Ergebnisse zum Mühlenteich Gutachter empfiehlt GMHütte neuen Schlixx-Einsatz

Von Wolfgang Elbers

Der idyllisch gelegene Mühlenteich in Kloster Oesede, der eine wichtige Naherholungsfunktion für den Stadtteil hat und langfristig zu verlanden droht. Ein Ausbaggern des Schlamms würde nach jetzt vorgelegten Zahlen rund 800000 Euro kosten.Foto: Archiv/Egmont SeilerDer idyllisch gelegene Mühlenteich in Kloster Oesede, der eine wichtige Naherholungsfunktion für den Stadtteil hat und langfristig zu verlanden droht. Ein Ausbaggern des Schlamms würde nach jetzt vorgelegten Zahlen rund 800000 Euro kosten.Foto: Archiv/Egmont Seiler

Georgsmarienhütte. Der Einsatz des Entschlammungsmittels Schlixx-Plus im Kloster Oeseder Mühlenteich zeigt nach Angaben des Biologen Andreas Boenert vom Agl-Büro für Umweltgutachten Wirkung. Um drei bis 37 Zentimeter habe sich in diesem Jahr nach der zweiten Schlixx-Einbringung die Schlammdicke verringert. Klarheit über die sinnvollste Vorgehensweise für einen Erhalt des Teichs besteht damit aber nicht.

Zwischen 10 und 39 Prozent habe die Schlammdicke reduziert werden können, erläuterte der Fachmann am Montagabend im Stadtplanungsausschuss zu den Untersuchungsergebnissen. Der Limnologe, der sich mit Binnengewässern als Ökosystemen beziehungsweise deren Struktur, Stoff- und Energiehaushalt sowie biologisch-ökologischer Struktur und Funktion beschäftigt, hält im kommenden Jahr einen weiteren Einsatz von Schlixx im Mühlenteich für gerechtfertigt: „Das Mittel hat die vom Hersteller versprochene Wirksamkeit. Der Effekt ist messbar.“

In den zwei Jahren, in denen Schlixx in den Mühlenteich im GMHütter Stadtteil Kloster Oesede eingebracht wurde , habe sich die Ablagerungsdicke im Teich jeweils um einen Mittelwert von 20 Prozent reduziert. Aber Boenert unterstrich auch: Der Mühlenteich bleibe mittelfristig ein Verlandungsgewässer.

Die Alternative, den Teich auszubaggern , stellt nach seiner Einschätzung ein Risiko dar: Dadurch könne der Naturhaushalt kippen und der Mühlenteich dann ein Algenproblem bekommen. Dieses Problem sei auch in anderen Stehgewässern als Folge eines solchen Vorgehens aufgetreten. Der Gewässerexperte: „Außerdem bringt auch das Ausbaggern nur einen zeitlich befristeten Effekt, da die gegebene hohe Nährstoffkonzentration im Wasser über kurz oder lang im Sommer wieder zu einem vermehrten Wasserpflanzenwachstum führt.“ Aus seiner Sicht sei es am sinnvollsten, für einen hohen Wasserstand im Mühlenteich zu sorgen, um den Anteil der Nährstoffe möglichst gering zu halten. Bei den Ausschussmitgliedern gab es allerdings auch andere Positionen. So erklärte der Kloster Oeseder CDU-Vertreter Georg Daudt: „Nach einem Ausbaggern stellt sich normalerweise der Naturhaushalt wieder her.“ Ein Beschluss zum weiteren Vorgehen erfolgte nicht, da die vorgestellten Ergebnisse jetzt erst einmal in den Fraktionen beraten werden.

In der Sitzung sind auch die neuen von einem Ingenieurbüro ermittelten Kosten des Ausbaggerns vorgestellt worden. Nachdem sich die erste Kostenschätzung vor zwei Jahren in Bereich von 250000 Euro bewegte, stehen jetzt – trotz der niedrigeren Schlammmengen – rund 800000 Euro im Raum. Hauptgrund: Der Schlamm darf infolge einer Auflage des Landkreises nicht zur Trocknung im Teichumfeld zwischengelagert werden. Kommentar eines Vertreters des Kloster Oeseder Heimatvereins: „Hier hat man das Gefühl, dass diese Variante bewusst kaputtgerechnet wird.“