Warum Bewegung gut tut Unser Kick zum Glück: Sport!



Georgsmarienhütte. Schlechte Laune? Einfach nicht ihr Tag heute? Mieses Wetter noch dazu? Dann drehen Sie jetzt mal ordentlich die Anlage oder den iPod auf und tanzen eine Runde durch die Wohnung oder ziehen die Turnschuhe an und joggen los. Bewegung macht nämlich glücklich.

„Happy“ heißt glücklich, und das passende Lied dazu lieferte der amerikanische Sänger und Produzent Pharell Williams im Herbst. Der Song eroberte schnell ganz Deutschland, und ihm ist wirklich schwer zu entkommen. Im Netz, Radio und TV ist er noch immer omnipräsent. Sicher, manch einer mag davon vielleicht schon genervt sein. Aber mal ehrlich, der Rhythmus lädt doch einfach zum Grooven ein? Es ist schwer, sich zu wehren – der Fuß fängt an zu wippen und der Kopf an zu nicken, und schnell befindet sich der ganze Körper in Bewegung. Das Gute daran: Nicht nur der Song macht glücklich, auch Tanzen löst Glücksgefühle aus.

„Tanzen ist die Offenbarung von Lebensfreude, das hab ich immer schon gesagt“, erzählt Kerstin Albrecht. Sie ist Leiterin der Tanzschule in Georgsmarienhütte. Ein Leben ohne Musik und Tanz kann sie sich nicht vorstellen. Ihr Beruf hat für sie auch nicht viel mit stressiger Arbeit zu tun: „Mein Hobby ist mein Beruf, und das ist das Schönste, was ich mir vorstellen kann, und macht mich glücklich.“ Ja, auch Albrecht hat ab und zu mal einen schlechten Tag. Ihr Gegenmittel: „Ganz klar, Musik an und tanzen.“ Das hat sie auch schon in der eigenen Tanzschule erlebt. Einige Anfänger hätten eine richtige Umwandlung durchgemacht und seien im Laufe eines Kurses viel positiver geworden. „Das merkt man einfach an der Ausstrahlung“, sagt sie.

Laut dem Münchner Psychologen Professor Hans Förstl ist Bewegung unmittelbar mit positiven Reizen verbunden. Denn der Körper ist auf körperliche Anstrengung ausgerichtet und möchte gefordert werden. Als Jäger und Sammler streiften wir einst durch die Wälder. Anstrengung musste sein, sonst gab es nichts zu essen. Lag die erlegte Beute vor den Jägern, wurde die Anstrengung auch gleich durch Glücksgefühle belohnt.

Der Grund für die Glücksgefühle, die Bewegung verursacht, ist mittlerweile gut erforscht: Ausdauersport löst in unserem Gehirn bestimmte molekulare Prozesse aus. Das Glückshormon Endorphin wird vermehrt ausgeschüttet, und ein gutes Gefühl macht sich breit, sagt Kirsten Repking, Leitung im Bereich Gesundheits- und Trainingsmanagement vom Centrumed in Osnabrück.

Manche reden auch vom Runner’s High – dem Hochgefühl, das irgendwann beim Joggen eintritt. Allerdings braucht der Läufer dafür ein bisschen Geduld. Gerade dann, wenn der tote Punkt eintritt und sich totale Erschöpfung breit macht, kommt plötzlich dieses „Ich-laufe-bis-ans-Ende-der-Welt- Gefühl“. „Das tritt eher bei Extremsportlern ein, die wirklich lange Strecken laufen, wie einen Marathon“, sagt Repking. Sport ist als Ausgleich ideal. Bewegung verringert Ängste, macht zufriedener und baut Stress ab, so die Sportlerin.

Und warum lümmeln sich die meisten nach getaner Arbeit dann lieber auf dem Sofa? Es ist die Bequemlichkeit, die dann über die Vernunft siegt. „Jeder weiß, dass es einem nach dem Sport besser geht , aber häufig ist der Schweinehund stärker“, sagt sie. Als Tipp schlägt Repking vor, sich einer Gruppe anzuschließen und feste Termine in die Woche einzuplanen. „Mannschaftssport stärkt das Gemeinschaftsgefühl – man treibt sich gegenseitig an“, sagt auch Sportwissenschaftler Henrik Frach aus Osnabrück. Fußballspielen zum Beispiel löst bei ihm Glücksgefühle aus. „Ich kann alleine den Ball hoch halten, mit mehreren spielen und egal, in welcher Kultur man ist – wenn die Leute einen Ball haben und spielen, fühlen sie sich gut.“ Frach ist Sportler aus Leidenschaft, und ohne geht es einfach nicht. „Ich werde unzufrieden, wenn ich mich nicht bewege“, sagt er. Gegen schlechte Laune zieht er seine Turnschuhe an und läuft los.

Dagegen liebt Reiterin und Pferdetrainerin Korinna Aufdemkamp vom Gut Stockum in Bissendorf die Bewegung mit ihrem Teamkollegen, dem Pferd. „Das Tier ist mein Partner, und gemeinsam macht es einfach Spaß.“ Vor allem auf Kinder, die unter Hyperaktivität leiden, haben die Vierbeiner eine therapeutische Wirkung. „Der Bezug zum Tier, der Bewegungsfluss und das warme, weiche Fell wirken beruhigend auf die Kinder“, sagt sie. Ihr bestes Mittel gegen schlechte Laune: Pferd satteln und raus ins Grüne reiten.

Ob tanzen, joggen, kicken oder mit dem Pferd in die Natur reiten – Bewegung macht glücklich. Also, auf geht’s.


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