SD Automotive hofft auf positives Signal Plan A für 300 Arbeitsplätze ist Malbergen

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Die Vorplanung des Meppener Planungsbüros für einen neuen Standort des GMHütter Unternehmens SD Automotive im Stadtteil Malbergen. Links das vorgesehene Regenrückhaltebecken.  Grafik: R& P IngenieurgesellschaftDie Vorplanung des Meppener Planungsbüros für einen neuen Standort des GMHütter Unternehmens SD Automotive im Stadtteil Malbergen. Links das vorgesehene Regenrückhaltebecken. Grafik: R& P Ingenieurgesellschaft

Georgsmarienhütte. Das GMHütter Unternehmen SD Automotive ist auf Wachstumskurs und hat große Pläne: Bis zu 300 Arbeitsplätze könnten im Stadtteil Malbergen auf einer acht Hektar großen Fläche westlich des Harderberger Weges im Bereich Auf der Masch entstehen, wenn es ein positives Signal von Politik und Anwohnern gibt.

Montagabend stand das Thema im Stadtplanungsausschuss auf der Tagesordnung, Dienstag werden die Malberger Bürger über die Expansionspläne informiert. Es zeichnet sich Widerstand gegen den favorisierten Standort für eine neue Montagewerkstatt plus Logistikzentrum und Materiallager ab.

„Sie werden nicht mit wehenden Fahnen willkommen geheißen“, verabschiedete der Stadtplanungsausschuss-Vorsitzende Thorsten Schoppmeyer denn auch Planer Ansgar Winkeler von einer Meppener Ingenieurgesellschaft am Montag der Präsentation der Pläne. Knapp eine Stunde lang waren zuvor die von SD Automotive beauftragten Planungen vorgestellt und dann Fragen zum Projekt beantwortet. Es gebe noch vieles zu klären und jetzt würden sich zunächst die Fraktionen eine Meinung bilden, erklärte Schoppmeyer zu den nächsten Schritten und machte deutlich: „Wir sind noch ganz an Anfang des Prozesses.“

Gewisser Zeitdruck

Der steht aber unter einem gewissen Zeitdruck. Denn Idealvorstellung von SD Automotive ist, bis Frühjahr 2016 die Flächennutzung- und Bauleitplanung abzuschließen und über einen rechtskräftigen Bebauungsplan zu verfügen, wie Planer Winkeler am Montag erläuterte. „In der Automobilindustrie geht es um schnelle Realisierungen, da sonst möglicherweise Mitbewerber zum Zuge kommen. SD Automotive möchte in GMHütte wachsen, aber falls längere Verzögerungen absehbar sind, gibt es auch einen Plan B mit einer Investition an einem anderen Standort“, machte er zum neuen „SD Automotive“-Geschäftszweig deutlich.

Das 1984 von Markus Dröge und Wilfried Seltmann gegründete Unternehmen, das für Audi, VW, BMW und Opel tätig ist, einen Jahresumsatz von rund 40 Millionen Euro hat und aktuell rund 450 Mitarbeiter zählt, plant auf einer Fläche von rund 20000 Quadratmetern zwei Gebäude zu errichten: ein bis zu 25 Meter hohes Logistikzentrum mit Hochregellager und Verwaltungstrakt sowie sechs miteinander verbundene Produktionshallen. Insgesamt könnten bis zu 300 Arbeitsplätze entstehen.

Die Überlegungen des Planungsbüros sehen vor, die Verkehrsanbindung über den Harderberger Weg vorzunehmen. Zum möglichen Fahrzeugaufkommen könnten aber noch keine Angaben gemacht werden. Als wichtiger Punkt wird die Hochwasserproblematik gesehen. Planer Winkeler: „Es wird an eine überdimensionierte Regenrückhaltung mit einem autarken Regenwasser-Entwässerungssystem gedacht.“

Bürgermeister Ansgar Pohlmann hatte zuvor noch einmal darauf hingewiesen, dass GMHütte Flächen der benötigten Größenordnung nicht vorhält, sondern jeweils geprüft werden muss, ob es Ansiedlungsmöglichkeiten gibt. Es gehe in diesem Anfangsstudium darum, ein Bild zu bekommen, ob es Sinn macht, in die Bauleitplanung einzusteigen. An anderer Stelle sei die Anweisung eines Gewerbegebiets solcher Größenordnung nicht möglich.

Fraktionen am Zug

Die Fragen der Ausschussmitglieder bezogen sich vor allem auf die Verkehrs-, Lärm- und Flächenfragen. Äußerst kritisch wird die Standortfrage von Malberger Bürgern gesehen, die in einer Sitzungsunterbrechung ihre Fragen stellen konnten. So wies ein Anlieger darauf hin, dass sich seit dem Gutachten von 2008 zu den Nutzungsmöglichkeiten der Malberger Fläche vor allem im Hinblick auf die Hochwasserschutzproblematik einiges geändert habe. Eine Aneinanderreihung von Regenrückhaltebecken sei aus Sicht der Anwohner keine Lösung und als Vorschlag „nicht akzeptabel“. Es gehe nicht darum, dass Projekt grundsätzlich zu verhindern, aber hier müssten die Planungen kritisch überdacht werden.

Anstoß genommen wird auch auf die vorgesehene Dimensionierung des Hochregellagers. Ein Malberger zeigte sich „entsetzt“ von der vorgesehenen Gebäudehöhe von mehr als 25 Metern: „Das Landschaftsbild ist dafür völlig ungeeignet.“ Er werde alles tun, dass die Pläne nicht so realisiert werden.

Die Frage, ob das Gewerbegebiet Osterheide/Harderberger Weg weiterentwickelt werden soll, wird jetzt zunächst in den Fraktionen beraten. Bürgermeister Pohlmann: „Alle Beteiligten wissen, dass es sich bei den Flächen um einen sensiblen Bereich handelt.“ Er hofft, dass es bis zur nächsten Ausschuss-Sitzung Mitte Mai ein Meinungsbild der Politik gibt, ob es Sinn macht, in die notwendigen weiteren Planungen einzusteigen – oder nicht. GMHüttes Bürgermeister: „Dann sehen wir weiter.“


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