Mobil im Alter Fahrsicherheitstraining für Senioren in GMHütte


Georgsmarienhütte. Selbst wer seit Jahrzehnten Auto fährt, ist nicht davor gefeit, dass in fortgeschrittenem Alter die Fahrtüchtigkeit nachlässt. Das muss nicht jedoch nicht zwingend so sein: Beim Fahrseminar „Fit fürs Auto“ an der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Georgsmarienhütte lernten zwölf Senioren, wie sie ihre Fahrtüchtigkeit verbessern können.

Es war das erste Mal, dass das Fahrsicherheitstraining für Senioren „Fit im Auto“ im Landkreis Osnabrück stattfand, dementsprechend groß war das Interesse: Vertreter von Landesverkehrswacht, Bundeswirtschaftsministerium, Landespolizeipräsidium, Landkreis Osnabrück und Fahrlehrerverband waren gekommen, um der Premiere an der Feuerwehrtechnischen Zentrale in GMHütte beizuwohnen. Das Training begann einst als Pilotprojekt im Landkreis Diepholz, mittlerweile sind die Landesverkehrswacht und ihre Kooperationspartner bemüht, „Fit im Auto“ auf ganz Niedersachsen auszuweiten. Der Grund: Mit dem demografischen Wandel steigt nicht nur die Zahl der älteren Bürger, sondern auch die Zahl der älteren Autofahrer. Diese haben ab dem 75. Lebensjahr ein deutlich höheres Unfallrisiko als Autofahrer mittleren Alters.

Auf Eigenverantwortung setzen

Alle Vertreter betonten, dass niemand „Repressalien“ wolle. Gesundheitschecks für Senioren seien kein Thema, stattdessen wolle man auf Eigenverantwortung setzen. Das bedeutet nicht, die Älteren dazu zu bewegen, ihr Auto stehen zu lassen. Gerade in ländlichen Gebieten könnten viele nicht auf ihr Fahrzeug verzichten, wenn sie mobil bleiben wollen: „Wir werden noch sehr lange auf das Auto angewiesen sein“, so Christoph Wilk vom Bundeswirtschaftsministerium. Stattdessen soll Senioren die Möglichkeit gegeben werden, ihre Fahrtüchtigkeit zu trainieren: „Es passiert etwas mit uns im Alter, da müssen wir gegensteuern“, meinte Jörg Müller vom Landespolizeipräsidium.

Richtig bremsen

Zwölf Senioren waren bei der Premiere von „Fit im Auto“ dabei. Nach einer allgemeinen Einführung ging es für sechs Teilnehmer auf den Übungsplatz, wo ein Sicherheitstrainer der Verkehrswacht erklärte, wie sie ihren Sitz und ihre Spiegel korrekt einstellen. Auch Slalom fahren, Rangieren und Parken stand auf dem Programm. Am wichtigsten waren jedoch die Bremsübungen: „Viele habe nie gelernt, wie man eine Vollbremsung macht“, erklärte Roswitha Bothe von der Landesverkehrswacht. Die anderen sechs Senioren setzten sich derweil jeweils zu dritt mit einem Fahrlehrer in ein Fahrschulauto und nahmen am Realverkehr teil. Während der eine fuhr, beobachteten die anderen beiden dessen Stärken und Schwächen. Hinterher tauschten die Gruppen, bevor sie am Ende ihre Erfahrungen teilten.

Angst vor Führerscheinentzug

Teilnehmer Harry Utrecht ging es vor allem darum, den „Routineteufel“ zu bekämpfen und seine Fähigkeiten zu trainieren: „Man sollte das rechtzeitig schulen“, meinte der 65-Jährige. Tatsächlich empfehle es sich, bereits ab 50 Jahren seine Fahrtüchtigkeit zu trainieren, erklärte Dietmar Bohlen vom Fahrlehrerverband. Viele ältere Fahrer hätte allerdings Angst, eine Fahrschule zu betreten oder befürchteten gar fälschlicherweise, ihren Führerschein am Ende abgeben zu müssen. Bohlen: „Solche niedrigschwelligen Angebote sind sehr wichtig.“


Zwei weitere Trainings finden am 9. und 16. Oktober von 13 bis 18 Uhr an der Feuerwehrtechnischen Zentrale in GMHütte, Lübecker Straße 1, statt. Anmeldungen nimmt Manfred Motzek vom Landkreis Osnabrück per E-Mail unter manfred.motzek@lkos.de entgegen. Die Gebühr pro Person beträgt 30 Euro.

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