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Camille Maalawy im Haus Ohrbeck Musikalischer Brückenschlag

Von Stephanie Kriege

Spanisch, Arabisch, Deutsch – alles kein Problem für die britische Sängerin Camille Maalawy. Foto: Hermann PentermannSpanisch, Arabisch, Deutsch – alles kein Problem für die britische Sängerin Camille Maalawy. Foto: Hermann Pentermann

stek GMHütte. Ein Hauch von Urlaubsstimmung lag am Donnerstagabend über dem Haus Ohrbeck. Bei der 42. Internationalen jüdisch-christlichen Bibelwoche gab die britische Mezzosopranistin Camille Maalawy das Konzert „Nächte in spanischen Gärten“. Begleitet wurde das Ausnahmetalent von ihrem Landsmann Andrew Robinson am Klavier.

Zu Beginn des zweistündigen Konzertes entführte die Tochter eines Ägypters und einer Engländerin ihre rund 150 Zuhörer in die Welt von Georges Bizet. Die Titel „Danse Bohème“ und „Seguidilla“ aus der Oper „Carmen“ sorgten zum Auftakt für fröhliche Stimmung im Publikum.

Anschließend folgte ein Ausflug in die Spätromantik. Aus dem „Spanischen Liederbuch“ von Hugo Wolf interpretierte Maalawy geistliche Stücke, unter anderem „Nun wandre, Maria“ oder „Herr, was trägt der Boden“. Die deutsche Sprache machte der Künstlerin dabei keine Mühe. Überhaupt wechselte die renommierte Profisängerin während ihres Konzertes gekonnt zwischen Spanisch, Arabisch und Deutsch hin und her.

Dem „Ave Maria“ nach Joaquin Turina folgten einige Werke des spanischen Komponisten Joaquín Rodrigo Vidre. Alle thematisierten die Liebe, jedoch auf sehr unterschiedliche Weise. Während Maalawy bei „Vos me matásteis“ durch ihre gewaltige Stimmkraft Gänsehaut im Publikum hervorrief, gab es bei den fröhlichen Klängen von „De dónde venís, amore?“ auch etwas zu lachen.

Der zweite Teil des Konzertes demonstrierte die außergewöhnliche Fähigkeit der Sopranistin, mit ihrer Musik Brücken zwischen den Kulturen zu schlagen, indem sie verschiedene arabische und sephardische Stücke interpretierte.

„Die christliche und jüdische Kultur zu verbinden ist Sinn der Bibelwoche. Da bot sich dieses Konzert geradezu an“, erklärt Referentin Uta Zwingenberger vom Haus Ohrbeck, die das Treffen organisierte. Camille Maalayw ist weltweit vor allem für solch gemischte Programme berühmt. Die Sängerin selbst war von dem Angebot, ein Konzert in Ohrbeck zu geben, begeistert. Daher nahm die koptische Christin auch als ordentliche Teilnehmerin an der Bibelwoche teil.