Theaterstück zu Kinderliedern Kinder der Waldbühne Kloster Oesede glänzen

Von Frank Muscheid

Weißt du, wie viel Sternlein stehen? Gezählt haben Lotta Röser, Josh Arens, Dina Hagedorn, Jannis Exeler und Shary Plattner sie nicht, aber witzig dargestellt. Foto: Frank MuscheidWeißt du, wie viel Sternlein stehen? Gezählt haben Lotta Röser, Josh Arens, Dina Hagedorn, Jannis Exeler und Shary Plattner sie nicht, aber witzig dargestellt. Foto: Frank Muscheid

Georgsmarienhütte. „Kunterbunt“ ging es im gleichnamigen Theaterstück zu, das beim dritten Theaterkurs der Theaterpädagogischen Werkstatt (tpw) Osnabrück mit Kindern der Waldbühne Kloster Oesede entstanden ist: Fünf Darsteller von fünf bis zehn Jahren haben am Sonntag in der Aula der Realschule mit witzigen Einfällen und spritziger Schauspielkunst geglänzt.

Vorlage für die rasanten Szenen, die mit viel Situationskomik und Körpersprache 20 Minuten lang für etliche Lacher bei den rund 50 Zuschauern sorgten, waren Kinderlieder. Szenisch weitergedacht haben sie Shary Plattner, Jannis Exeler, Dina Hagedorn, Josh Arens, Lotta Röser und Luzie Vorkefeld, die wegen des Dreikönigs-Singens nicht dabei war.

Die ursprünglich sechs Kinder zauberten in wöchentlichen Proben seit November aus Improvisationen heraus kleine Theaterperlen, die beim Publikum ankamen. „Es gab kein Textbuch, kein fertiges Stück, alles haben die Kinder selbst erdacht, erarbeitet, Dialoge und Szenen überlegt, das Plakat selbst gemalt“, machte Theaterpädagogin Judith Röser vorab Appetit. Die Eltern durften „ganz stolz und glücklich sein“. (Mehr zur Theaterpädagogischen Werkstatt lesen Sie hier.)

Witzig umgesetzte Ideen

Licht aus, Vorhang auf und zu klassischen Klängen ging es gleich los: Mädchen und Jungs tanzten mit Prinzessinnen-Kronen vergnügt über die Bühne. Die Vorlage: „Froh zu sein bedarf es wenig, und wer froh ist, ist ein König.“ Damit sich anschließend „Zwei kleine Wölfe“ die Pfoten nicht an Wurzeln krumm traten, ruderten sie halt im Boot. Doof nur, wenn beim Nickerchen die Ruder wegtreiben. „Du solltest doch aufpassen.“ „Nein“ „Doch“. Nach authentisch gespieltem Streit folgte eine actionreiche Rettung: Die übrige Crew zog die Treibenden „an Land“.

Zu „Alle Vöglein sind schon da“ reichten dann Pappschnäbel und typische Körperhaltungen, um eine Vogelwiese zum Leben zu erwecken, und ein paar Kunstblumen und Rasenfetzen machten schon einen Garten zum Selbstpflücken: „Vielen Dank für die Blumen“. „Hätt‘ ich dich heut erwartet, hätt‘ ich Kuchen da“: Doch der fiel runter, wurde platt gefahren. Die verhinderte Kuchenbotin stürzte auch noch beim Weihnachtsbaumschmücken. „Wenn es weh tut, hat es geholfen“, beruhigte sie der Arzt nach der Spritze und vor der Trost-Torte.

Unfair, dass die beiden Wanzen, die „auf der Mauer auf der Lauer“ lagen, beim Picknicken beklaut wurden, aber wie hieß es doch: „Eine Möhre, die wird dich im Leben weiterbringen“. Tatsächlich: Während Gummibären- und Schokoladen-Diebe bei der Busfahrerin mit ihrer Beute abblitzten, fuhr diese die bestohlene Wanze gern für die dargebotene Karotte.

Aus drei Stühlen wird eine Szene

„Wir haben Übungen gemacht und uns Geschichten ausgedacht“, sagte Josh Arens. Eine seiner Ideen war die Kuchenszene, in der er als Arzt auftrat. Es habe alles geklappt: „Aber wir waren riesig aufgeregt.“ „Aus den Liedern haben wir Improvisationsaufgaben gemacht, daraus entstanden Geschichten und die haben wir über mehrere Proben verfestigt“, erzählte Theaterpädagogin Judith Röser. „Man stellt drei Stühle hin und sagt: Das ist jetzt mal die Mauer, auf der die Wanze sitzt. Überlegt euch mal, was sie darauf machen könnte. Daraus ist zum Beispiel die Bus-Szene entstanden. Man kann gar nicht so schnell Übungen machen, wie die Kinder sich neue Ideen ausdenken, so kreativ sind sie.“


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