400 beim Gottesdienst Tausende Besucher auf der Oeseder Kirmes

Von Frank Muscheid


Georgsmarienhütte. Mit einem ökumenischen Gottesdienst vor 400 Menschen in der Autoscooter-Arena von Bernd Tovar ist das Volksfest Oeseder Kirmes am Sonntag in seinen dritten Tag gestartet. Viele Schausteller freuen sich schon vor dem Abschluss am Montag – dem Familientag mit verbilligten Angeboten – über Tausende Besucher und volle Fahrgeschäfte.

Zum vierten Mal hat der Ökumene-Ausschuss den Gottesdienst mit Pastor Hans-Joachim Teevs, Pater Sebastian, Musik von „Saitenspringer“ und dem Teamer-Chor der evangelischen Jugend in den Autoscooter verlegt.

Teevs zog einen Bogen von den durchschaukelnden Fahrgeschäften zur schaukelnden Arche Noah. Allen müsse klar sein, so Teevs: „Wir sitzen in einem Boot.“ Die Welt sei eine Arche und die Menschen aufeinander angewiesen. „Das sehen wir an der Epidemie Ebola, in den Krisen- und Kriegsgebieten. Was dort geschieht, hat mit uns zu tun. Helfen wir, nehmen wir Flüchtlinge auf? Treten wir mit den Muslimen gemeinsam als Christen gegen Gewalt und Terror auf und sagen: Weder der Koran noch die Bibel fordern einen Heiligen Krieg gegen Andersdenkende?“

Ernste Zwischentöne, bevor ein Schausteller mit „Ein Tag so schön wie heute“ auf dem Leierkasten zum Kettenkarussell für Nostalgiker oder zu Mutproben für Magenfeste überleitete.

Die 32-jährige Schaustellerin Sabrina Thelen aus Paderborn, die mit ihrem Mann Bethel erstmals „Jekyll & Hyde – die Verwandlung“ aufgefahren hat, gibt Entwarnung für das fast fabrikneue 40 Meter hohe Gefährt, das 125 Kilometer pro Stunde schafft: „Man fühlt sich gut – fliegt einfach mal schwerelos durch die Lüfte. Viele haben erst mal Respekt, aber die meisten kaufen gleich eine zweite Karte. Es ist eine angenehme Fahrt mit Nervenkitzel. Und gerade die Städte wollen was Neues bieten“, hofft Thelen auf den Erfolg der Investition.

Auf das „Jekyll & Hyde“-Thema seien sie und ihr Mann „durch diesen Vorher-nachher-Effekt beim Einsteigen und Aussteigen gekommen.“ Außerdem habe es die Kulisse vorher noch nicht gegeben.

Sprechende Figuren

Auch Bernd Tovar ist mit dem Betrieb seiner Klassiker, wie des Autoscooters, zufrieden: „Die Autos sind meist besetzt. Autoscooter wird immer noch gefahren – und es muss ja was Neues in der Nachbarschaft stehen, das holt die Leute ran. Es ist ein bisschen besser als letztes Jahr für uns, auch weil ein Super-Wetter ist.“

Wetter und Resonanz lobt auch Alexander Burghard aus Hamm, Betreiber des detailverliebten Geisterirrgartens „Ghost – der Geisterdschungel“, eines gruseligen Blickfangs mit Fratzen und Gerippen, den er vor 16 Jahren erworben und renoviert hat. „Wir haben bewegliche Fußböden, pneumatisch bewegte, sprechende Figuren und einen Geisterfluss, den alle überqueren müssen. Wichtig ist, dass die Leute sich erschrecken und etwas zu lachen haben, vielleicht auch ein bisschen über sich selbst.“ Auch professionelle Erschrecker geistern durch den Dschungel: „Die sind professionell geschminkt, sitzen bis zu zwei Stunden in der Maske. Und sie haben selbst viel Spaß dabei“, so Burghard.

Der zehnjährige Elias aus Kloster Oesede lobte das Angebot der Kirmes: „Ich finde die ganzen Geschäfte cool. Ich bin Autoscooterfan, fahre aber besonders gern Riesenrad. Mit dem großen Jekyll & Hyde Tower warte ich lieber noch ein paar Jahre.“

Besucherin Gisela kommentierte: „Ich finde die Oeseder Kirmes schön, die ist sehr familienfreundlich – es ist für jeden Geschmack was dabei. Ich gehe gern aufs Riesenrad, ich kann das Wilde nicht so vertragen.“

Die 23-jährige Linda Jäger war zusammen mit Freund Marc Ettinger auf der Kirmes. „Wir kommen, um uns mit Freunden zu treffen und etwas essen zu gehen“, sagte Jäger. „Das ist ein alljährliches Event, da trifft man auch alte Freunde, die man sonst das Jahr über nicht so sieht. Das ist immer wieder schön“, ergänzte Ettinger.