Sonntag Jubiläums-Pfarrfest Visionärer Bau: die Oeseder Heilig-Geist-Kirche

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Die Kirche Heilig Geist in Oesede-Süd ließ vor 50 Jahren den Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils Gestalt werden. Am Sonntag wird gefeiert. Foto: Erwin Tischler?Die Kirche Heilig Geist in Oesede-Süd ließ vor 50 Jahren den Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils Gestalt werden. Am Sonntag wird gefeiert. Foto: Erwin Tischler?

Georgsmarienhütte. Die Oeseder Kirche Heilig Geist, die an diesem Wochenende mit einem großen Jubiläums-Pfarrfest ihr 50-jähriges Bestehen feiert, ist die Stein und Glas gewordene Botschaft des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965): „Öffnet die Fenster weit“, hatte Papst Johannes XXIII. die katholische Kirche ermutigt.

Mit seiner komplett verglasten Nordseite, die den Ort und den Alltag der Menschen gleichsam in den Gottesdienst einbezieht, schrieb der 1964 eingeweihte Kirchenneubau auf dem Mühlenbrink Architekturgeschichte, und auch mit dem frei stehenden Altar und vor allem der Krypta, die den Märtyrern des 20. Jahrhunderts gewidmet ist, nahm der Bau manche Ergebnisse des Konzils vorweg. Zu verdanken ist dies in erster Linie dem damaligen Oeseder Pfarrer Dr. Suitbert Beckmann, der mit mutigen Entscheidungen beim Kirchenneubau seiner Zeit vorauseilte.

Nicht nur in der baulichen Gestaltung, auch im Aufbau des Gemeindelebens war die junge Kirchengemeinde vom Wehen des Heiligen Geistes beseelt. Viele der heute Älteren erinnern sich an eine Jugendarbeit, in der verschiedene Gruppen engagiert über christliche Werte diskutierten, soziale und politische Aktivitäten entwickelten und mit neuen Formen der Liturgie experimentierten. Als einer der ersten Pfarrer des Bistums bezog Dieter Woldering Mädchen als Messdienerinnen und Frauen als Lektorinnen in den liturgischen Dienst ein; auch in vielen anderen Bereichen förderte er die Mitverantwortung der Gemeindemitglieder.

„Es war wohl die Zeitströmung der Öffnung – der Geist der Aufklärung lag in der Luft“, merkt dazu Eberhard Schröder an, der im Jubiläumsjahr mehr als 30 Autoren bewegt hat, lesenswerte Beiträge zu einer Broschüre unter dem Leitspruch „Brenne in uns, Heiliger Geist“ beizutragen. Auf 64 Seiten mit mehr als 80 Abbildungen sind nicht nur Erinnerungen an das Gemeindeleben und die vielfältigen Wandlungen der vergangenen fünf Jahrzehnte von der spannenden Baugeschichte bis hin zu Planungen für ein Kolumbarium festgehalten. Es finden sich auch geistreiche Betrachtungen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Aufgaben der Kirche und ihrer Mitglieder. Dabei zeigt sich, dass Heilig Geist auch heute eine offene und einladende Gemeinde ist, in der Laien an der Seite des Pfarrers im Sinne ihrer christlichen Sendung mitarbeiten. Die Broschüre wird morgen, 20. Juli, auf dem Pfarrfest erstmalig zum Verkauf angeboten, anschließend ist sie im Pfarrbüro erhältlich.

Das Fest beginnt um 9.30 Uhr mit einem Jubiläums-Gottesdienst in der festlich bekränzten Kirche, es schließen sich ein offizieller Empfang und ein Pfarrfest mit vielerlei Aktivitäten an: Spielmöglichkeiten für die Kinder, Fotoausstellung, Schinkenknobeln, Frühschoppen ab 11 Uhr, Pfannkuchen, Würstchen, Kaffee und Kuchen und mehr. Für diejenigen, die sich die Kirche und die Krypta einmal genauer anschauen möchten, bietet Subsidiar Dr. Wolfgang Seegrün Führungen um 16 und 17 Uhr an.


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