Bewährungsstrafe für Mann GMHütte: Gestohlene Uhren zum Kauf angeboten

Von Danica Pieper

Weil er mehrere Uhren aus einem Einbruch in ein GMHütter Juweliergeschäft verkaufen wollte, erhielt ein Bosnier eine achtmonatige Bewährungsstrafe. Symbolfoto: Colourbox.deWeil er mehrere Uhren aus einem Einbruch in ein GMHütter Juweliergeschäft verkaufen wollte, erhielt ein Bosnier eine achtmonatige Bewährungsstrafe. Symbolfoto: Colourbox.de

Georgsmarienhütte/Bad Iburg. Ob der Angeklagte an dem Einbruch in ein Georgsmarienhütter Juweliergeschäft beteiligt war, konnte das Amtsgericht Bad Iburg nicht klären. Fest steht jedoch, dass der Mann versuchte, mehrere von den dort erbeuteten Uhren zu verkaufen. Dafür erhielt er eine Bewährungsstrafe von acht Monaten.

In der Nacht vom 12. auf den 13. März 2012 waren unbekannte Täter in ein GMHütter Juweliergeschäft eingebrochen, wo sie Uhren im Wert von knapp 14300 Euro sowie Goldketten im Wert von rund 15000 Euro erbeuteten. Wie ein Polizeibeamter aus GMHütte erklärte, hatten zwei Männer zuvor das Geschäft ausgekundschaftet. Dass sie anschließend auch bei dem Juwelier einbrachen, konnten ihnen allerdings nicht nachgewiesen werden, ebenso wenig wie eine Beziehung zu dem Angeklagten.

Acht Uhren

Bei dem Beschuldigten handelte es sich um einen Mann aus Bosnien-Herzegowina, der zum Tatzeitpunkt in GMHütte lebte. Die Polizei hatte ihn festgenommen, nachdem er mit einem Bekannten versucht hatte, acht Uhren an einen Juwelier aus Osnabrück zu verkaufen. Wie sich herausstellte, stammten sechs der Uhren aus dem GMHütter Einbruch. Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs fand die Polizei noch drei weitere Uhren, die in Socken eingewickelt im Motorraum versteckt waren. Auch diese waren dem GMHütter Juwelier gestohlen worden.

Ominöser Bekannter

Gegenüber der Polizei hatte der Angeklagte erklärt, die Uhren von einem Freund aus dem Ruhrgebiet erhalten zu haben. Er habe nicht gewusst, dass es sich dabei um Diebesgut handelte. Er habe die Uhren für 350 bis 400 Euro pro Stück verkaufen wollen, wovon sein Bekannter 300 Euro für jede Uhr erhalten sollte. Zunächst erklärte der Beschuldigte, dass sein Freund ihm acht Uhren ausgehändigt habe. Nachdem weitere Uhren im Fahrzeug gefunden wurden, korrigierte er die Zahl auf elf. Den Bekannten konnte die Polizei nicht ausfindig machen: „Es ist fraglich, ob diese Person überhaupt existiert“, erklärte der zuständige Beamte vor Gericht.

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Wiedereinreiseverbot für Angeklagten

Die Staatsanwältin hielt dem Angeklagten zugute, dass er den Vorwurf der Hehlerei eingeräumt hatte und zum Tatzeitpunkt nicht vorbestraft war. Aufgrund der Hochwertigkeit der Uhren sei eine Freiheitsstrafe jedoch unumgänglich. Sie forderte acht Monate Haft auf Bewährung sowie 80 Stunden gemeinnützige Arbeit. Der Verteidiger plädierte für eine Bewährungs- oder Geldstrafe wegen Hehlerei. Einen Diebstahl könne man seinem Mandanten nicht nachweisen. Der Verteidiger gab zu Bedenken, dass sein Mandant nach der Festnahme zwei Monate in Untersuchungshaft verbracht hatte und im Anschluss nach Bosnien-Herzegowina abgeschoben sowie mit einem dreijährigen Wiedereinreiseverbot belegt wurde: „Das hat ihn beeindruckt.“

Erheblicher Umfang

Der Vorsitzende Richter sprach den Beschuldigten vom Vorwurf des Diebstahls frei, verurteilte ihn wegen Hehlerei jedoch zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten. „Hier sollte in erheblichem Umfang Diebesgut verhökert werden“, so der Richter. Dass der Angeklagte nichts von der Herkunft der Uhren gewusst haben will, glaubte der Vorsitzende nicht: „Ich bin positiv überzeugt, dass Sie wussten, dass die Uhren aus illegalen Quellen stammen.“