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GMHütte plant integrative Krippe Plätze für unter Dreijährige mit Behinderung

Von Wolfgang Elbers

In der ,Kinderkrippe Lummerland will die Stadt zum im August beginnenden Kindergartenjahr 2014/15 eine integrative Gruppe einrichten. Foto: Archiv/PartonIn der ,Kinderkrippe Lummerland will die Stadt zum im August beginnenden Kindergartenjahr 2014/15 eine integrative Gruppe einrichten. Foto: Archiv/Parton

Georgsmarienhütte. Kindergartengruppen, in denen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam betreut werden, gibt es seit Längerem in der Hüttenstadt. In sieben Einrichtungen wird in insgesamt zehn Gruppen integrativ gearbeitet. Jetzt soll zum kommenden Kindergartenjahr in der Kita Lummerland das erste Angebot im Unter-Dreijährigen-Bereich starten.

„Wir haben zum neuen Kindergartenjahr eine konkrete Anmeldung für ein Kind mit erhöhtem Förderbedarf und werden den bestehenden Rechtsanspruch vorbehaltlich der Zustimmung der Arbeitsgemeinschaft Regionale Integration in der Kindertagesstätte Lummerland abdecken“, erläuterte Fachbereichsleiterin Cordula Happe, als sie im Fachausschuss das vom Einrichtungsteam entwickelte Konzept vorgestellt hat.

Nach den Vorgaben der im August vergangenen Jahres in Kraft getretenen Verordnung des Landes Niedersachsen über Mindestanforderungen an besondere Tageseinrichtungen für Kinder sowie die Durchführung der Finanzhilfe (DVO-KiTaG) ist der Aufnahme und Betreuung von zwei bis drei Kindern mit Handicap in einer Gruppe der Vorzug gegenüber „Maßnahmen der Einzelintegration“ zu geben. Für die Arbeit mit einer integrativen Gruppe, wie sie an der Kita Lummerland eingerichtet werden soll, bedeutet dies, dass dafür mindestens zwei Betreuungsfälle notwendig sind. Ansonsten müsste eine Einzelintegration einer 14er-Gruppe erfolgen.

Bei zwei Kindern mit Behinderung darf die Gruppengröße maximal zwölf betragen. Bei drei Fällen sind es höchstens zehn Kinder. Pro integrative Gruppe muss mindestens eine heilpädagogische Fachkraft zehn Stunden in der Woche tätig sein. Bei zwei Betreuungen mit Handicap liegt die Vorgabe bei 25 Stunden wöchentlich, bei drei Kindern mit Behinderung müssen es mindestens 35 sein. Die Kita Lummerland verfügt über einen barrierefreien Standard, der es ermöglicht, ohne weitere Investitionen ab kommendem Kindergartenjahr mit einer integrativen Krippengruppe zu starten.

Den Ratsmitgliedern ist klar, dass in absehbarer Zeit weitere Kosten auf die Stadt zukommen dürften. SPD-Vertreter Heiner Trimpe-Rüschemeyer: „Mit weiteren Anmeldungen von Kindern mit Behinderung werden wir auf Dauer ein integratives Betreuungsangebot in den Stadtteilen anbieten müssen.“ Für die CDU-Ratsfraktion machte Christoph Ruthemeyer deutlich: „GMHütte ist mit dem Angebot bei der gemeinsamen Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung im Krippenbereich wieder einmal ganz weit vorn.“

Einstimmig wurde die Beschlussempfehlung gefasst, die Einrichtung einer integrativen Krippengruppe vorzusehen. GMHütter Eltern sind von den Ausschussmitgliedern ausdrücklich aufgefordert und ermutigt worden, Kinder mit erhöhtem Förderbedarf frühzeitig anzumelden, damit die Verwaltung rechtzeitig die Planungen für die Einrichtung einer integrativen Krippengruppe vorbereiten kann.