Rektorin aus Leidenschaft Nikola Wolther leitet die Freiherr-vom-Stein-Schule

Seit einem halben Jahr ist Nikola Wolther die Rektorin der Freiherr-vom-Stein-Schule in GMHütte. Foto: Ullrich SchellhaasSeit einem halben Jahr ist Nikola Wolther die Rektorin der Freiherr-vom-Stein-Schule in GMHütte. Foto: Ullrich Schellhaas

Georgsmarienhütte. „Kennen Sie den? Treffen sich zwei Lehrer nachmittags im Baumarkt. Fragt der eine den anderen: ,Na, kannst Du auch nicht schlafen?‘“ Diesen Witz erzählt Nikola Wolther, Lehrerin für Mathematik und Religion. Sie selbst schläft nachmittags nicht, denn da erledigt sie administrative Aufgabe an der Freiherr-vom-Stein-Schule. Dort ist sie seit vier Monaten Rektorin.

Auf die 39-jährige Mutter zweier Kinder trifft das Bild, das manche von Lehrern haben, nicht zu: „Ich bin am Wochenende in der Schule, ich bin in den Ferien in der Schule“, sagt Nikola Wolther. Und sie fügt hinzu, dass sie dringend an der Balance zwischen Berufs- und Arbeitsleben arbeiten muss, „denn ich vergesse gerne die Zeit am Schreibtisch“. Und schwupps ist es schon wieder dunkel, und die Arbeit könnte immer noch weitergehen.

Freundlicher Empfang

Noch gut erinnert sich Nikola Wolther an ihren ersten Schultag in GMHütte: „Alle Kinder waren da und haben gesungen, von den Kollegen bekam ich Blümchen und eine Schultüte“, sagt die neue Rektorin. Darin waren Stifte und Nervennahrung, Bonbons und Traubenzucker. Und natürlich haben der Dezernent der Landesschulbehörde und Vertreter von Eltern sowie kirchlicher und weltlicher Gemeinde schöne Worte gesprochen.

Alsbald hat sie dann ihr Büro eingerichtet und es wohnlich gemacht. Eine Fotografie der Kinder steht auf dem Schreibtisch und vom Nachwuchs gestaltete Bilder hängen an den Wänden. Eine Handpuppe in der Ecke und Orchideen als Dekoration. Ins Auge fällt auch das Brainstorming-Brett. Hier in dieser wohnlichen Atmosphäre also vergisst die Rektorin ihre Zeit.

Zuvor in Schledehausen

Seit 2014 war Nikola Wolther Konrektorin an der Schule am Berg in Schledehausen. „Dabei habe ich dann gemerkt, dass mir die Arbeit Spaß macht“, sagt die 39-Jährige. Qualifikationen in diesem Bereich hatte sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Das „halbe Jura-Studium“, wie die Mutter zweier Kinder es nennt, kam erst hinterher, als sie schon mittendrin in der Tätigkeit war.

Durch Zufall hörte Wolther dann von der Rektorenstelle an der Freiherr-vom-Stein-Schule und hat sich dort beworben. Für sie ist das naheliegend im wahrsten Sinne des Wortes, denn schließlich wohnt die Familie ebenfalls in GMHütte. Nun kann sie mal eben viel unkomplizierter an den Schreibtisch huschen. ( Weiterlesen: GMHütter Schulleiter Baumann geht in Ruhestand )

Sprachlernklasse

Inzwischen hat die 39-Jährige eine Sprachlernklasse an ihrer Schule installiert. „Das war einfach eine Notwendigkeit, als die Flüchtlingskinder vor der Tür standen, unterrichtet werden sollten und kein Wort Deutsch sprachen.“ Viel Arbeit sei das nicht gewesen, sagt Wolther, zwei Anträge habe sie in „fünf Minuten“ geschrieben. Aber sie konnte sich dabei auch auf die Unterstützung von Kollegen der Michaelisschule, wo eine solche Klasse schon länger existiert, Ehrenamtslotsen und dem Schulträger verlassen, mit dem sie die Zusammenarbeit generell als sehr gut bezeichnet. ( Weiterlesen: GMHütte richtet Sprachlernklasse für Grundschüler ein )

Seit Dezember lernen die Kinder nun in der neuen Klasse, zwei Kollegen sind eingestellt, eine Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr ist beantragt. Und auch, wenn die Arbeit dort schon seinen geregelten Gang geht, hat Nikola Wolther noch viele Pläne für ihre Schule: Eine Schulbibliothek will sie einrichten, und das Netzwerk GMHütter Grundschule würde sie gerne reaktivieren – einfach, um schnell informell mit den Kollegen an anderen Schulen in Kontakt zu sein. ( Weiterlesen: Alle Oeseder Grundschulstandorte bleiben erhalten )

Viel Arbeit also noch für die neue Rektorin der Freiherr-vom-Stein-Schule. Aber auch die wird sie getreu ihrem Motto „Wir leben vom Miteinander“ – von Eltern und Kollegium, von Schülern und Kulturen, von Stadt und Schulen und weiterführenden Instituten – zeitnah und pragmatisch angehen. Ganz wie es ihre Art ist.


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