Traktorfans und Pferdestärken Zweiter historischer Feldtag in Holsten-Mündrup

Von Frank Muscheid

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Starke Traktoren und staubige Teppich-Runden mit Tobias Brockmeyer – beim historischen Feldtag haben alle, auch die Kinder, ihren Spaß. Foto: Frank MuscheidStarke Traktoren und staubige Teppich-Runden mit Tobias Brockmeyer – beim historischen Feldtag haben alle, auch die Kinder, ihren Spaß. Foto: Frank Muscheid

Georgsmarienhütte. Fast 90 Schlepper-Oldtimer glänzen an der Voxtruper Straße in Holsten-Mündrup in der Sonne: Gegenüber des Dionysiushauses haben rund 400 kleine und große Traktor-Fans den vergangenen Sonntag zum historischen Feldtag gemacht.

Schauplatz der Mischung aus Technikschau und nostalgischem Abenteuer-Spielplatz ist der Acker von Heinrich Schlüter-Beckmann. Dennis Hilmes und Tobias Brockmeyer haben vier Jahre nach dem ersten Feldtag wieder dazu eingeladen. Es geht ums Anschmeißen und Testen der guten Stücke, darunter ein historischer Mähdrescher. Auch die Jüngsten sind hellauf begeistert. Tobias Brockmeyer kann – wie andere Fahrer – gar nicht genug Runden mit dem „fliegenden Teppich“ drehen: Auf einer robusten Plane zieht er die Kinder an seinem seltenen Schlüter-Modell über die Scholle. Ponyreiten, Würfeln oder Hufeisenwerfen auf der Wiese von Hilmes geraten da fast in Vergessenheit.

„Wir haben das Mindestalter der Traktoren auf 30 Jahre festgelegt, weil sie Oldtimerstatus haben müssen“, erklärt Dennis Hilmes. „Manche Trecker haben Baujahr 1955 oder sind noch älter.“ Er selbst sei zwar ebenso wenig Landwirt wie Garten- und Landschaftsgärtner Brockmeyer, aber, so der Kfz-Mechatroniker, die alten Technik mache ihnen Spaß, „weil sie auch benutzt wird. Die Trecker kommen hier richtig zum Einsatz und dürfen auch mal dreckig werden.“ Dafür stellen die Veranstalter Pflug, Egge oder Grubber bereit.

Dennis’ Vater Dieter Hilmes ist heute Verwaltungsbeamter beim Landkreis Osnabrück, war in jungen Jahren aber im Nebenerwerb Landwirt auf 4,5 Hektar mit je sechs Milchkühen und Jungtieren: „Viele restaurieren die Oldtimer und haben sie zu Hause nur in der Garage und keine eigenen Flächen dafür. Sie nutzen dann zwei, drei im Jahr angebotene Feldtage, um ihre Maschinen auf dem Acker auszuprobieren. Deshalb kommt da manchmal ein wenig Spieltrieb durch.“ Er selbst besitzt einen IHC 533 von 1976 mit 45 PS. „Damals ist er als schwerer Zugschlepper gebaut worden. Ich erinnere mich noch, dass in den 60er-Jahren die größten Schlepper 28 bis 35 PS hatten, heute liegen sie schon bei 245 PS.“ Für ihn sei es „einfach der Spaß an den alten Maschinen – da brummelt noch was, da dröhnt es noch unter dem Hintern – das ist wie bei Motorradfahrern.“

„Es spricht alle Altersklassen an, weil die Älteren die Maschinen noch kennen“, sagt Dennis, „und für die Jüngeren knallt es und ist Bewegung drin.“ Zu denen gehört Lukas Kogge, Sohn von Hildegard Kogge, auf deren Holder B10 er sitzt: „Er hat 10 PS, Baujahr 1956 – damals war es natürlich ein riesiger Schlepper, der größte, den es zu kaufen gab. Vor vier Jahren war Treckertreffen bei uns auf dem Hof. Davor stand der Holder 25 Jahre in der Scheune, ist nicht gelaufen. Wir haben ihn rausgeholt, Öl gewechselt, neues Kühlwasser und Diesel eingefüllt, und dann lief er wieder. Jetzt stand er wieder vier Jahre. Der fährt sich so gut wie vor 30 Jahren. Faszinierend, dass er ’56 gebaut wurde und immer noch läuft wie eine Eins.“


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