Ungewöhnliche Freundschaft Musiktheater „Wolle und Gack“ im GMHütter Rathaus

Von Danica Pieper

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Georgsmarienhütte. Wolle ist ein glückliches Schaf – bis nebenan das Huhn Gack einzieht. Wie aus Feindschaft Freundschaft wird, zeigte das Osnabrücker Musiktheater Lupe jetzt mit seinem Musical „Wolle und Gack“ im GMHütter Rathaus. Junge und erwachsene Besucher waren begeistert.

Wolle (Tine Schoch) gibt sich gerne cool. Das Schaf singt mit Sonnenbrille auf der Nase und begrüßt die Kinder im GMHütter Rathaus mit einem High Five. Doch tief im Inneren ist Wolle ein Spießer. Er mag keine laute Musik, das Gras in seinem Garten hat er penibel auf eine Größe abgefuttert und er war 23 Jahre im Schafamt als Beamter tätig: „Immer pünktlich und nie krank.“ Dennoch ist Wolle ein umgänglicher Typ, wie er auch selbst gerne betont: „Ich komme mit jedem gut aus.“ ( Weiterlesen: Musiktheater Lupe spielt Wolle und Gack in der Lagerhalle )

Was Wolle aber tatsächlich meint, ist, dass er gut mit jedem Schaf auskommt. Denn als nebenan Huhn Gack (Katrin Orth) einzieht, ist Wolle gar nicht begeistert. Ein Huhn auf einer Schafswiese? Wolle ist empört. Dass das Huhn auch noch Würmer isst, laute Musik hört und zu einem Ei betet, macht für das Schaf alles nur noch schlimmer. Obwohl Gack ihm freundlich und offen begegnet, versucht Wolle, sie loszuwerden. ( Weiterlesen: Katrin Orth als Schutzbeauftragte mit vollem Körpereinsatz in Bramsche )

Kinder mit einbezogen

Das Musical schneidet das Thema „Fremde Kulturen und Religionen“ an. Dabei beziehen die beiden Schauspielerinnen auch gerne ihr junges Publikum mit ein: So übernimmt die junge Mara spontan die Rolle der Postbotin und Wolle fragt die Kinder, wie er die Sache mit Gack denn nun gerade biegen könne, nachdem er gemerkt hat, dass er sich alles andere als nachbarschaftlich verhalten hat. „Entschuldige dich!“, ruft ein Mädchen, woraufhin Wolle gemeinsam mit den jungen Besuchern eine Einladung an Gack verfasst.

Vorurteile aufs Korn genommen

Aktueller hätte „Wolle und Gack“ kaum sein können: Unter der Regie von Ralf Siebenand nimmt das Musiktheater Lupe gekonnt die Vorurteile und Ängste gegenüber Fremden, insbesondere Menschen anderen Glaubens, aufs Korn und kritisiert mangelnde Empathie. „Fremd sind immer die anderen“, meint Wolle, der seine Umgebung noch nie verlassen hat und sich nicht vorstellen kann, wie Gack sich fühlt. Als er sich dann doch die Mühe macht, seine Nachbarin kennenzulernen, stellt er fest, dass all seine Ängste unbegründet waren und ein Schaf auch mit einem Huhn trotz aller Unterschiede befreundet sein kann.

Unterstützt wird die Botschaft durch kleine Details: Während Wolle am Anfang des Stücks seinen Zaun erhöht, um Gack fernzuhalten, baut er am Ende aus der Begrenzung eine Brücke.

Warmherziges Plädoyer

„Wolle und Gack“ ist ein humorvolles und warmherziges Plädoyer für mehr Toleranz. Tolle Schauspieler, mitreißende Songs und liebevoll gestaltete Kostüme und Kulissen sorgen zusätzlich für eine gelungene Aufführung. Sowohl Kinder als auch Erwachsene hatten großen Spaß an dem Musical und belohnten die Darsteller mit kräftigem Applaus – und einem lauten „Mäh“.


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