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Tier nicht ganz ungefährlich Riesenkröte in GMHütte gefunden

Die Aga-Kröte kommt aus Amerika. In GMHütte wurde sie nun auf einem Gärtnereigelände entdeckt. Foto: Franz FrielingDie Aga-Kröte kommt aus Amerika. In GMHütte wurde sie nun auf einem Gärtnereigelände entdeckt. Foto: Franz Frieling

Georgsmarienhütte/Nordhorn. Eine kiloschwere und nicht ganz ungefährliche Riesenkröte hat die Mitarbeiterin einer Gärtnerei in Georgsmarienhütte vergangene Woche gefunden. Jetzt ist das Tier im Tierpark Nordhorn.

Nicole Wallenhorst staunte nicht schlecht, als am vergangenen Donnerstag eine Mitarbeiterin des Gärtnerei-Familienbetriebes ihr eine riesige Kröte zeigte, die sich zwischen den Pflanzen versteckt hatte. Zum Glück war ihr schnell klar, dass dieses Amphib sicher kein einheimisches Tier sein konnte. Sie war daher sehr vorsichtig, hütete sich davor die Kröte anzufassen und bugsierte sie vorsichtig und mit gebührendem Abstand in einen großen Karton. Das teilt der Tierpark Nordhorn mit, der die Kröte nun aufgenommen hat.

Wallenhorst schaute im Internet nach, um was für eine Tierart es sich hier überhaupt handeln könnte. Es dauerte nicht lange, bis sie fündig wurde und das zu den Froschlurchen gehörende Amphib richtig als Aga-Kröte identifizierte.

Die mehr als 20 Zentimer großen und 1 bis 3 Kilogramm schweren Riesenkröten kommen normalerweise in Mittel-und Südamerika vor. Sie wurden lange Zeit auf Zuckerrohrplantagen als „biologische Schädlingsbekämpfer“ in verschiedenen Gebieten der Welt eingeführt. So auch in Florida, Hawaii, Japan, den Philippinen, Jamaika und Australien. Leider jedoch erfüllten sich die Erwartungen an die Kröten nicht. Sie vermehrten sich kräftig, trugen jedoch kaum zur Schädlingsbekämpfung bei. So gelten sie gerade in Australien mittlerweile als Plage , da sie sich überall im Land ausgebreitet und teilweise einheimische Tierarten verdrängt haben.

Aga-Kröten sind laut Mitteilung nicht ganz ungefährlich. Gegen potenzielle Angreifer und Fressfeinde setzen sie sich mit ihren giftigen Hautsekreten zur Wehr. Die Giftstoffe werden sowohl über die beiden großen Hinterohrdrüsen (Parotoden) als auch über Hautdrüsen am Rücken abgesondert. Bei starker Bedrängnis kann dies auch spritzend erfolgen. Beim Menschen kann es bei direktem Kontakt zu starken Schleimhaut- und Hautreizungen kommen.

„Insofern gut, dass niemand auf dem Gärtnereigelände die Riesenkröte angefasst hatte“, urteilt der Tierpark. Nicole Wallenhorst rief erst im Zoo Osnabrück an, wo man sie an die Wildtier- und Exoten-Auffangstation vom Tierpark Nordhorn weiterleitete. Nach telefonischer Beratung brachte sie dann die Aga-Kröte nach Nordhorn.

Hier wird das Tier nun vorübergehend versorgt – bis sich hoffentlich der rechtmäßige Besitzer meldet. Denn die Aga-Kröte muss jemanden aus der Umgebung von GMHütte entwischt sein.

Wer also seine Kröte vermisst oder den potenziellen Besitzer kennt, möge sich an Heike Weber, Tierpark Nordhorn wenden (Telefon 05921/71200-44 oder E-Mail: weber@tierpark-nordhorn.de).