70 Teilnehmer im Jugendforum Paten für junge Ideen in Georgsmarienhütte

Von Frank Muscheid

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Die Teilnehmer des Jugendforums im Rathaus von Georgsmarienhütte. Foto: Egmont SeilerDie Teilnehmer des Jugendforums im Rathaus von Georgsmarienhütte. Foto: Egmont Seiler

Georgsmarienhütte. „Ich bin begeistert und beeindruckt“, lobte Bürgermeister Ansgar Pohlmann die rund 70 Jugendlichen beim Georgsmarienhütter Jugendforum am Donnerstag im Rathaus: „Es ist Gold wert, wenn ihr bereit seit, euch einzubringen“. Die Impulse des ersten Jugendforums einer Kommune in der Region konnte auch Ratsmitglieder und Verwaltung überzeugen. Viele sicherten ihre Unterstützung zu.

Einer Jugendgruppe schwebt ein Generationen-Café in der Hindenburgstraße als wohnortnahes Familienausflugsziel vor. Wenn es nach Gebro Lahdo, Joussef Barakat, Robin Kloweit, Lilli Lembeck, Sonja Waldmann, Simon Fricke und Ella Vennemann geht, wird ein Gebäude wie die ehemalige Eisdiele zu einem von Vereinen und jugendlichen Freiwilligen regelmäßig betriebenen Treffpunkt mit von Stadt und Unternehmen gesponserter Gastronomie.

Eine andere Gruppe würde gern die „Soundkitchen“ im Michaelistreff durch günstige Vermietung oder Kooperation mit Gesangsvereinen aufrecht erhalten – Musiker wie „Not Made“ oder „Sevim“ verwirklichten sich hier. Auch der Jugendtreff „Alte Wanne“ ist nicht abgeschrieben, muss aber renoviert werden.

Eine Gruppe wünscht sich ein Jugencafé, etwa auf dem Dälke-Gelände. ÖPNV und Schulverkehr sollten finanziell günstiger und zeitlich besser getaktet werden, wünschen sich andere Jugendliche – schließlich seien sie ohne Auto darauf angewiesen. Ein Skatepark an der Michaelisschule, ein Dirtpark in Kloster Oesede oder ein privatwirtschaftlich wie öffentlich gefördertes Umweltprojekt, das in Georgsmarienhütte umweltfreundliche Jutebeutel zum Preis von Plastiktüten anbieten soll, um diese zu verdrängen, oder auch mehr Kleidungsgeschäfte für Jugendliche vor Ort: An ambitionierten Ideen mangelt es nicht.

Pohlmann lobte sie und griff Soundkitchen und Hindenburgstraße beispielhaft heraus: „Ein Gemeinschaftscafé finde ich klasse, auch, dass ihr sagt, wir bringen uns persönlich ein. Es muss Menschen geben, die euch helfen.“ Die Ergebnisse würden festgehalten. „Es geht nichts verloren, wir werden uns Anfang des Jahres zu den Themen mit euch auseinandersetzen – wenn ihr euch weiter konkret einbringt.“

EinUnterstützer ist Ratsherr Frank Düssler, der die Generationen-Café-Gruppe gleich in die Zukunftswerkstatt der Hindenburgstraße einlud: „Die Idee mit dem Café ist klasse.“ Auch, dass „Alte Wanne“ und andere Jugendtreffs erhalten bleiben sollten, sei eine wichtige Info für die Politiker. Ratsfrau Petra Funke empfahl die Anti-Plastiktüten-Idee für den Stadtmarketingverein. Viele Ideen fanden ihre „Paten“.

„Die Erwachsenen sind immer erstaunt, wie toll die Jugendlichen arbeiten“, sagt Uwe Helmes vom „Stellwerk Zukunft“, der seit Sommer mit Jugendpflegerin Martina Möllenkamp, Fachbereichsleiterin Cordula Happe, Schulen, Stadtjugendring, Jugendtreffs und ehrenamtlichen Jugendleitern das vom Land geförderte Forum vorbereitet hat. Das Modellprojekt soll wegweisend für die offene Jugendarbeit sein.

Helmes zieht ein positives Fazit: „Ich habe noch nicht erlebt, dass so viele Entscheider gesagt haben, da kann ich weiter überlegen.“ Nicht alles lasse sich am Ende umsetzen, aber sicher „ein, zwei Sachen, die passieren müssen“. Die Kooperation von Jugendlichen und Entscheidern sei eine „große Chance. Beide Seiten haben etwas davon.“ Mit den Jugendlichen im Rücken könne die Politik gezielt und kostensparend investieren. Als Schnittstelle sei das Stellwerk Zukunft „bis März weiter im Boot“, so Helmes.


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