Lange Debatte, kurzer Sinn Kunstrasen und Sportzentrum in GMHütte auf Tagesordnung

Der favorisierte Vorentwurf für den Planungsbereich Schul- und Sportzentrum Harderberg. Am unteren Ausschnittrand ist die umgebaute Kindertagesstätte zu sehen. Im Bereich zwischen Kita und Grundschule (oben) sind zwei kleinere Spielfelder vorgesehen. Rechts der Rasenplatz Grafik: Stadt GMHDer favorisierte Vorentwurf für den Planungsbereich Schul- und Sportzentrum Harderberg. Am unteren Ausschnittrand ist die umgebaute Kindertagesstätte zu sehen. Im Bereich zwischen Kita und Grundschule (oben) sind zwei kleinere Spielfelder vorgesehen. Rechts der Rasenplatz Grafik: Stadt GMH

Georgsmarienhütte. Randvoll war Donnerstagabend die Tagesordnung des GMHütter Ausschusses für Kultur, Schule, Jugend, und Sport, nachdem die Maisitzung abgesagt worden ist. Knapp viereinhalb Stunden hat am Ende die Beratung der 18 Tagesordnungspunkte gedauert – vor allem weil sich die Punkte „Städtebauliches Konzept für die Neuordnung des Bereichs Schul- und Sportzentrum Harderberg“ sowie „Sanierung Kunstrasenplatz Kruseweg“ sich jeweils mehr als 45 Minuten hingezogen haben.

So eine Situation hat Seltenheitswert: „Ich bin durch“ – um 22.08 Uhr ist Jürgen Grottendiek, dem Vorsitzenden des Ausschusses für Kultur, Schule, Soziales, Jugend und Sport, nach mehr als vier Stunden der anstrengende Sitzungsverlauf deutlich anzumerken. Grünen-Vertreterin Petra Funke stellt kurz darauf beim Blick auf das iPad fest, mit dem sie die Unterlagen aufruft: „Mein Akku ist gleich leer.“

Zum wiederholten Mal hat sich da die Diskussion eines Beratungspunkts durch immer neue Wortmeldungen scheinbar endlos hingezogen – diesmal wegen der Frage, mit welchem Belag und speziell mit welcher Verfüllung der Kunstrasenplatz Kruseweg im Sommer saniert werden soll. Das Hin und Her ist dabei von allen Fraktionsseiten immer wieder mit mehr oder weniger bereits bekannten Sichtweisen befeuert worden. Das Fazit des vom Ablauf leicht genervten CDU-Vertreters Raimund Lahrmann: „Wenn wir uns weniger im Kreis gedreht hätten, wären wir eine halbe Stunde schneller fertig gewesen.“ Die wichtigsten Beschlussempfehlungen im Überblick.

Kunstrasen Kruseweg: In der März-Sitzung des Fachausschusses hatte ein Kunststoffrasenexperte die Empfehlung gegeben, nach den Verklumpungsproblemen im Untergrund des Kunstgrüns am Kruseweg doch künftig auf die in dieser Hinsicht sichere Variante ausschließlich Sandverfüllung zu setzen. Deshalb war fraktionsübergreifend am Donnerstag die Verwunderung groß, dass die Verwaltung plötzlich eine Beschlussempfehlung vorgelegt hat, die Neugummigranulat vorsieht.

Zwar sieht der Ausschuss die Notwendigkeit einer schnellstmöglichen Sanierung, aber sowohl SPD-Vertreter Heinrich Trimpe-Rüschemeyer als auch CDU-Ratsmitglied Frank Düssler halten es für notwendig, vor einer Entscheidung einen weiteren Fachmann zu hören. Bis zur Juni-Sitzung soll jetzt ein Gutachter noch einmal schriftlich eine Stellungnahme zur Verfüllungsfrage abgeben. Außerdem erhielt die Verwaltung den Auftrag, mit dem Verein Sportfreunde Oesede, der Hauptnutzer des Platzes ist, noch einmal dessen Kunstgrün-Vorstellungen abzuklären.

Schul- und Sportzentrum Harderberg: Durch die Erweiterung der Kindertagesstätte Harderberg um ein Kita-Angebot muss der jetzige Tennenplatz verkleinert werden. Es gibt den Beschluss, dass auf der verbleibenden Fläche ein Kunstrasenplatz mit den DFB-Mindestmaßen von 90 mal 45 Metern realisiert wird. In einer Planerrunde mit Stadtteilvertretern ist jetzt aber eine neue Lösung erarbeitet worden. Die beiden in der Sitzung vorgestellten Varianten sehen eine multifunktionale Nutzung der gesamten Fläche sowie ein maximal 44 mal 22 Meter großes Kunstrasenfeld vor. Dieses Konzept wird nach Mitteilung der Verwaltung von einer breiten Mehrheit der Teilnehmer der Planerrunde favorisiert, aber vom SV Harderberg abgelehnt. Die Ausschussmitglieder sehen ebenfalls die Chance, hier mit dem neuen Ansatz eine „städtebauliche Aufwertung“ zu erreichen.

Aber die Vertreter von CDU-Fraktion, SPD-Linke-Gruppe sowie Grünen sind sich einig: Eine tragfähige Lösung sei nicht gegen den Sportverein möglich. Jetzt sollen noch einmal Gespräche hinsichtlich eines möglichen Kompromisses geführt werden. Gleichzeitig soll eine Prüfung erfolgen, ob durch Einbeziehung weiterer Flächen zur Parkplatznutzung eventuell eine Vergrößerung des Spielfeldes erreicht werden kann. Als weitere Möglichkeit steht noch die Variante im Raum, den Harderberger Rasenplatz in einen Kunstrasen umzuwandeln, um die Trainingsmöglichkeiten für die Mannschaften des Vereins zu verbessern.

Noch nicht entschieden worden ist am Ende der Sitzung über den Antrag des Turnvereins „Gut Heil“ auf Übernahme der Eintrittskosten für das Schwimmtraining der TVG-Triathleten. Die CDU-Vertreter sahen eigentlich keine Möglichkeit für eine Beschlussempfehlung, da die Sportförderrichtlinie dies nicht abdeckt. Nachdem statt der zunächst im Raum stehenden rund 1000 Euro am Ende aber nur ein Zuschuss von 300 Euro die Rede war, soll noch einmal die exakte Summe ermittelt werden.


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