Sanierung Anfang Oktober abgeschlossen Der neue GMHütter Kunstrasen wird schon gegossen

Von Wolfgang Elbers


Georgsmarienhütte. Wer hätte das gedacht: Auch ein Kunstrasen braucht Wasser. Mit einer Gießkanne ist ein Mitarbeiter der Firma Polytan jetzt über die neu verlegten Kunstrasenbahnen am Oeseder Kruseweg gegangen – aber nicht, weil das künstliche Grün kühles Nass braucht, sondern damit der vom Hersteller entwickelte Spezialkleber reagiert und für festen Halt des Untergrunds sorgt.

Die 26 Kunstgrün-Rollen, die vergangene Woche für die Verlegung geliefert wurden, sind inzwischen aufgebracht und fixiert. Der schnelle Baufortschritt macht deutlich: In Kürze ist der seit zwei Jahren gesperrte Kunstrasen wieder bespielbar. Das Ende einer zwischenzeitlich unendlich scheinenden Geschichte, nachdem Granulat-Verklumpungen im Platzuntergrund aufgetreten waren und einen bis heute andauernden Rechtsstreit auslösten, wer die Sanierungskosten trägt.

Michael Pohlmeyer, Abteilungsleiter der Stadt: „Wenn das Wetter mitspielt und es keine Verzögerungen gibt, sind die Arbeiten bis zum Tag der Deutschen Einheit am Freitag kommender Woche abgeschlossen.“ Aber länger anhaltender Regen würde sofort zu Verzögerungen führen. Denn in den kommenden Tagen muss das Kunstgrün jetzt zunächst mit rund 130 Tonnen Quarzsand feinster Körnung befüllt werden. Dann wird das Gummigranulat einbracht. Durch diese Schritte bekommt der Kunstgrün-Teppich unter anderem die nötige Schwere, um perfekt zu liegen, und die Fasern richten sich auf und sorgen für Rasen-Feeling.

Planer Lars Rußwinkel vom Architekturbüro Brinkmann und Deppen sowie Bauleiter Dirk Mühlenweg von der Firma Polytan aus Halle/Westfalen, die den Auftrag für die rund 180000 Euro teure Sanierung bekommen hat, sind optimistisch, bis zum 3. Oktober fertig zu werden. „Wir kommen schneller voran als gedacht“, lautet ihre Einschätzung zur am Montag begonnenen Kunstgrün-Verlegung, für die eigentlich zwei Wochen veranschlagt sind. In der zweiten Septemberwoche war zunächst der Rückbau des alten Spielteppichs sowie anschließend die Instandsetzung der elastischen Tragschicht im Untergrund erfolgt. Auf knapp 250 Quadratmetern des insgesamt rund 5900 Quadratmeter großen Platzes mussten Schadstellen ausgebessert werden.

Stadtmitarbeiter Michael Pohlmeyer weiß, dass die Fußballer und Mannschaften der Sportfreunde Oesede (SFO) sowie die Grundschüler der Freiherr-vom-Stein-Realschule es nicht mehr abwarten können, endlich wieder den Kunstrasenplatz nutzen können: „Die Verzögerungen durch das lange rechtliche Hin und Her um Gutachtenfragen haben die Nerven aller vor Ort aufs Äußerste strapaziert. Aber jetzt sind wir kurz vorm Ziel.“

Für die Stadt ist das Thema aber noch nicht abgeschlossen. Ende April ist beim Landgericht Osnabrück Klage gegen den Planer und den Sportanlagenbauer eingereicht worden, nachdem seit Ende 2012 geführte Gespräche endgültig gescheitert waren, eine einvernehmliche Regelung der Kosten zu finden. Der Gerichtstermin steht aber noch nicht fest. Pohlmeyer: „Das dürfte nächstes Jahr werden. Derzeit läuft noch die Frist für die Gegenseite, auf unseren Schriftsatz zu antworten.“