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Chefarzt lobt Weiterbildung Diskussion um berufsbegleitende Pflegestudiengänge in Osnabrück

Von Heike Dierks

<em>Über den Sinn</em> von Pflegestudiengängen tauschten sich auch (von links) Heike Thiele, Albert von der Assen, Maren Roling, Michael Löhr und Petra Blumenberg aus. Foto: Egmont SeilerÜber den Sinn von Pflegestudiengängen tauschten sich auch (von links) Heike Thiele, Albert von der Assen, Maren Roling, Michael Löhr und Petra Blumenberg aus. Foto: Egmont Seiler

Georgsmarienhütte. Wie sinnvoll ist ein Studium nach jahrelanger Berufserfahrung in der Pflege? Diese Frage diskutierten Studierende und Absolventen der berufsbegleitenden Pflegestudiengänge der Hochschule Osnabrück im Franziskushospital.

„Ein Studium bringt viel, besser Ausgebildete sind flexibler und besser einsetzbar. Insofern trägt die Weiterbildung zur Sicherung des Arbeitsplatzes bei“, sagte Albert von der Assen, Chefarzt im Brustzentrum des Franziskushospitals.

Nach der Besichtigung des Brustzentrums berichteten ehemalige Studenten der Studiengänge Pflegemanagement und Pflegewissenschaft in Kurzvorträgen von ihrem Werdegang, ihrer Motivation fürs Studium und ihren heutigen Einsatzfeldern in Forschung, Verwaltung und Management. „Ich empfehle, mit dem Studium etwas Abstand zum bisherigen Arbeitsplatz zu gewinnen, um später wiederzukommen“, sagte beispielsweise Maren Roling, die inzwischen am Bildungszentrum St. Hildegard lehrt.

Aber warum habe sie Pflegewissenschaft und nicht Pflegepädagogik studiert, wenn sie doch lehren wollte, fragten einige der 45 Versammelten. „Die Pflegewissenschaft gibt mir ein breiteres Standbein. Ich kann die Studiumsinhalte sehr gut für die Lehrtätigkeit gebrauchen“, erklärte die Absolventin den Zuhörern.

Zu den Zuhörern gehörte auch Annette Twelkemeier. Sie studiert berufsbegleitend Pflegewissenschaft im sechsten Semester. Als Krankenschwester begonnen, arbeitet sie inzwischen als Stationsleitung der Intensivstation am Klinikum Dissen. „Durch meinen Beruf kann ich mir das Studium gut finanzieren“, sagte die 33-Jährige. Aber ist es nicht anstrengend, Studium und Beruf zu vereinbaren? Das Studium sei sehr gut strukturiert. Es gebe Präsenzphasen, die genauso wie die Prüfungszeiten schon zu Beginn feststünden. „So kann ich das Lernen gut mit dem Job vereinbaren. Die gute Organisation ist wichtig, weil viele Studierende bereits Familie haben“, erläuterte Twelkemeier.

Sie studiert, um beruflich weiterzukommen. „Gerade den betriebswirtschaftlichen Teil verstehe ich jetzt viel besser. Im Klinikum werden mir inzwischen auch andere Aufgaben zugeteilt. Ich leite eine eigene Projektgruppe“, so die Stationsleiterin.

Die Veranstaltung im Franziskushospital ist eine der Maßnahmen, die im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt „Berufstalent +PLUS+“ entwickelt wurden. „Unser Ziel ist es, die Bachelor-Studiengänge noch besser auf die Bedürfnisse von beruflich vorgebildeten Studierenden auszurichten. Dabei arbeiten wir eng mit verschiedenen Arbeitgebern zusammen“, sagte Projektkoordinatorin Heike Thiele von der Hochschule.