Die Mitte des Lebens als Chance Albrecht gibt 2015 Tanzschule in Geogsmarienhütte ab

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Georgsmarienhütte. Kerstin Albrecht gibt 2015 die Leitung ihrer Tanzschule in Georgsmarienhütte ab. Neuer Leiter: Selim Yarin. Albrecht will künftig mehr als Coach arbeiten.

„Mein Ziel ist es, immer ein Ziel zu haben.“ Die Musik des Songs von Udo Jürgens’ neuem Album ist von Kerstin Albrecht am Wochenende beim Ball zum 20-jährigen Bestehen ihrer Tanzschule bewusst als Intro für ihre Begrüßungsrede gewählt worden. Denn die 47-Jährige wartete nach einem bunten Video zur Erfolgsgeschichte der vergangenen zwei Jahrzehnte mit einer überraschenden Nachricht auf: Zum Jahresende gibt sie die Leitung an Selim Yarin ab, der seit 2004 bei ihr als Tanzlehrer arbeitet.

„Ich bin in der Mitte meines Lebens, und ich habe das Gefühl, dass jetzt der Zeitpunkt ist, noch einmal etwas Neues zu machen, was mich reizt“, erklärte sie den rund 250 Gästen in der Hasberger Freizeitlandhalle zu ihrer Entscheidung, schon in knapp drei Monaten den „Ich bin dann mal weg“-Schritt zu machen. Wenn sie nicht auf ihre innere Stimme“ höre, werde immer der Zweifel bleiben, eine große Chance verpasst zu haben, gab sie einen Einblick in ihr Innenleben – denn Kerstin Albrecht ist auch in der Vergangenheit immer den Zielen gefolgt, für die sie „brennt“.

Das ist in den letzten 20 Jahren der Tanzsport gewesen. Für den hat sie Anfang der 90er ihre feste Stelle bei der Stadt Osnabrück aufgegeben, um im Keller des Bolte-Hauses im Oeseder Zentrum eine Tanzschule zu eröffnen: „Ich wusste, das war mein Ding, und nicht ein Verwaltungsjob. Da wäre irgendwann der Burn-out gekommen.“

Zwar gab es auch nach drei tollen Startjahren auf dem Tanzparkett einen Knick, als sie 1997 das Kasino in Alt-Georgsmarienhütte übernahm und die dort zu schulternden Lasten ihr fast die finanzielle Luft für das wirtschaftliche Überleben genommen hätten. Aber heute kann sie auf diese harten Business-Lehrjahre entspannt zurückblicken: „In den zwei Jahren habe ich gelernt, was es heißt, einen Betrieb zu führen, und nur dank meines Steuerberaters noch gerade die Kurve gekriegt“, erklärte sie Samstagabend mit einem Schmunzeln.

Ab 1999 ging es am jetzigen Standort Werner-von-Siemens-Straße weiter, und geschäftlich wie sportlich stellten sich dauerhaft Erfolge ein. „Von da an haben wir konstant jedes Jahr wenigstens einen deutschen Meistertitel im Stepp-Tanzen geholt“, ließ sie Samstag Pokale sowie WM-Triumphe Revue passieren und erinnerte an die „The Art Act and Tap-Dancer“-Shows auf der Waldbühne und in der Osnabrücker Stadthalle.

„Das sind alles tolle Momente, die ich nie vergessen werde“, aber sie habe zuletzt gespürt, dass sie noch etwas anderes versuchen wolle, machte die fünffache Stepp-Weltmeisterin deutlich, warum sie die Tanzschule an Selim Yarin übergibt, der neben Oliver Lindemann und Jana Danilovic zum Albrecht-Team zählt.

29-Jähriger übernimmt Tanzschul-Leitung

Dem 29-Jährigen, dessen großes Modern-Dance-Steckenpferd der „Jump Style“ ist, mit dem die GMHütter „Jump Jump“-Formation vor Kurzem auch das „Got to dance“-TV-Publikum begeisterte , hat sie übrigens im Jahr 2000 bei dessen Abschlussball prophezeit: „Du wirst mal Tanzlehrer!“

Das ist er schon 2004 geworden, nachdem zuvor die Modellbauerausbildung vorzeitig beendet wurde. Am 1. Januar 2015 übernimmt der Standard-Spezialist jetzt die Tanzschule. Er setzt dabei auf das bewährte Team mit Jana und Oli. Auch Kerstin wird mit ein paar Kursen weitermachen.

Kerstin Albrecht macht Ausbildung zum „Life-Kinetic-Coach“

Doch bereits im Oktober beginnt sie eine Ausbildung zum „Life Kinetic“-Coach: „Das ist ein neues Bewegungstraining, bei dem auch das Gehirn mit einbezogen wird, und das zum Beispiel auch Dortmunds Trainer Jürgen Klopp mit seinen Profis anwendet.“ Eins steht für Albrecht schon jetzt fest: „Langweilig wird mir nicht.“ Sie wird weiter die Geschäftsstelle des TAF Germany e.v. (The Actiondance Federation) leiten, die die offiziellen Deutschen Meisterschaften der modernen Tanzsportarten organisiert, oder sich zum Beispiel künftig stärker bei der Osnabrücker Bürgerstiftung einbringen. Am kommenden Samstag moderiert die 47-Jährige auch das „Tag der Stiftungen“-Programm auf der Bühne am Osnabrücker Domhof.

Weiterhin wird sie als ausgebildeter „Business-Knigge-Coach“ Seminare geben sowie für Motivation fürs Leben sorgen und auch dem Stepptanz durch nationale und internationale Workshops erhalten bleiben.

„Ich setze nur insgesamt etwas andere Schwerpunkte“, strahlt Kerstin Albrecht, wenn sie von ihren Plänen und ihrem „Mitten im Leben“-Feeling erzählt. Letzteres ist auch ein neuer Titel von Udo Jürgens, der perfekt ihre Stimmungslage trifft. Deshalb erklang der Song auch Samstag am Ende ihrer Rede, um die Tanzfläche zu füllen.

Die Tanzlehrerin wirkte befreit, als sie ihren Auftritt hinter sich hatte und anschließend mit ihrem 80-jährigen Vater den Tanz eröffnete. Die Überraschung war ihr jedenfalls gelungen: „Das haut einen ja um“, war die Reaktion von Ball-Gästen auf die Tanzschulneuigkeiten.


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