Schüler-AG an der Realschule Honig aus GMHütte auf der Erfolgsspur



Georgsmarienhütte. Rund zehn Schüler aus allen Jahrgängen der Realschule GMHütte nehmen regelmäßig an der Imker-AG teil. Obwohl sie eigentlich schon feierlich aus der Schule entlassen worden waren, waren jetzt auch vier Absolventen der Realschule dabei – zur Honigernte.

War die Frühtracht ein heller cremiger Honig, der vor allem aus Rapsblüten gewonnen wurde, lief während des letzten Treffens der Bienen-AG vor den Sommerferien ein dunkler dickflüssiger Honig aus der Honigschleuder. „Jetzt haben unsere Bienen wohl vermehrt im Wald gesammelt“, analysiert Andreas Müskens, Biolehrer und erfahrener Imker, die zweite Honigernte dieses Jahres. Mit seiner Kollegin Barbara Stahl leitet er seit dem Frühling 2014 die Imker-AG an der Realschule.

Mit Schutzkleidung

Zur Honigernte nähern sich die Hobby-Imker in Schutzkleidung den Bienenstöcken. Müskens entnimmt den Beuten die wabengefüllten Rähmchen und reicht sie an Jan und Marcello weiter, die letzte Bienen mit einer weichen Bürste wegfegen: „Die wollen wir nicht mitnehmen in die Schulküche.“

Dort kommen die Entdeckelungsgabeln zum Einsatz. Mit dem Spezialgerät entfernen Jonas, Yannik, Maren und Hannah die dünnen Wachsdeckel von den Waben, damit der Honig hinausgeschleudert werden kann. Dies geschieht in einer großen Honigschleuder aus Edelstahl. Nach wenigen Minuten fließt der süße Saft aus dem Hahn. Er wird sofort gesiebt, damit keine Wachsreste ins Glas kommen.

Den Anstoß zur AG-Gründung hat vor über einem Jahr die Deutsche Bundesumweltstiftung (DBU) gegeben, die ausgewählte Schulen mit einer Anschubfinanzierung zum nachhaltigen ökologischen Wirtschaften mit Bienenvölkern „anstacheln“ wollte. An der Realschule unterstützte auch der Förderverein die Jungimker.

Umwandlung in Schülerfirma

Dank der starken Nachfrage nach dem leckeren Hütten-Honig wird die AG wohl bald in eine Schülerfirma umgewandelt werden können. „Nach drei Jahren wird’s wirtschaftlich“, laute eine Imker-Erfahrung, so Müskens. Als gelungen bewerten die Lehrer das Projekt zudem in anderer Hinsicht: „In der außerunterrichtlichen Zusammenarbeit kommen ganz andere Stärken der Kinder und Jugendlichen zum Tragen, sie entwickelt Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit.“

Neben ihrer Tätigkeit in der AG haben sich etliche Mitglieder auch privat der Imkerei verschrieben. Timo und Lukas Frankenberg bewirtschaften in Holzhausen vier eigene Bienenvölker. „Wir haben bei unserer ersten Ernte in diesem Jahr 47 Kilogramm Honig geschleudert“, geben sie nicht ohne Stolz zu Protokoll.

Neue Bienenvolkableger

Sie sind so engagiert bei der Sache, dass sie auch Ableger bilden. So nennt der Imker das Heranziehen neuer Bienenvölker aus dem Altbestand. Ein anderer Schüler, der an diesem Mittwoch nicht dabei ist, habe zwei Bienenvölker zum Geburtstag bekommen, erzählen die Mitschüler. Und auch Barbara Stahl frönt dem Bienenhobby neuerdings privat. Mit ihrem Kollegen Björn Windmann bewirtschaftet sie fünf Völker und zieht sich sieben Ableger heran.


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