Dank an „Hilfe für Petra“-Stiftung Osnabrückerin trifft Stammzellenspenderin in GMHütte

Erstbegegnung im GMHütter Rathaus:  Unser Foto zeigt (von links): Ansgar Pohlmann (Petra-Stiftung), Iris Theisen (DKMS Köln), Franziska Feldkamp (Stammzellen-Empfängerin) mit ihrer sechsjährigen Tochter Aylin, Mona Breulmann (Spenderin) sowie Friedrich Sälter, Lehrer am Maria-Stemme Berufskolleg in Bielefeld, wo die GMHütter „Hilfe für Petra“-Stiftung Mitte Mai 2010 die Typisierungsaktion durchgeführt hat. Foto: Heinz SchröderErstbegegnung im GMHütter Rathaus: Unser Foto zeigt (von links): Ansgar Pohlmann (Petra-Stiftung), Iris Theisen (DKMS Köln), Franziska Feldkamp (Stammzellen-Empfängerin) mit ihrer sechsjährigen Tochter Aylin, Mona Breulmann (Spenderin) sowie Friedrich Sälter, Lehrer am Maria-Stemme Berufskolleg in Bielefeld, wo die GMHütter „Hilfe für Petra“-Stiftung Mitte Mai 2010 die Typisierungsaktion durchgeführt hat. Foto: Heinz Schröder

Georgsmarienhütte. Mehr Emotionen und Herzlichkeit gehen kaum! Zwei Frauen Mitte 20, die sich gerade im GMHütter Rathaus das erste Mal sehen, bekommen plötzlich feuchte Augen und drücken sich so fest, als wenn sie am liebsten gar nicht nicht wieder loslassen würden. Eine 2011 an Leukämie erkrankte Osnabrückerin trifft ihre Lebensspenderin – diejenige, deren Stammzellen ihr die Chance gegeben haben, den Blutkrebs zu überleben.

Alle 15 Minuten wird im Schnitt in Deutschland ein Patient mit der Diagnose Blutkrebs konfrontiert. Die Heilungschance liegt heute bei 40 bis 80 Prozent, wenn ein Stammzellenspender gefunden wird – wie bei Franziska Feldkamp.

Dass es für die Mutter der heute sechsjährigen Tochter Aylin ein Leben nach der Leukämie-Erkrankung gibt, hat eine Typisierungsaktion der GMHütter „Hilfe für Petra“-Stiftung ermöglicht. Die fand am 17. Mai 2010 am „Maria Stemme Berufskolleg“ in Bielefeld statt und zeigt, wie schnell jemand zum Lebensspender werden kann.

An der Schule unterrichtet der Kloster Oeseder Friedrich Sälter, der den Kontakt zur GMHütter Stiftung herstellte. Die damalige Schülerin Mona Breulmann hatte mehr Lust auf eine Freistunde als auf Unterricht und ließ sich typisieren. Schon rund ein dreiviertel Jahr danach bekam sie überraschend Post von der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei (DKMS). Inhalt: Sie kommt als „genetischer Zwilling“ für eine Leukämie-Kranke in Betracht. Für die Gütersloherin war keine Frage: „Das mach ich natürlich.“

Ab dann lief der Transplantations-Countdown. Es folgen weitere Untersuchungen und am 29. Juli die periphere Stammzellenentnahme. Hier werden per ambulantem Verfahren aus dem Blut Stammzellen herausgefiltert. „Die Nadeln sind nur etwas dicker als bei der Blutabnahme “, erinnert sich Mona an den Tag.

Empfängerin ist Franziska Feldkamp. Bei der jungen Mutter war vier Monate zuvor Blutkrebs festgestellt worden. „Andere junge Leute gehen mit 20 aus und genießen das Leben, und Du bist mit einer tödlichen Krankheit konfrontiert“, beschreibt ihr Lebensgefährte die damalige Situation. Chemotherapie, mit all ihren Nebenwirkungen, und das Warten auf einen Spender bestimmen den Alltag – dann die erlösende Nachricht mit dem Termin der Stammzellenübertragung.

„Der Moment hier haut mich jetzt richtig um, nachdem ich vorhin auf der Treppe noch ganz ruhig war und mich gefragt habe, was gleich wohl passiert“, sprudeln die Gefühle aus 26-Jährigen, als sie jetzt erstmals Kontakt zu ihrer Lebenspenderin hat: „Es ist, als ob jemand den Deckel aufgemacht hat, und alles an Emotionen raus darf.“

Auch GMHüttes Bürgermeister Ansgar Pohlmann, Vorsitzender der vor 25 Jahren entstandenen Hilfe für Petra“-Stiftung , ist tief beeindruckt: „Das geht einem nahe, wenn man sie beide hier mit ihren Familien erlebt.“

Die heute in Berlin als Texterin lebende Spenderin strahlt, was ihre Stammzellen ermöglicht haben. „Jetzt hast Du eine weitere Schwester“, freut sich ihre Oma, als die beiden Frauen sich auf Anhieb verstehen und sogar die Begeisterung für das Reiten teilen.

Den Tag der Stammzellenspende feiert Franziska Feldkamp inzwischen als zweiten Geburtstag: Gut möglich, dass im kommenden Jahr am 29. Juli auch Mona Breulmann dabei ist.


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