet worden sind, im Fokus. Foto: Archiv/Michael GründelDer EGO-Schlachthof am Harderberg steht wegen dreier Fälle, in denen Schweine möglicherweise nicht tierschutzgerecht getötet worden sind, im Fokus. Foto: Archiv/Michael Gründel

Georgsmarienhütte. Im August hat es beim EGO-Schlachthof drei Fälle gegeben, in denen Schweine möglicherweise nicht tierschutzgerecht getötet worden sind. Deshalb hat der Landkreis diese Woche ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen das Harderberger Unternehmen eingeleitet.

Die GMHütter Grünen haben die vom amtlichen Untersuchungspersonal des Landkreis-Veterinärdienstes festgestellten Probleme in einer Pressemitteilung öffentlich gemacht. Landkreis-Pressesprecher Henning Müller-Detert: „Bei der Fleischuntersuchung ist beanstandet worden, dass drei Schweine nicht nach den Vorgaben der Tierschutz-Schlachtverordnung fachgerecht entblutet worden waren.“

Verfahren noch nicht abgeschlossen

Durch die zügige Entblutung der Tiere im Zustand der Wahrnehmungslosigkeit, die durch eine fachgerechte Betäubung erzielt wird, soll eine tierschutzgerechte Tötung der Schweine sichergestellt werden. Im August sind hier drei „Schlachtkörper“ aufgefallen, bei denen der Tötungsstich wahrscheinlich nicht ordnungsgemäß gesetzt wurde beziehungsweise keine Entblutung stattgefunden hat. „Die Tiere hätten im folgenden Heißwasserbad wieder Leben gezeigt“, führen die Grünen dazu in ihrer Pressemitteilung aus. Dieser Darstellung wird aber von der EGO widersprochen.

Geschäftsführer Rudolf Festag hat bestätigt: „Am Dienstag ist eine Anhörung über ein Ordnungswidrigkeitenverfahren bei uns eingetroffen.“ Die aufgetretenen Situationen stehen aus seiner Sicht möglicherweise in Zusammenhang mit der derzeit laufenden Umstellung der Betäubungsanlage . Festag: „Der Prozess wird vom Friedrich-Löffler-Institut in Braunschweig begleitet.“ Die EGO strebt nach seinen Worten auch an, dass künftig eigene Mitarbeiter an der Betäubungsanlage eingesetzt werden. Derzeit sei eine Fremdfirma mit der Aufgabe betraut.

Das vom Landkreis eingeleitete Ordnungswidrigkeitenverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Darüber hinaus erfolgen derzeit durch den Veterinärdienst verschärfte Kontrollen im Bereich der Tier-Tötung des EGO-Schlachthofs. Bei den engmaschigen Kontrollen seien aber keine gleichartigen Verstöße mehr festgestellt worden. Der Landkreis-Sprecher: „Die Überwachung der tierschutzgerechten Tötung stellt einen Schwerpunkt der veterinärbehördlichen Überwachung im Schlachtbetrieb dar.“

Landkreis: EGO nimmt Sache sehr ernst

Der Landkreis bestätigt, dass der EGO-Schlachthof die Sache „sehr ernst“ nimmt und auch durch Änderung innerbetrieblicher Abläufe sowie Kontrollen künftig Verstöße wie im August vermieden werden.


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