„Gans oder gar nicht“ Waldbühnen-Wintermusical feiert Premiere in GMHütte

Von Danica Pieper

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Georgsmarienhütte. Sprechende Gänse, ein Graf auf der Flucht vor Zwangsheirat und Prinzessinnen, die in Schlagertexten reden, war nur einige Zutaten, mit denen „Gans oder gar nicht!“ die etwa 200 Zuschauer in der Aula der GMHütter Realschule begeisterte. Grundlage des Musicals war das Grimmsche Märchen „Die Gänsehirtin am Brunnen“, das das Jugendensemble der Waldbühne Kloster Oesede mit witzigen Dialogen, tollen Songs und engagierten Darstellern in das 21. Jahrhundert überführte.

Dass es die Grimmsche Märchenwelt auf die Musicalbühne holen kann, stellte das Jugendensemble der Waldbühne Kloster Oesede bereits im letzten Jahr mit „Quak!“, einer modernen Version des „Froschkönigs“, eindrucksvoll unter Beweis. In diesem Jahr hatte sich Komponist und Texter Patrick Hehmann mit „Die Gänsehirtin am Brunnen“ ein Märchen der Gebrüder Grimm ausgesucht, das weitaus weniger bekannt ist. „Es hat auch Vorteile, sich auf ein neues Musical einzulassen, etwa dass man das Ende noch nicht kennt“, meinte Produktionsleiter Benjamin Tschesche bei der Premiere in der Aula der Realschule.

Verfluchte Prinzessin

„Gans oder gar nicht!“, so der Titel der Musicalfassung, dreht sich um die schöne Prinzessin Malin (Annika Marstall). Ihr Vater (Julius Ruhe) hat sie vom Königshof verstoßen, da ihm ihr Geburtstagsgeschenk nicht gefallen hat. Malins Verschwinden betrübt aber nicht nur ihre Familie, sondern auch den jungen Grafen Georg (Marc Benner). Der ist vor seinem eigenen Vater geflohen, da ihn dieser mit der schrecklichen Prinzessin „Cindy aus Marzahnien“ verheiraten wollte. Stattdessen hatte Georg gehofft, die schöne Malin ehelichen zu können. Auf dem Weg zum Schloss trifft der Graf auf eine alte Gänsehirtin (Tanja Pagenstecher) und ihre fünf sprechenden Gänse. Diese wollen ihn unbedingt mit der Tochter der Hirtin, Mathilde, verkuppeln, doch Georg ist die junge Frau zu hässlich. Was er nicht weiß: Bei Mathilde handelt es sich in Wahrheit um Malin. Durch einen Fluch hat ihre innere Traurigkeit ihr Äußeres verwandelt. Erst wenn sie wieder glücklich ist, wird sie in alter Schönheit erstrahlen.

Gänse sind die Stars

Wenn es „Gans aber gar nicht!“ an etwas nicht mangelt, dann sind es schillernde Nebenfiguren – sei es der eitle, aber schwache König, seine resolute Frau (Jonna Kleimeyer) oder die beiden Prinzessinnen (Laura Stattkus und Hanna Thyen), die am liebsten in Schlagtiteln miteinander kommunizieren. Die heimliche Stars des Stücks sind jedoch die fünf Gänse: Der freche Günther (Josephine Winter), die ängstliche Gertrud (Hanna Warner), die einfältige Gisela (Leonie Bredol), die furchteinflößende Galeschka (Johanne Weber) und Öko-Gans Gabriele (Svenja Salzwedel). Ihre Eigenarten machen einen Großteil des Humors aus, sie sind – um es mit einem zentralen Satz des Märchens zu sagen – das Salz in der Suppe.

Mitreißende Songs

Ergänzt werden die spritzigen Dialoge durch viele mitreißende Songs, die von Pop-Balladen über fetzige Rock’n’Roll-Nummern bis hin zum Reggae-Gänsemarsch reichen. Unter der Regie von Farina Ruhe, Larissa Fühner und Arne Thiede ist dem Jugendensemble wieder ein tolles Wintermusical gelungen, das das Premierenpublikum hellauf begeisterte. Gans große Klasse!

Weitere Aufführungen

„Gans oder gar nicht!“ ist noch am 12., 13., 19., 20. und 23. Dezember um jeweils 15 Uhr in der Realschule zu sehen.


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