Für und gegen Baumfällungen Bürger sprechen mit dem Bezirksförster in GMHütte

Das außergewöhnliche Bürgerinteresse an der letzten Bau- und Planungsausschusssitzung verdankte sich zum Teil einem Flugblatt-Appell für den Stopp von Baumfällungen. Foto: Petra PieperDas außergewöhnliche Bürgerinteresse an der letzten Bau- und Planungsausschusssitzung verdankte sich zum Teil einem Flugblatt-Appell für den Stopp von Baumfällungen. Foto: Petra Pieper

Georgsmarienhütte. Rund 20 interessierte Bürger waren nach einer Flugblattaktion mit dem Appell „Baumfällungen stoppen“ zur Bauausschusssitzung ins Rathaus von Georgsmarienhütte gekommen. Nachdem die Stadtverwaltung kürzlich über in der kommenden Wintersaison anstehende Waldpflegearbeiten informierte hatte, forderte die zukünftige Ratsfrau der Grünen Irina Weckermann Anlieger von städtischen Waldgebieten auf, gegen die angekündigten Einzelbaumentnahmen Protest einzulegen.

Da diese Initiative offenbar nicht mit der Stadtverwaltung abgestimmt war, stand das Thema nicht auf der Tagesordnung. Die Vorstellung des Forstbetriebswerkes und eine Diskussion über die Waldbewirtschaftungsgrundsätze seien in dieser zu Ende gehenden Wahlperiode des Rates bereits erfolgt. Eine erneute Erläuterung der Grundsätze im Ausschuss sei zu Beginn der neuen Wahlperiode am 21. November vorgesehen, erklärte Bauabteilungsleiter Manfred Frühling.

Im Nebenraum

Damit die interessierten Bürger nicht unverrichteter Dinge nach Hause gehen mussten, machten Fachbereichsleiter Torsten Dimek und Ausschussvorsitzender Thorsten Schoppmeyer ihnen das Angebot, in einem Nebenraum mit dem Bezirksförster ihre Bedenken zu erörtern.

Dabei hätten sich Sorgen um die Ökologie der Waldflächen und um die Sicherheit der Bürger in etwa die Waage gehalten, berichtete Bezirksförster Friedrich Gleißner. Es habe Befürworter und Gegner von Fällungen gegeben, die sich in entspannter Atmosphäre und im Bemühen um ehrliche Information ausgetauscht hätten.

Schwere Schäden

Ein Teil der Anwohner habe gefragt, wann geplante Fällungen „endlich umgesetzt“ werden; schließlich hätten im vergangenen Jahr umgestürzte hohe Buchen schwere Schäden angerichtet. Mit mehreren besorgten Bürgern vereinbarte der Förster Ortstermine. Mehr aus Georgsmarienhütte im Netz  

Andere unterstützten den Wunsch von Frau Weckermann, eine rein konservierende Pflege innerstädtischer Waldflächen festzuschreiben: „Stadtwald sollte lieber Urwald sein als von wirtschaftlichen Erfordernissen bestimmt.“

Waldverjüngung

Dem begegnete der Förster mit seinem Konzept der dynamischen Waldverjüngung. In den drei Jahrzehnten seines Wirkens habe er dafür gesorgt, dass in älteren Beständen stets schon wieder junge Bäume nachwachsen. Eine Durchmischung der Altersstufen und auch der Artenzusammensetzung der Bäume bringe Vorteile für den Wald.

In der Summe sei das Ökosystem Wald in Georgsmarienhütte trotz der Baumentnahmen gewachsen und binde heute mehr Kohlendioxyd als in der Vergangenheit. Das belegten die im Zehnjahresabstand durchgeführten Messungen von Holzmasse und –volumen, die im Forstbetriebswerk dokumentiert seien, so Gleißner. Unabhängig davon sei jedoch zu überlegen, ob besonders alte Einzelbäume in zusammenhängenden Waldflächen in das Baumkataster innerstädtischen Grüns aufzunehmen und unter besonderen Schutz zu stellen seien.


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