„Spieker möchte es sich einfach machen“ Gleichstellungsbeauftragte nimmt Stellung zu Vortrag in Georgsmarienhütte

Seit Oktober Gleichstellungsbeauftragte des Kreises: Monika Schulte. Foto: PieperSeit Oktober Gleichstellungsbeauftragte des Kreises: Monika Schulte. Foto: Pieper

Georgsmarienhütte. Die neue Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Osnabrück, Monika Schulte, die bis Ende September in gleicher Aufgabe bei der Stadt Georgsmarienhütte tätig war, hat zum Vortrag von Manfried Spieker zur Geschlechterforschung Stellung genommen. Der emeritierte Professor hatte dort unter dem Titel „Das Ende von Mann und Frau?“ die Lobby der Homosexuellen kritisiert.

„Herr Professor Manfred Spieker möchte es sich einfach machen: Indem er davon ausgeht, dass es entweder Frau oder Mann gibt und diese auf jeden Fall nicht homosexuell sind, ist für ihn die Menschheit schnell erklärt“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises.

Fortschritte beachten

Aber so sei es nicht, sagt Monika Schulte. Man dürfe nicht die Fortschritte und die wachsende Offenheit ausblenden: „Mutige Sportler stehen zu ihrer Homosexualität, Kinder, die nicht mit einer eindeutigen Geschlechtszugehörigkeit geboren werden, werden nicht mehr nach Belieben zu Mädchen oder Junge.“

Hier sei viel Einfühlungsvermögen und Offenheit gefragt. Für eine Gleichberechtigung von Frauen und Männern, für gleiche Chancen für Mädchen und Jungen werde das Aufbrechen der alten Rollenstrukturen gefordert. Nur wenn auch Männer sich für die häuslichen Verpflichtungen verantwortlich fühlten und von der Gesellschaft Kindererziehung und Pflege nicht automatisch den Frauen zugeordnet würden, bestehe für die Gesellschaft die Chance, gleichberechtigte Möglichkeiten zu schaffen. Schulte: „Schließlich ist dieses auch in unserem Grundgesetz verankert. Das Gender-Mainstreaming ist hier ein hilfreiches Instrument, die möglichen Auswirkungen von Entscheidungen auf Frauen und Männer im Blick zu haben.“

In dem Artikel in der Neuen Osnabrücker Zeitung über die Veranstaltung in Georgsmarienhütte komme zum Ausdruck, dass Herr Spieker vermittelt, dass es unnormal sei, wenn eine eindeutige Zuordnung von Mann und Frau nicht vollzogen werde.

Die Gleichstellungsbeauftragte abschließend: „In der modernen Gesellschaft aber ist es schon angekommen und gewünscht: Die Vielfältigkeit der Menschen, die verschiedenen Kulturen, Religionen und Geschlechter führen zu einer offenen Gesellschaft, die jede Verschiedenheit gleich schätzt.“