Talk mit Landrat und OB So können Stadt und Landkreis erfolgreicher sein

Meine Nachrichten

Um das Thema Georgsmarienhütte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Georgsmarienhütte. Stadt und Landkreis Osnabrück wie Zwillingsbrüder für den gemeinsamen Erfolg? Derzeit ist das noch eine Vision, aber keine Utopie. Das wurde am Donnerstagabend beim „Hütter Unternehmer Talk“ mit Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und Landrat Michael Lübbersmann deutlich.

Mehr als 300 Unternehmer, Politiker und Führungskräfte waren der Einladung der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft „KMP Dr. Klein, Dr. Mönstermann und Partner“, der „akku Unternehmensberatung“ und der Stadt GMHütte ins Kasino gefolgt. Moderiert wurde der Abend von Laurence Mehl , Geschäftsführer von NOZ Medien.

Ob sich die Wirtschaftsregion Osnabrück mittel- und langfristig aus dem bundesweiten Mittelfeld in eine Spitzenposition setzen kann, ist für Stadt und Landkreis Osnabrück auch eine Frage der politischen Steuerung. Richtig spannend wurden die Äußerungen von OB Griesert und Landrat Lübbersmann auf die Bitte Mehls, ein mutiges Experiment zu wagen: Wenn beide Spitzenvertreter alle derzeitigen Konflikthemen geklärt hätten und als gleichberechtigte Verantwortliche für Stadt und Landkreis Osnabrück gemeinsam die Region nach vorn bringen könnten, dann...

Wolfgang Griesert startet diese Phantasiereise nicht nur mit dem Landkreis, sondern würde das Tecklenburger Land, Münster und die niederländische Grenzregion gleich mit ins Boot nehmen. „Dann könnten wir bis 2030 zu den Top Ten der deutschen Regionen gehören“, ist sich das Stadtoberhaupt sicher.

Potential erkennt Griesert auch bei der Angleichung der Strukturen in Stadt und Landkreis Osnabrück beispielsweise in der Abfallwirtschaft, bei der Gewerbeansiedlung sowie bei den Themen Energie, Umwelt, Mobilität und Bildung. Einen ersten Schritt in diese Richtung haben Politik und Verwaltung des Oberzentrums schon gemacht. Von fünf „Handlungsfeldern“, die in Osnabrück große Bedeutung haben sollen, hat eines den Arbeitstitel „Stadt und Region“.

Und praktische Beispiele gibt es auch: Bei der Russlandreise von Vertretern aus Wirtschaft und Politik Ende Juni hätten alle gemeinsam Stadt und Landkreis Osnabrück als einen „hervorragenden Wirtschaftsraum“ dargestellt.

Auf der nicht ganz alltägliche Phantasiereise erkennt auch der Landrat ein „Riesenpotential“. Das eröffne die Möglichkeit, sich noch viel stärker mit der Region zu identifizieren und „als Botschafter nach draußen zu gehen“, sagte Lübbersmann. Dazu ist es für den Chef der Kreisverwaltung von höchster Bedeutung, Hochschule und Univerität in Osnabrück weiter zu stärken, so auch das wichtige Thema Bildung weiter zu entwickeln und dann letztlich Firmen mit qualifizierten Fachkräften an die Region zu binden. Lübbersmann: „Und im Landkreis haben wir genügend Flächen dafür.“

Verstecken müssen sich Stadt und Landkreis Osnabrück schon jetzt nicht. „Wir sind ein attraktiver Standort mit günstigen Mieten und günstigen Gewerbeflächen“ betonte Lübbersmann, und: „Das müssen wir nutzen und weiter entwickeln“. Der Osnabrücker Raum entwickle sich besser als es so manche Studie darstelle. Zu tun gibt es dennoch genug. Und dazu zählen auch Motivation und Energie: „Wenn wir an uns glauben, kann das Kräfte frei setzen“, ist der Landrat überzeugt.

Dass das Leben nicht nur aus Phantasiereisen und mutigen Experimenten besteht hatte Moderator Laurence Mehl zu Beginn des „Hütter Unternehmer Talks“ klargemacht. Bei den Themen „gemeinsame Volkshochschule“, Gastschulgeld, Theaterfinanzierung und Krankenhausversorgung gibt es gelegentlich doppelte Strukturen und ein Nebeneinander anstelle eines Miteinanders.

Ebenso gibt es aber auch Beispiele dafür, wie der grodische Knoten gelöst werden kann: Der Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück ist ebenso gelungen wie der gemeinsame Veterinärdienst, das gemeinsame Innovations-Centrum Osnabrück (ICO) sowie die Zusammenarbeit beim Klimaschutz.

Positive Entwicklungen gibt es auch in benachbarten Regionen. NOZ-Geschäftsführer Mehl nannte die sogenannte Ems-Ache, ein Verbund in dem sich vor sechs Jahren rund 400 Unternehmen sowie zahlreiche Landkreise, Städte, Verbände und Organisationen zusammengeschlossen haben, um die Region schneller zu entwickeln. Eine solch lobenswerte Initiative – da waren sich Griesert und Lübbersmann einig – müsste aus der Wirtschaft heraus initiiert und dann von Politik und Verwaltung positiv begleitet werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN