GMHütter Hundeschule auf Tour Gymnastikball und Unterwasserlaufband für Hunde

Meine Nachrichten

Um das Thema Georgsmarienhütte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Georgsmarienhütte. Auf dem Wackelbrett balancieren, einen Hindernisparcours überwinden und sich sogar auf einem Unterwasserlaufband fortbewegen. Der Besuch einer Hundeschul-Gruppe in der Physiotherapie-Praxis für Tiere in Holzhausen war sowohl für die Vierbeiner als auch ihre Besitzer eine ganz neue Erfahrung.

Pudelmischling Caniche springt behände auf den Doppelgymnastikball. Das Sitzen klappt auf dem wackeligen Gummigebilde ganz gut, aber ob Caniche es auch schafft auf seinen vier Pfoten darauf zu stehen? „Das wäre das Ziel dieser Übung“, erklärt Physiotherapeutin Ramona Ostendorf, „vom Hund wird dabei Kraft und Koordination gefordert, viele Muskeln werden beansprucht und gestärkt.“

Balancieren auf einem Ball

Während Caniche auf dem Ball balanciert, wagt sich Australian-Shepherd-Rüde Fiete zusammen mit Frauchen Katharina Wöbke auf das Trampolin. Die Hundehalterin verlagert das Gewicht und auch hier muss der Hund das Gleichgewicht halten, wodurch vor allem die Rückenmuskulatur gestärkt würde. Wackel- und Rollbrett, kleine Hindernisse – sogenannte Cavaletti und Massagebürsten zur Durchblutungsförderung sind weitere physiotherapeutische Geräte, die Hund und Halter ausprobieren.

„Wichtig ist bei allen Übungen, dass die Hunde Spaß daran haben. Niemand wird hier gezwungen. Für jede Muskelgruppe gibt es unterschiedliche Übungen, sodass man diejenige wählen kann, die dem Tier am angenehmsten ist“, erklärt Tierarzt und Hundetrainer Olaf Gabriel, der den Besuch der Hunde in der Physiotherapiepraxis initiiert hat. Als Hundetrainer arbeitet er nach dem Konzept Training im Alltag für den Alltag.

Übungen ohne Druck

Ganz ohne Druck sollen Hunde bei ihm lernen, in Situationen zurecht zu kommen, die ihnen bisher fremd sind, aber in die sie vielleicht im Laufe ihres Lebens hineingeraten. „Neben Zug- oder Busfahren kann das auch der Besuch einer Physio-Praxis sein“, dachte sich Olaf Gabriel. So lernten die Hunde in Holzhausen nun bereits Übungen und Geräte kennen, ehe sie diese Therapieformen tatsächlich benötigen und die Hundehalter erfuhren, was sie zur Vorbeugung von Gelenk- und Muskelproblemen für ihre Vierbeiner tun können. Zudem sollte dieses Training auch die Bindung zwischen Hund und Halter stärken, da sich das Tier bei manch einer Übung auf Frauchen oder Herrchen verlassen muss.

Der sieben Monate junge Deutsch-Langhaar-Mischling Hanno liegt entspannt auf der Massageliege und lässt sich von Ramona Ostendorf „durchkneten“. „Wollen wir jetzt auch mal das Unterwasserlaufband ausprobieren?“, richtet sie sich an Besitzerin Karla Bischof. Das Unterwasserlaufband kommt in der Physiotherapie bei Hunden zum Einsatz, die Verschleißerscheinungen an den Gelenken, Arthrosen oder Muskelverspannungen haben, sei es durch das Alter, sportliche Aktivitäten oder Fehlstellungen.

Laufband lindert Schmerzen

Auch nach Knochen- und Gelenk-Operationen soll das Laufband Schmerzen lindern. „Hat ein Tier Schmerzen, versucht es bestimmte Bewegungen zu vermeiden. Derartige Schonhaltungen können die Beschwerden aber auf Dauer noch weiter verschlechtern“, weiß Tierarzt Olaf Gabriel, der betont, dass Physiotherapie am besten in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt und idealerweise auch mit dem Hundetrainer stattfinden sollte, damit die Behandlungsansätze ineinandergreifen können.

Je nach Krankheitsbild des Hundes füllt die Physiotherapeutin das Becken, in dem sich das Laufband befindet mit warmen oder kälterem Wasser. „Warmes Wasser ist gut für die Muskelentspannung. Hat ein Hund aber Herzprobleme, beansprucht warmes Wasser seinen Kreislauf zu sehr. Da eignet sich besser kühles Nass, vorausgesetzt der Hund ist medikamentös so eingestellt, dass er das Laufband nutzen kann“, erklärt Ramona Ostendorf.

Nach rund zwei Stunden Physio-Training sind die Hunde „platt wie Oskar“. Nach so vielen neuen Eindrücken und körperlicher Betätigung haben sie sich Leckerlis zur Belohnung und eine Pause vor dem Nachhauseweg verdient. „Ja, das Unterwasserlaufband hat es in sich. Bis zur Brust im Wasser wir das Gewicht das auf den Gelenken lastet zwar reduziert, aber zehn Minuten auf dem Laufband im Wassergegenstrom ist für Hunde genau so anstrengend, wie für uns eine Unterrichtsstunde Wassergymnastik“, meint die Physio-Expertin, während sie die interessierten Hundefreunde durch ihre Praxis führt und zusammen mit dem Tierarzt noch offene Fragen beantwortet.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN