Stadtwerke GMHütte auf Wachstumskurs Jahresergebnis dank Energiegeschäft deutlich gesteigert

Von Wolfgang Elbers

Bei den Stadtwerken GMHütte tut sich eine Menge. Eine der sichtbaren Baustellen: die Erweiterung des Lagergebäudes am Unternehmenssitz Malberger Mühle. Foto: Stadtwerke GMHütte/BartkeBei den Stadtwerken GMHütte tut sich eine Menge. Eine der sichtbaren Baustellen: die Erweiterung des Lagergebäudes am Unternehmenssitz Malberger Mühle. Foto: Stadtwerke GMHütte/Bartke

Georgsmarienhütte. Die GMHütter Stadtwerke haben 2015 das Jahresergebnis deutlich gesteigert: Mit einem Überschuss von 1,2 Millionen Euro sei das Vorjahresplus um rund 300000 Euro übertroffen und auch der Planansatz „deutlice überschritten“ worden, erklärte Geschäftsführer Wilhelm Grundmann zu den Bilanzzahlen.

Der Gesamtumsatz des städtischen Tochterunternehmens mit der Netz-Gesellschaft und der Panoramad GmbH betrug danach im vergangenen Jahr rund 40 Millionen Euro. Grundmann: „Das sehr gute Ergebnis ist vor allem auf die verbesserten Umsatzzahlen in allen Sparten zurückzuführen.“ Beim Absatz von Gas und Wärme als auch von Strom und Wasser habe es ein Plus von durchschnittlich fünf Prozent gegeben.

Preissenkungen beim Gas im Herbst

Der Stadtwerke-Geschäftsführer: „Hier hat sich unsere verbesserte Strategie beim Energieeinkauf ausgezahlt, die es uns ermöglicht, unseren Kunden faire und wettbewerbsfähige Preise anzubieten.“ Grundmann nutzte die Bilanz-Präsentation, um für den Herbst Preissenkungen beim Gas anzukündigen: „Wir werden unsere Kunden rechtzeitig über die neuen Tarife informieren.“

Auch beim Strompreis sind nach seinen Worten niedrigere Preis möglich. Aber hier müssten die Stadtwerke die Entwicklung bei den Umlagen abwarten, vor allem die Höhe der EEG-Umlage (Erneuerbare Energien Gesetz), über die der Gesetzgeber Mitte Oktober entscheidet.

Nach Angaben der Geschäftsführung hat auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in ihrem Bericht die Bilanz-Kennzahlen als „sehr gut“ eingestuft. Das gelte insbesondere für die Eigenkapital-Quote von 49 Prozent für das Gesamtunternehmen.

Grundmann und Bürgermeister Ansgar Pohlmann als Aufsichtsratsvorsitzenden weisen darauf hin, dass beim Jahresergebnis auch die Verluste aus der Beteiligung am Kohlekraftwerk Lünen, an dem die Stadtwerk GMHütte 0,53 Prozent halten, berücksichtigt sind. Es handelt sich laut Stadtwerken hier um das modernste und umweltschonendste Kohlekraftwerk Europas, aber aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen gebe es derzeit jährliche Verluste von mehr als 100 Millionen Euro. Pohlmann: „Wir haben wegen der weiter drohenden roten Zahlen die Rücklagen auf insgesamt mehr als 3,2 Millionen Euro erhöht.“

Die Stadtwerke hoffen aber mittelfristig auf eine Verbesserung der wirtschaftlichen Randbedingungen für den Betrieb des Kraftwerk Lünen. Nachdem das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster die Klage des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) gegen die erteilte Betriebserlaubnis abgewiesen habe, bestehe jetzt hier Rechtssicherheit, und absehbare Veränderungen beim Strommarktgesetz sowie bei der EEG-Novellierung deuteten auf günstigere Bedingungen für den Betrieb Lünens hin, der derzeit für die GMHütter Stadtwerke jährlich einen Verlustanteil von mehr als 500000 Euro bedeutet.

Klare Zukunftsstrategie

Für das laufende Jahr sind Grundmann und Pohlmann optimistisch, ein ähnlich gutes Ergebnis wie 2015 zu erzielen. Pohlmann: „Wir sind gut aufgestellt, und die insgesamt 111 Stadtwerke-Mitarbeiter, die sich auf 78 Arbeitnehmer bei der GmbH und 33 Panoramabad-Beschäftige aufteilen, machen einen sehr guten Job. Der Unternehmens-Slogan – Wir sorgen für Sie – passt.“

Der Aufsichtsrat habe im Frühjahr eine Sondersitzung durchgeführt, um über die Zukunftsstrategie zu beraten. Pohlmann: „Oberste Maxime für die Stadtwerke bleibt, den Menschen in GMHütte kostengünstige Energiepreise und -Systeme anzubieten.“ Die Stadtwerke setzten nicht auf einen „Business as usual“-Kurs, sondern auf eine sinnvolle Weiterentwicklung, die unter anderem in Richtung Dienstleistung-Geschäft gehe. So erledigen die Stadtwerke zum Beispiel für Bad Iburg die Abrechnungen für Wasser und Abwasser. Vorgesehen ist auch, den Anteil der Eigen-Energieerzeugung bis 2025 von derzeit 18 auf 30 Prozent zu erhöhen.

Klar ist inzwischen, dass die Stadtwerke das GMHütter Stromnetz auch die nächsten 20 Jahre weiterbetreiben. Der Ende des Jahres auslaufende Konzessionsvertrag dürfte am 20. Oktober vom Rat verlängert werden, nachdem der einzige Mitbewerber RWE sich am laufenden Vergabeverfahren nicht weiter beteiligt.

In der letzten Sitzung des alten Rates soll auch der Nachfolger von Geschäftsführer Wilhelm Grundmann präsentiert werden, der Ende des Jahres 65 wird und zum 31. Mai kommenden Jahres dann in Ruhestand geht. GMHüttes Bürgermeister: „Die Stellenausschreibung ist Ende Juni erfolgt.“