Märchenabend in der Tischlerei Märchenfrauen lesen in Georgsmarienhütte

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Georgsmarienhütte . Ganz besondere Märchenlesungen haben Ute Link und Rita Schimschak in diesem Jahr gehalten: Sie waren im September auf die dänische Insel Bornholm eingeladen, um dort in Dines Lille Maritime Café beim Märchenfestival Bornholm mitzumachen. Und die Geschichten, die sie dort vorgetragen haben, brachten die beiden Märchenfrauen auch am Dienstag mit in die Tischlerei Haunhorst in Georgsmarienhütte.

„Als Gott die Welt erschuf, behielt er vom Schönsten eine Handvoll bis zum Schluss zurück. Das warf er in die Ostsee – und so entstand Bornholm“, erklärte Linke zu Beginn des Abends in Anspielung auf eine skandinavische Legende. Währenddessen bullerte der Kamin in der Tischlerei Haunhorst, ihre Zuhörer folgten ihr zugleich ge- und entspannt, und die Musiker Karl-Heinz Rolf und Jörg Pohlmann warteten mit gestimmten Instrumenten auf ihren Einsatz. Link und Schimschak hatten ihre Lieblingsmärchen dabei, dazu zählten neben der Kristallkugel von den Gebrüdern Grimm unter anderem das irische Märchen von Danny o‘Connor, das Puschkin-Märchen „Das Fischlein“ und Hans Christian Andersens „Prinzessin auf der Erbse“.

Von Trollen und wagemutigen Jünglingen

In Grimms Märchen sollte ein wagemutiger Jüngling Recht behalten, als er erklärte: „Mich kann nichts abhalten!“ Mit Unterstützung seiner verzauberten Brüder befreite er nicht nur diese, sondern auch eine wunderschöne Prinzessin von einem bösen Bann und rettete sie.

Die Rolle der Helfer übernahmen in dem von Link anschließend frei vorgetragenen irischen Märchen kleine Trolle. Sie verhalfen dem jungen Bauern Danny nicht nur zu einer Frau, sondern auch zu Geld und Land.

Musik punktgenau abgestimmt

Passend dazu sangen Rolf und Pohlmann zur Melodie des irischen Songs „Free Gips“ einen eigenen Text mit Bezug zum soeben gehörten Märchen. Das war eine von mehreren Variationen, die sie extra für diesen Abend vorbereitet hatten. Ebenso wie die ausgewählten Märchen zeichneten sich auch die Liedtexte durch ihren feinen Humor aus. Davon abgesehen unterstrichen die beiden Musiker durch den Einsatz wechselnder Instrumente – auch innerhalb eines Stückes – von Gitarre über Bouzouki und Klarinette bis hin zur Flöte jeweils den Charakter ihrer Lieder.

Begeistertes Publikum.

Beim Publikum kam das Programm gut an: „Die Märchen sind so feinsinnig und immer mit Humor vorgetragen“, erklärte Gabi Schmitz, die zudem die angenehme Atmosphäre und die musikalischen Einlagen lobte, während ihre Freundin Martina Koester feststellte: „Die Märchenabende sind immer eine Oase im Alltag.“ Angelika Neubauer wiederum berichtete in Bezug auf die Märchenauswahl: „Ich finde es ganz spannend, mich überraschen zu lassen.“ Und Christine Warning stellte fest: „Die beiden Märchenfrauen haben sehr schöne, warme Stimmen. Da kann man sehr gut zuhören.“

Bunte Märchenvielfalt

Mit Alexander Sergejewitsch Puschkins Märchen vom Fischlein ging es nach der Pause weiter. Und während darin die undankbare und gierige Frau des Fischers eine Lehre erteilt bekam, war im jüdischen Märchen „Morgen ist Morgen“ der König derjenige, der von einem gewitzten Flickschuster etwas lernen konnte. Nicht fehlen durfte an diesem Abend natürlich ein Märchen des Dänen Hans Christian Andersen: Schimschak trug die originale Geschichte von der „Prinzessin auf der Erbse“ vor. Und Linke konterte der Variante „Prinzessin auf dem Stein“. Darin schmuggelte der verliebte Prinz frei nach dem Motto „sicher ist sicher“ noch einen großen Stein neben die kleine Erbse unter den Matratzenberg, auf dem die Prinzessin schlief. Die dritte Variante der Geschichte lieferten dann noch Rolf und Pohlmann.

Das Bornholmer Märchenfestival

Während die Zuhörer noch schmunzelnd die Tischlerei verließen, berichtete Link im Gespräch mit den NOZ Medien vom Märchenfestival auf Bornholm: „Ich habe mir schon immer gewünscht, einmal dort hinzufahren“, so Link, die allerdings nie gedacht hätte, dass sie dort nicht zuhören, sondern selbst vorlesen würde. Das Märchenfestival wurde in diesem Jahr zum 13. Mal von Juni bis September von dem Deutschen Eduard Dahlmann auf Bornholm organisiert.

Zum Festival kommen jedes Jahr aus ganz Europa deutschsprachige Märchenerzähler auf die Insel. „Wir haben schon auf der Fähre angefangen, und dort die ersten Märchen erzählt“, berichtete Link, die mit ihrer Kollegin einer Woche auf Bornholm blieb und zwei Märchenabende in Dines Lille Maritime Café am Küstenwanderweg zwischen Gudhjem und den Helligdomsklippen bestritt. „Das war wunderschön und einfach ein tolles Erlebnis“, erinnerte sich Link.


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