Vierfache „Win“-Situation in GMHütte Rat einstimmig für Variante mit Wiemann-Erweiterung

Von Wolfgang Elbers

Solche Bilder im GMHütter Stadtzentrum wie hier beim Hochwasser im August 2010 sollen sich nicht wiederholen. Foto: Archiv/Stadt GMHütteSolche Bilder im GMHütter Stadtzentrum wie hier beim Hochwasser im August 2010 sollen sich nicht wiederholen. Foto: Archiv/Stadt GMHütte

Georgsmarienhütte. Als vierfache „Win“-Situation hat der Planungsausschuss-Vorsitzende Thorsten Schoppmeyer (CDU) am Ende den einstimmigen Ratsbeschluss zum Hochwasserschutz im Stadtzentrum bezeichnet, der auch den Erweiterungswünschen der Firma Wiemann Rechnung trägt: „Stadt, Wiemann, Umwelt und Hochwasserschutz gewinnen hier – optimaler geht es nicht.“

Die Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes beschäftigt Verwaltung und Politik seit rund fünf Jahren. Eine der letzten noch zu klärenden Planungsfragen ist hier die Hochwassersicherheit im Stadtzentrum. Ein wichtiger Aspekt, der hier ins Spiel kommt: die Erweiterungspläne der Firma Oeseder Möbelindustrie, die am Standort die Produktionskapazität ausweiten will.

Wiemann-Beteiligung: 950000 Euro

Hier liegt auch schon seit längeren eine schriftliche Zusage des Unternehmens vor, die notwendigen Mehrkosten zu übernehmen . Jetzt gibt es hierzu auch konkrete Zahlen: Rund 950000 Euro beträgt die Differenz zwischen der Variante vier (2,15 Millionen Euro Bruttokosten Hochwasserschutz ohne Wiemann-Berücksichtigung) und der Variante zwei, die sich wegen des höheren Flächenbedarfs und der notwendigen enormen Erdbewegungen auf 3,1 Millionen Euro beläuft und ermöglicht, dass sich die Firma erweitern kann.

An Stauvolumen, so haben die Berechnungen ergeben, ist ein Hochwasserschutzbecken von 80000 Kubikmetern nötig. Um auf diesen Wert zu kommen, werden eine Verlegung der Düte notwendig. Darüber hinaus werden Hochwasserschutzwände auf einer Länge von 700 Metern auf beiden Düte-Seiten im Stadtzentrum zwischen Georg-Elser-Straße und der Brücke Oeseder Straße installiert, um das Wasser gefahrlos durch den Ort leiten zu können.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Annette Jantos ging in ihrer Stellungnahme noch einmal auf die anfangs hier geführte Diskussion um eine Wiemann-Verlegung ein: „Ich hätte mit zwar eine Umsiedlung Wiemanns an einen anderen Standort in der Stadt gewünscht, um das Stadtzentrum mit Wohnungen und Einzelhandel weiter zu entwickeln, aber dies scheint derzeit nicht umsetzbar zu sein.“ Sie bezeichnete es daher als „sinnvoll“, das Planungsverfahren auf die Variante zwei zu beschränken und stellte als positiv heraus, dass „wir mit dieser Variante unsere Ziele für den Hochwasserschutz realisieren können und dabei die Düte und das Umfeld ökologisch aufgewertet werden“.

Bürgermeister Ansgar Pohlmann ging noch einmal darauf ein, dass die Stadt mit Wiemann einen städtebaulichen Vertrag schließen wird, in dem alle Details – auch zu neuen Optionen für das Zentrum und die städtebauliche Entwicklung von Auf der Nathe bis Zur Egge – geregelt werden und der natürlich auch die aufzuwendenden Grundstückskosten berücksichtigt. Insgesamt zeigte er sich überzeugt: „Beim zu beschließenden Hochwasserschutz Stadtzentrum haben alle maximalen Nutzen.“

Realisierung soll bis 2018 erfolgen

Am Ende gab es wie zuvor im Planungsausschuss und im Verwaltungsausschuss ein einstimmiges Votum für die Variante zwei. Die Unterlagen werden jetzt im Sommer beim Landkreis, der Planfeststellungsbehörde ist, zur Genehmigung eingereicht. Die Realisierung könnte dann bis 2018 erfolgen, wobei eine Förderquote von bis zu 70 Prozent möglich ist.