Mozart, Lessing und VfL in GMHütte Theater Osnabrück stellt Spielplan in Villa Stahmer vor

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„Aktueller denn je“ erklärte Theaterintendant Ralf Waldschmidt in der Villa Stahmer zum neuen Spielplan des Theaters Osnabrück. Foto: Kleine Heitmeyer„Aktueller denn je“ erklärte Theaterintendant Ralf Waldschmidt in der Villa Stahmer zum neuen Spielplan des Theaters Osnabrück. Foto: Kleine Heitmeyer

khl Georgsmarienhütte. Am der Sommerpause ab Ende Juni beginnt im Theater Osnabrück Mitte August die neue Spielzeit. Die Highlights der kommenden Saison stellte Intendant Ralf Waldschmidt jetzt in der Villa Stahmer in Georgsmarienhütte vor. Im Mittelpunkt des facettenreichen Spielplans stehen die Themen Vernunft und Aufklärung.

Mozarts weltberühmte Oper „Die Zauberflöte“ und das ihr innewohnende Streben nach einer humaneren Welt begeisterte die Zuschauer bereits bei der Uraufführung 1791 in Wien. Im Jahr 2016 wird Alexander May die wohl populärste aller Opern im Osnabrücker Theater am Domhof inszenieren.

Mit Lessings „Nathan der Weise“ widmet sich Dominique Schnizer, ab der kommenden Spielzeit neuer Leitender Schauspielregisseur, einem weiteren Klassiker des Humanismus. In seinem Ideendrama befasst sich Lessing mit der Frage, wie die drei große monotheistischen Religionen – also Christentum, Judentum und Islam – friedlich koexistieren können.

Intendant Waldschmidt: Aktueller denn je

„Aktueller denn je“, stellte Theaterintendant Ralf Waldschmidt fest. Angesichts des aufkeimenden Populismus in Europa müsse man sich fragen, warum die Erkenntnisse der Aufklärung und die Werte der Französischen Revolution wieder verstärkt angezweifelt werden. „Alles, was die westliche Welt sich in den vergangenen 200 Jahren an Vernunft, Humanismus und Toleranz aufgebaut hat, scheint in letzter Zeit zu zerbrechen“, sagte Waldschmidt. Umso mehr freue er sich, dass zahlreiche Stücke diese Themen aufgreifen.

Weniger politisch, aber nicht minder aktuell ist das Fußballstück „The Red Lion“ des britischen Autors Patrick Marber. Leonie Kubigsteltig inszeniert dieses leidenschaftliche Schauspiel, in dem das junge Talent Jordan zum umworbenen Star seines kleinen Vereins wird. Während Zeugwart Yates, ein Fußballromantiker alter Schule, Jordan von Werten wie Idealismus und Integrität überzeugen will, sieht der geschäftstüchtige Trainer Kidd in dem begabten Spieler vor allem einen profitablen Heilsbringer.

Das Stück thematisiert dabei die Frage nach Moral im Fußball in Zeiten schwindelerregender Ablösesummen und unverhältnismäßiger Millionengehälter. Produziert wird „The Red Lion“ in Kooperation mit dem VfL Osnabrück. Besonderheit hierbei: Die Aufführungen finden in der Umkleidekabine des Drittligisten statt.

Einen Vorgeschmack auf die kommende Spielzeit lieferten die Schauspieler Christina Dom und Niklas Bruhn. Sie begeisterten die knapp 50 Gäste in der Villa Stahmer mit kurzen Dialogauszügen aus den Stücken „Der Revisor“ (ab Samstag, 20. August, auf dem Spielplan und „Frau Müller muss weg“ (Premiere 10. Dezember), die ebenfalls Teil des neuen Spielplans sind.


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