Grau, Kupfer und Türkis Ausstellung „Zwischen Himmel und Erde“ in Villa Stahmer

Stellen ihre Bilder und Keramiken in der Villa Stahmer aus: Beatrice Gunschera und Monika Leonhard (v.l.).Foto: Egmont SeilerStellen ihre Bilder und Keramiken in der Villa Stahmer aus: Beatrice Gunschera und Monika Leonhard (v.l.).Foto: Egmont Seiler

Georgsmarienhütte. Mit einer Vernissage wurde am Sonntag die Ausstellung „Zwischen Himmel und Erde“ mit Bildern von Monika Leonhard und Keramiken von Beatrice Gunschera in der Villa Stahmer in Georgsmarienhütte eröffnet.

Bürgermeister Ansgar Pohlman begrüßte die Künstlerinnen und Gäste, überließ die Beschreibung der zu sehenenden Werke jedoch Marianne Lohmann, da er eine eher „pragmatische und subjektive Herangehensweise“ an Kunst habe.

„Die eine schlägt auf Ton ein, die andere zerschneidet ihre Bilder – beide schrecken vor Nichts zurück“, resümierte Lohmann am Ende ihrer Rede. Denn Gunschera arbeitet nicht nur mit archaischen Brandtechniken, sondern bearbeitet den Ton teilweise auch mit Schlaghölzern und einer „beherzten Schlagtechnik“. Leonhard wiederum verarbeitet in ihren „Malbüchern“ zerschnittene, bemalte Flächen, die sie zu „spannenden Buchobjekten“ zusammenfügt.

In der Villa Stahmer sind von Gunschera vor allem Gefäße zu sehen, deren klare, schlichte Formgebung eine perfekte Basis für die teilweise metallisch schimmernden Glasuren sind. Diese stellt die Künstlerin in der Raku-Technik her. Das ist ein Niedrigbrandverfahren, bei dem die Keramiken aus dem Ofen kommen und in Sägemehl gewälzt werden. „Hier muss man viel dem Zufall überlassen“, so die Künstlerin, die zudem unter anderem eine Reihe menschlicher Figuren präsentiert, die Leonhards Bilder zu ergänzen scheinen.

Leonhards Arbeit würde durch die Leidenschaft des Sammelns geprägt, erklärte Lohmann, die zudem darauf hinwies: „Ihre erdigen Farben werden von wenigen kontrastierenden Farben subtil ergänzt – helles Türkisblau, dunkel schimmerndes oder feurig leuchtendes, warmes Dunkelrot sowie zarte Sand- und Pudertöne.“ Außerdem würden die ungegenständlichen Motive aufgrund vieler Übermalungen geradezu eine „Räumlichkeit“ erhalten.

Besonders fasziniert waren die Besucher von den Stachelschweinborsten, die aus einigen Keramik-Gefäßen herausschauten. Aber auch das glänzend schimmernde Innere des größten Gefäßes mit seinem Farbverlauf von Türkis zu Kupfer wurde vielfach bestaunt.

Bei Leonhards Arbeiten wiederum faszinierte Lohmann unter anderem, dass sie diese stets neu entdecken würde: „Auch wenn man denkt, man hat schon alles gesehen.“

„Ich finde die Qualität der Bilder von Monika Leonhard einfach genial, die Ideen, die sie hat, und die Kombination der Techniken“, erklärte Petra Grewe und fügte hinzu: „Ich mag auch die Formen und die Raku-Technik von Beatrice Gunschera – das ist Kunst auf hohem Niveau.“ Dem konnte Petra Riesenbeck nur zustimmen: „Ich bin ganz begeistert von Monikas Einsatz des Türkis. Das tut ihrer Malerei total gut.“ Aber auch die Konstellation von Leonhards Bildern und Gunscheras Keramiken gefalle ihr gut.

Und während die Keramikerin im Gespräch mit der Neuen OZ berichtete, die beiden hätten sich im Vorfeld überhaupt nicht abgestimmt, verriet Leonhard: „Wir hängen zuerst immer die Bilder auf und stellen dann die Keramiken dazu.“

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 31. Mai, in der Villa Stahmer dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr sowie von 15 bis 18 und sonntags von 10 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr zu sehen.


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