Apotheke in Holzhausen gibt auf Erst geht der Arzt, dann schließt der Apotheker ab

Seit Dienstag geschlossen: die Rosen-Apotheke in Holzhausen. Vermieter Bernhard Dransmann sucht jetzt eine Nachfolge-Lösung für die Immobilie. Foto: ElbersSeit Dienstag geschlossen: die Rosen-Apotheke in Holzhausen. Vermieter Bernhard Dransmann sucht jetzt eine Nachfolge-Lösung für die Immobilie. Foto: Elbers

Georgsmarienhütte. Nach achteinhalb Jahren ist für Apotheker Alexander Schmiedl jetzt in Holzhausen Schluss. Ende Februar hat der 56-Jährige das letzte Mal geöffnet gehabt, da er ohne eine Arztpraxis in unmittelbarer Nähe keine Zukunftsperspektive sieht. Ein Beispiel für das typische Landapothekensterben.

Am Montag sind noch einmal zahlreiche Stammkunden vorbeigekommen, um Tschüss zu sagen. „Schade, dass Sie aufhören“, ist am letzten Tag immer wieder in der Rosen-Apotheke zu hören. Vor knapp drei Wochen hat er den Kunden, die im System gespeichert sind, kurz mitgeteilt, dass ab März nicht mehr geöffnet ist. Ein Schritt, den Schmiedl rund ein Jahr vorbereitet hat: „Nachdem die Arztpraxis im Haus Anfang 2015 zugemacht hat, stellte sich für mich die Frage, ob an dem Standort noch eine Langzeitperspektive besteht. Die habe ich nicht mehr gesehen.“

Vermieter sucht Nachfolgelösung

Denn eine Chance, dass ein neuer Mediziner einzieht, gibt es nicht: Der alte Mieter hat die Zulassung an die Kassenärztliche Vereinigung zurückgegeben. Deshalb hat Schmiedl die Fühler nach Alternativen ausgestreckt und ist mithilfe seines auf Apotheken spezialisierten Steuerberaters fündig geworden: Er übernimmt zur Jahresmitte die „alteingesessene Adler-Apotheke“ in Bude bei Papenburg.

Das Aus in Holzhausen ist von für ihn ein logischer Schritt: „Den GMHütter Standort als Filiale weiter zu betreiben geht nicht, da ich dann einen Apotheker einstellen müsste, was die Einnahmen nicht hergeben.“ Er habe vor der Alternative gestanden, sich auf immer extreme Arbeitszeiten einzurichten, damit sich das Geschäft noch rechnet, oder noch einmal einen Ortswechsel vorzunehmen.

Die Hoffnungen, die er vor achteinhalb Jahren beim Umzug von Osnabrück nach Holzhausen gehabt habe, hier etwas zu entwickeln, hätten sich nicht erfüllt. Froh ist der 56-Jährige, das niemand arbeitslos wird: „Die drei Angestellten haben alle einen neuen Job gefunden.“


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