„Talent trifft Ausbildung“ Praktische Berufsorientierung für Schüler

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Georgsmarienhütte. Selbermachen, ausprobieren, schmecken, fühlen – die zweite Berufsorientierungsmesse „Talent trifft Ausbildung“ war mehr als eine bloße Informationsveranstaltung. Beim Reifenwechseln, Gewindeschneiden, Pillendrehen oder Baggerfahren erprobten sich am Mittwoch 580 Schüler praktische Tätigkeiten verschiedenster Ausbildungsberufe.

Auf Einladung der Servicestelle Schule-Wirtschaft der Maßarbeit und der Stadt Georgsmarienhütte präsentierten 30 Firmen und berufsbildende Schulen aus der Region nahezu 100 Ausbildungsberufe aus allen Branchen – Metallverarbeitung und Baugewerbe, Fahrzeug- und Elektrotechnik, Gesundheitswesen, Pflege und Soziales, Polizei, kaufmännische Berufe und viele mehr. Und alle Schüler der Jahrgangsstufe 8 aus GMHütte, Hagen und Hasbergen nutzten die Gelegenheit, einige Berufe näher kennenzulernen.

Rückblick: Berufsorientierung mit Praxis – Talent trifft Ausbildung in Georgsmarienhütte 2015

Selbst zugepackt

Indem sie selbst zupackten und mit jungen Auszubildenden ins Gespräch kamen, erfuhren die Schüler mehr als durch theoretische Erklärungen. „Da kommt es schon auf Genauigkeit an“, merkte Realschüler Felix Kröger, als er, wie es in vielen Metallberufen erforderlich ist, in vorgebohrte Öffnungen selbst ein Gewinde schnitt. Kilian Völtz und Marvin Riemann hatten derweil richtig Spaß daran, wie ein Rohrleitungsbauer mit einem Bagger einen Gummischlauch zielgenau in einer Öffnung zu bugsieren. Und Maja Spreckelmeyer und Sarah Groskurt fertigten wie Pharmazeutisch-Technische Assistentinnen Kapseln für Arzneimittel.

Im Nachbarraum klagte Amarilli Rutigliano: „Das fühlt sich voll komisch an.“ Anette Lindemann, Leiterin des Bildungszentrums St. Hildegard, hatte die junge Frau mit einer gewichtsbeschwerten Halskrause, mit Gewichten an Armen und Beinen, Tremorhandschuh, Ohrstöpseln und einer die Sicht einschränkenden Brille auf das vermutete Körpergefühl eines alten Menschen gebracht. „Wir möchten die Gefühlsebene unserer Auszubildenden erreichen, denn für die Berufsfelder Alten- und Krankenpflege ist einfühlendes Verstehen unerlässlich“, so Lindemann.

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Laufbuch mit Arbeitsproben

Damit die gewonnenen Erkenntnisse nicht im Winde verwehen, ließen sich die Schüler ihre Arbeitsproben von den jeweiligen Ansprechpartnern in einem „Laufbuch“ dokumentieren. Durch den damit verbundenen Austausch der Kontaktdaten wurde der Weg für weitere Gespräche zur Vereinbarung eins Praktikums oder einer Ausbildung gebahnt. Dazu diente auch die Hinterlegung einer „Schülervisitenkarte“ bei Betrieben der Wahl.

Der Nachmittag gehörte sogenannten „Speeddatings“. In kurzen, zuvor mit den Unternehmen vereinbarten Gesprächen konnten sich Schüler der 9. und 10. Jahrgänge auf konkrete Praktikums- und auch Ausbildungsstellen bewerben. 121 Schüler nahmen diese Chance wahr. Und „weil Eltern einen großen Einfluss auf die Berufswahl ihrer Kinder haben“, so Magdalene Antonczyk, von der Maßarbeit, stand der Abend im Zeichen der Eltern. In Begleitung ihrer Kinder konnten auch sie Arbeitsproben durchführen und in entspannter Atmosphäre ins Gespräch mit den Ausbildungsbetrieben kommen. Die umsichtig und planvoll vorbereitete Veranstaltung wurde von allen Seiten gelobt: Schüler, Eltern und Betriebe zeigten sich sehr zufrieden.


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