Diskussion um L95-Sanierung GMHütte muss für Kreiselmodernisierung zahlen

Von Wolfgang Elbers

Einer der drei Kreisel, die erneuert werden sollen: der Bereich an der Klöcknerstraße unter der B 51. Foto: /ArchivJörn MartensEiner der drei Kreisel, die erneuert werden sollen: der Bereich an der Klöcknerstraße unter der B 51. Foto: /ArchivJörn Martens

Georgsmarienhütte. Über die Glückaufstraße und die Klöcknerstraße im GMHütter Zentrum rollen so viele Fahrzeuge wie an keiner anderen Stelle im Zentrum. Die Ost-West-Achse ist die Hauptverkehrsader und die Fahrbahn nach rund zwei Jahrzehnten ein dringender Sanierungsfall. Darüber besteht beim Landesamt für Straßenbau, das Baulastträger der Landesstraße ist, als auch fraktionsübergreifend bei den Mitgliedern des Stadtplanungsausschusses Einigkeit – nicht jedoch über eine städtische Beteiligung an der gleichzeitig vorgesehenen Modernisierung der drei Kreisverkehre.

Der GMHütter Anteil für den Rad- und Fußwegbereich bewegt sich bei insgesamt rund 100000 Euro. Die Befürworter der Lösung, im Zuge der für 2015 geplanten L95-Sanierung zwischen Dütezentrum und Schauenroth auch gleich die drei Kreisverkehre zu modernisieren, sehen die Chance, hier endlich im Hinblick auf Barrierefreiheit und Sicherheit die heute zu erfüllenden Standards zu bekommen.

Die Kritiker des im Gegensatz zur Fahrbahnerneuerung nicht zum Nulltarif zu habenden Kreisel-Ausbaus sehen die Landesbehörde für Straßenbau als Baulastträger in der Erneuerungspflicht. Sie wollen die Mittel lieber an anderer Stelle in GMHütte ausgeben.

Die Verwaltung hat in der Ausschusssitzung die beiden Ausbauvarianten vorgestellt. Danach ist von der Landesbehörde vorgesehen, im Zuge der Fahrbahnarbeiten auch die Ein- und Ausfahrten der drei Kreisverkehrsplätze Dütezentrum, B51-Auffahrt/Harzer Straße und Schauenroth im Hinblick auf Fußgänger- und Radfahrerführung richtlinienkonform heutigen Erfordernissen anzupassen. Fachbereichsleiter Herbert Reinersmann: „Aufgrund einer Vereinbarung mit der Landesbehörde wären diese Umbaukosten größtenteils Sache der Stadt.“

Hintergrund: Die Landesbehörde hat in den 90ern bei der Umgestaltung der Kreuzungsbereiche zu Kreisverkehren zwar Regie geführt, die Realisierung ist aber durch die Stadt unter Einbeziehung von Fördermitteln erfolgt. Seither gibt es eine Vereinbarung, wer welche Folgekosten zu tragen hat.

Bei der Landesbehörde wird auch überlegt, ob es aus Gründen der Verkehrssicherheit sinnvoll ist, die Kreisverkehre wieder zu ampelgeregelten Kreuzungen zurückzubauen. Auch hier wäre die Stadt aber finanziell mit im Boot. Die Alternativen aus Sicht von Fachbereichsleiter Reinersmann: „Entweder wir beteiligen uns am Kreisel-Ausbau, oder die Landesbehörde schiebt wahrlich die komplette Sanierung.“

Kritik an den Neugestaltungsplänen für die drei Kreisverkehre in Oesede kam zum Beispiel von Grünen-Vertreter Robert Lorenz: „Der Straßenbelag auf der L95 ist miserabel. Was die Sicherheit betrifft, möchte ich aber die genauen Unfallzahlen für die Stellen sehen.“

Unterstützt wird eine Umgestaltung vom Behindertenbeirat . Vertreter Otto Poggemann: „Dann wäre eine barrierefreie und sichere Gestaltung der Fahrbahnquerungen für alle Bürger gewährleistet. Wir fordern deshalb Rat und Verwaltung auf, das Bauvorhaben aktiv mitzugestalten.“

Eins wurde in Ausschuss ganz deutlich: Ein Rückbau der bewährten Kreisel auf der L95 wird abgelehnt. Jetzt soll die Verwaltung mit der Landesbehörde für Straßenbau noch einmal Planungsdetails klären.