Evangelische Kirche Reformation wird Thema in der Region Osnabrück

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Georgsmarienhütte. Im Georgsmarienhütter Rathaus tagte jetzt das Parlament des Kirchenkreises Melle-Georgsmarienhütte. Die rund 50 Delegierten befassten sich mit auch mit dem Reformationsjubiläum im nächsten Jahr.

Was Osnabrück und die Region mit Luthers Thesenanschlag und dessen Folgen zu tun hat, verdeutlichte Martin Jung. Der Theologe von der Universität Osnabrück meinte, dass es eine Reformation ohne Luther nicht gegeben hätte. Allerdings wirkten auch andere Faktoren auf die Entwicklung einer eigenen Kirchenrichtung ab 1517. So waren in Osnabrück etwa zehn Prozent der damals 8000 Einwohner Kleriker. „Man warf ihnen vor, von der Allgemeinheit zu leben, gleichzeitig aber nicht genug für alle zu tun“, schilderte Jung einen Kritikpunkt an der damaligen Kirche. Ebenso warf man besonders den hohen Geistlichen maßlose Anhäufung von Ämtern zwecks persönlicher Bereicherung vor.

Osnabrücker Thesen

Nur vier Jahre nach dem Thesenanschlag in Wittenberg war die Reformation in Osnabrück angekommen, so Jung. „Osnabrück war in Westfalen und im Nordwesten die erste Stadt, in der man im Sinne Luthers predigte.“ Selbst zu eigenen Osnabrücker Thesen reichte es in den 1530er Jahren. Sie formulierte ein gewisser Dietrich Gutmann.

Dass die Reformation in der Region Osnabrück aber dennoch nicht zum vollständigen Durchbruch kam, lag mit an der Niederlage der evangelischen Kräfte gegen Ende der 1540er Jahre in Deutschland. Das führte zu einer Besonderheit, hatte Jung herausgefunden: Nun gab es im damaligen Fürstbistum entweder evangelische, katholische Dörfer oder eben gemischt konfessionelle Ortschaften mit Simultankirchen. „Solche Verhältnisse gab es anderswo in Deutschland nicht“, erklärte Jung.

Neue Kirchenkreis-Sozialarbeiterin

Mit Stefanie Tigler stellte sich den Delegierten auch die neue Kirchenkreis-Sozialarbeiterin vor. Obschon seit Ende März im Amt, wird Tigler erst Anfang September im Rahmen der Woche der Diakonie in einem Gottesdienst eingeführt. Gleichwohl konnte sie dem Plenum schildern, dass sie seit Arbeitsbeginn schon eine Vielzahl an Beratungsgesprächen geführt habe. Tigler kündigte zudem an, dass sie alle 21 Gemeinden des Kirchenkreises besuchen werde.

Pfarrerin Gesine Jacobskötter gab bekannt, dass die Krankenhausseelsorge in Bad Rothenfelde mit einer Vollzeitstelle aufgewertet werde. Derzeit laufe das Bewerbungsverfahren.

Finanzen

Der Kirchenkreistag fasste ebenso zwei Beschlüsse in Sachen Finanzen. Zum einen soll die Landeskirche die Mehrkosten ausgleichen, die im Zuge der Umstellung auf die kaufmännische Buchführung (Doppik) angefallen waren.

Kredite, die aus dem Rücklagen- und Darlehnsfonds stammen, brauchen nun erst in 15 statt in zehn Jahren zurückgezahlt werden. Die Streckung habe damit zu tun, dass die Kirchen immer ärmer würden, so der Kirchenkreisvorsitzende Eckhard Kallert.


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