Knapp 100 Frauen versammelt Szenische Lesung sorg beim Frauenfrühstück in Hilter für Lacher

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Hilter. Knapp 100 Frauen trafen sich am Samstag zum Frauenfrühstück in Hilter, zu dem die Gleichstellungsbeauftragte Regina Meyer-Kietzmann, eingeladen hatte. Nach dem Frühstück präsentierte der Schauspieler Rainer Rudloff aus Lübeck in einer szenische Lesungen Auszüge aus seinem Programm „Tierische Begegnungen“.

Das Frauenfrühstück in Hilter hat Tradition: „Ich selbst habe jetzt zum vierten Mal eingeladen, und meine Vorgängerin hat das auch schon organisiert“, berichtete die Gleichstellungsbeauftragte Regina Meyer-Kietzmann, im Saal des Alten Gasthauses Ellerweg, während um sie herum an allen Tischen munter geplaudert wurde. Neben ihr saß der Schauspieler Rainer Rudloff, den die Gleichstellungsbeauftragte diesmal anstelle eines Redners eingeladen hatte. „Ich habe etwas ganz anderes gesucht, als wir im Vorjahr hatten“, so Meyer-Kietzmann. Denn der Vortrag, den Maike Carls 2015 gehalten habe, der sei „in seiner Art kaum zu toppen“ gewesen.

Ein Einstieg, der in Erinnerung bleibt

Im ersten Teil seiner Lesung weckte Rudloff Douglas Adams Werk „Die letzten ihrer Art“ zum Leben. Mit Spiegelbrille, weißem Cowboy-Hut mit Krokodilzähnen, einer lilafarbenden Hose, einem Messergürtel und falschen, weißen Schlangenlederschuhen betrat Rudloff die Bühne. Er startete auf Englisch und berichtete von einer Lesung, bei der er 1995 Adams selbst erlebt hatte. „Er hat wunderbar gelesen“, hatte Rudolf im Gespräch mit der Neuen OZ zuvor geschwärmt. Dabei hatte er auch erklärt: Adams Buch läge ihm schon lange am Herzen. „Das Irre ist daran, dass er es schafft, so über aussterbende Tiere zu schreibe, dass man lachen kann“, so der Schauspieler, der nun mit starkem englischen-australischem Akzent erklärte, worum es in dem Buch ging: Es handelt von mehreren Reisen zwischen 1985 und 1989 rund um die Welt, auf denen Adams und der Zoologen und Fotografen Mark Carwardine. die am stärksten bedrohten Tierarten der Welt suchte und dokumentierte.

Von dem Abenteuer aussterbende Tiere zu besuchen

Rudlof las weniger, mehr spielte er mit dem Buch in der Hand den Reisebericht nach. Zum Beispiel als Adams und sein Begleiter zur Expedition zu den Komodo-Warane in Indonesien aufbrachen: Mit lebenden Hühnern, die als Reiseverpflegung und einer Ziege für die „Drachenexen“ fuhren sie in einem gecharterten Boot zu einer Insel. Bei ihrer Ankunft mussten sie jedoch feststellen, dass diese komplett touristisch erschlossen war – mit Fährverbindung, Pastarestaurant und Fütterungszeiten der Komodo-Warane zur Belustigung der Touristen inklusive.

Erste Publikumsmeinungen

„Ganz toll, die ganze Geschichte, und wie er das erzählt“, urteilte Inge Janicki, die zum zweiten Mal beim Frauenfrühstück war und Rudloff vorher nicht gekannt hatte. Ihr gefalle am Frauenfrühstück, dass sie dort immer wieder Bekannte trifft. Und Barbara Westerbusch erklärte mit Blick auf ihre Tischnachbarin Heike Oberkötter: „Wir sind beide Rudloff-Fans, deshalb hat es uns hier hingezogen.“ Oberkötter fügte hinzu: „Ich finde es eine gute Idee, das Frühstück mit Literatur zu verbinden.“

Der Doktor und das liebe Vieh

Im zweiten Teil ging es gemütlicher, wenn auch nicht weniger skurril zu: Rudloff spielte und las Episoden aus den Geschichten um den englischen Tierarzt Dr. James Herriot aus den Dreißigerjahren. Diese kannten viele Zuhörerinnen noch aus BBC-Verfilmungen der 70er und 80er Jahre. Passend dazu betrat Rudloff in Tweedjacket und Cordhose sowie mit karierter Schiebermütze gekleidet die Bühne und erzählte, was ihm persönlich an den Geschichten so gut gefiel: „Sie sind mit einer so großen Herzenswärme geschrieben. Es sind wirklich ganz zauberhafte Geschichten.“ Beispielsweise war die reiche Witwe Mrs Pumphrey sehr exzentrisch und verhätschelte ihr Schoßhündchen Tricki-Woo fürchterlich, wurde vom Autor dennoch liebevoll und nicht herabwürdigend beschrieben.

Der Tierarzt als Onkel

„Es war ein Vergnügen der Leibarzt von Tricki-Woo zu sein“, trug Rudloff vor. Zwar betitelte Mrs Pumphrey den Arzt ihres Pekinesen immer als dessen Onkel und schrieb im Namen ihres Hundes Briefe an ihn. Aber Herriot erhielt auch Präsentkörbe und Einladungen zu Parties im Namen des Hundes von seiner Besitzerin, die nicht zu verachten waren. Beim Zuschauen amüsierten sich die Frauen sehr über Rudloffs Spiel, dass immer wieder von Lachern unterbrochen wurde. Und es gab sogar einmal Szenenapplaus. „Ich würde sagen, das war wieder ein rundum gelungen Vormittag“, resümierte .Meyer-Kietzmann.


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