Kunst in der Villa Stahmer Ausstellung in Georgsmarienhütte eröffnet

Von Petra Pieper

In der Villa Stahmer luden Dagmar Bahlo, Susanne Heitmann, Inge Becher und Nina Lükenga (von links) die Besucher der Ausstellungseröffnung ein, sich auf die Reise in ihr ganz persönliches Paradies zu begeben. Foto Petra PieperIn der Villa Stahmer luden Dagmar Bahlo, Susanne Heitmann, Inge Becher und Nina Lükenga (von links) die Besucher der Ausstellungseröffnung ein, sich auf die Reise in ihr ganz persönliches Paradies zu begeben. Foto Petra Pieper

Georgsmarienhütte. Vielfältige Anregungen zur Beantwortung der Frage „Wo, bitteschön, ist das Paradies?“ gibt die gleichnamige Ausstellung, die nach der Sommerpause jetzt im Museum Villa Stahmer eröffnet wurde.

Museumsleiterin Inge Becher begrüßte dazu die Künstlerin Susanne Heitmann aus Osnabrück, die in diesem Jahr auch schon in der Themenausstellung „Jung und Alt“ der Kunst- und Kulturstiftung vertreten war. Nun stellt ihr das Museum bis zum 12. Oktober das gesamte Erdgeschoss für ihre zumeist großformatigen Bilder zur Verfügung.

Auf dem titelgebenden Gemälde hocken – wartend, unentschlossen – drei barfüßige junge Mädchen, umrahmt von üppig wuchernden Pflanzen, an einem nicht näher spezifizierbaren Abgrund. Ein anderes Bild zeigt einen jungen Mann am Bug eines Kahns, der in eine blau-grüne urwaldähnliche Wildnis gleitet. Sein Gesicht ist abgewandt, er scheint – seine Körperhaltung legt es nahe – gleichermaßen versonnen und auch bereit, sich dem, was immer ihm am anderen Ufer begegnen wird, kraftvoll entgegen zu stellen. In der Deutung Dagmar Bahlos, die als stellvertretende Bürgermeisterin die Ausstellung eröffnete, stellt die Malerin Menschen in Raum und Zeit dar, „die ganz offensichtlich ihre Welt und ihr ganz persönliches Paradies entdecken“. Dabei komme der Körpersprache der Figuren, vor allem ihrem Gestus des Verharrens und auch der Dimension der Ferne besondere Bedeutung zu. Letztlich werde der Betrachter angeregt, darüber nachzudenken, was für ihn selbst Glückseligkeit bedeute.

Das Unterwegssein sei Susanne Heitmanns Thema schlechthin, befand Künstlerkollegin Nina Lükenga in ihren einführenden Worten. Der aus einem Brocken Strandgut gefertigte „Überseekoffer“ sei gleichsam der Schlüssel zu vielen Ideen ihrer Bilder. Heitmann präsentiere Menschen in verschiedensten Situationen, oft allein, häufig ausgestattet mit einem Koffer. „Welches geistige oder seelische Gepäck trägt dieser Mensch mit sich? Woher kommt er? Wohin geht er?“

In dem Maße wie die Künstlerin im Malprozess mehrere Farb- und Pigmentschichten übereinanderschichte, so offenbare sich, etwa in dem Bild „Nestwärme“, auf der Bedeutungsebene hinter dem Realismus der Darstellung eine darunter liegende magische Ebene, die sich dem aufmerksamen Betrachter erschließe.