Von Bach über Gershwin bis hin zu Abba Schülerkonzert der Kreismusikschule in Georgsmarienhütte



Georgsmarienhütte. Nein, ein weihnachtlich inspiriertes Konzert war es wahrlich nicht, wie man vermuten konnte. Weniger stimmungsvoll war es deshalb aber keineswegs, was die Regionalstelle Georgsmarienhütte/Hasbergen der Kreismusikschule Osnabrück in ihrer bestens besuchten Aula in Oesede mit ihrem Schülerkonzert darbot.

„Musik ist unser Ding“ ist das Motto der Musikschule. Und das brachten die vielen Musiker vom Erstklässler bis zum Abiturienten auch tatsächlich ebenso glaubhaft wie eindrucksvoll den zahlreichen Besuchern rüber.

Der jüngste Künstler an der Blockflöte ist gerade mal sechs Jahre alt. „Wir proben drei- bis viermal nach den Sommerferien und treten danach auf“, erläutert Regionalleiter Walter Kruse. Mit Weihnachten habe das Konzert „direkt nichts zu tun“. Seine in der Begrüßung anfänglich geäußerte Sorge, „hoffentlich kommen wir gut durch“, erwies sich als völlig unbegründet. Das Engagement und die Leidenschaft der heranwachsenden Musiker war geradezu mit jedem Ton spürbar, ob Solo, im Duett oder im Ensemble. Ebenso eindrucksvoll war auch das aufgebotene Instrumentarium, das sowohl Blockflöte und Gitarre, Trommel, Pauke sowie Becken, Piano, Vibrafon als auch Violoncello, Querflöte und Piano umfasste.

Verschiedene Genres

Sie führten den Zuhörer in einem Kaleidoskop verschiedener Genres in die Welt der Klassik mit Johann Sebastian Bachs „Adagio/Allegro“ aus Sonate E-Dur, George Gershwins „Präludium“ sowie der Folklore und populärer Musik wie „Money, Money. Money“ von Abba, dargebracht vom Kinderorchester.

Sogar der afro-amerikanische Blues mit „Too sharp Blues“ war zu vernehmen. Beeindruckend hier das Spiel von Lennart Spreckelmeyer am Altsax. Für mächtigen Wirbel sorgte das vierköpfige Percussion-Ensemble mit diversen Schlaginstrumenten. Nicht weniger gekonnt war auch ihre Body-Percussion ganz ohne die Resonanzböden ihrer Trommeln. Allein mit Händeklatschen, Beinen und Fußgetrappel demonstrierten die Jugendlichen eindrucksvoll ihr erstaunlich körperbetontes Rhythmusgefühl und „was alles mit seinem eigenen Körper möglich ist“, war Kruse nicht ohne Stolz auf die Truppe.

So ganz auf adventliches Flair wollte man dann aber doch nicht verzichten. Dafür sorgte „Santa Claus is comin’ to town“ mit Livia Koldehoff am Violoncello und Lechoslaw Kubasik am Klavier. Die verregnete und trübe Witterung des Abends intonierte die 16-jährige Isabell Hagemeyer am Piano mit „November“ in der warmen Stube der Aula. Diese konnten allerdings Tim Werner und Svenja Bachmann mit den exotischen Klängen der Marimba und ihren Ausflügen in die Karibik locker vertreiben.

Mehr als 200 Konzerte

Unwillkürlich drängt sich dem Beobachter angesichts der Klangfülle, der individuellen musikalischen Fähigkeiten oder des Zusammenspiels im Ensemble die Frage auf: Wie kommt man eigentlich als heranwachsender Jugendlicher vom allenthalben so beliebten und scheinbar unentbehrlichen Smartphone zu einem solch eher außergewöhnlichen Instrument wie dem Fagott? Er habe als Schulprojekt in Bielefeld eine Oper besucht, und „das Fagott hat mich am stärksten beeindruckt“, bekennt der 12-jährige Malte Herzog, der seit gut einem Jahr in sein Instrument verliebt ist.

Mehr als 200 Konzerte und Aufführungen veranstaltet die Kreismusikschule jährlich. Von Darbietungen der Früherziehungskinder bis zum Sinfonieorchester zeigen Musikschüler jeden Alters ihr Können. Und was ist für sie schöner als ein anhaltender Applaus nach einem gelungenen Auftritt?


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