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Erwacht aus tiefem Schlaf Waldbühne Kloster Oesede wird in diesem Jahr 60 Jahre

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Ausnahmsweise einmal ohne Zuschauer: die Waldbühne Kloster Oesede aus der Luft betrachtet. Jeden Sommer reißt die Theaterleidenschaft der Amateurdarsteller das Publikum mit. Foto: Michael HehmannAusnahmsweise einmal ohne Zuschauer: die Waldbühne Kloster Oesede aus der Luft betrachtet. Jeden Sommer reißt die Theaterleidenschaft der Amateurdarsteller das Publikum mit. Foto: Michael Hehmann

Georgsmarienhütte. Fast wäre der Theaterbetrieb auf der Waldbühne Kloster Oesede einst eingeschlafen. Aber nur fast. Heute ist sie so beliebt wie nie.

In Kloster Oesede gehen Theaterbegeisterte zum Spielen in den Wald. Denn seit sechs Jahrzehnten gibt es die Waldbühne, auf der Amateurschauspieler inzwischen wieder Sommer für Sommer Tausende von Zuschauern anlocken.

In diesem Jahr stehen das Kindermusical „Simba“, das Erwachsenenmusical „Gypsy“ sowie der Dauerbrenner „Heiße Ecke“ auf dem Programm. Erst vor wenigen Tagen hat die zweite Hälfte der Saison auf der Waldbühne begonnen.

Als die Freilichtbühne unter dem Namen Eichendorff-Bühne 1951 ihren Betrieb aufnahm, wurden Klassiker wie „Faust“, „Götz von Berlichingen“, „Die Nibelungen“ oder Märchen gespielt. Schon 1959 wurde der Spielbetrieb wegen mangelnder Zuschauerresonanz eingestellt.

Das Theaterspiel auf der Bühne im Wald kam für fast drei Jahrzehnte zum Erliegen. Stattdessen wurde sie zum Veranstaltungsort für Elternnachmittage, Sportvorführungen, Konzerte oder die jährliche „Woche der Jugend“. Nachdem Kloster Oesede 1970 zu einem Ortsteil von Georgsmarienhütte geworden war, fanden hier jedes Jahr Rockfestivals statt. In den 80ern schlief der Betrieb dann gänzlich ein. Doch das Ende der Bühne war das nicht. 1987 wurde sie auf Betreiben der Stadt GMHütte wiedereröffnet. Nach mehreren Gastspielen wurde im Sommer 1988 mit dem Western-Musical „Oklahoma“ zum ersten Mal wieder eine Produktion gezeigt, die auf der Waldbühne inszeniert worden war.

1990 wurde das Freilichttheater für 180000 DM restauriert. Den größten Teil der Kosten verschlangen die neuen Sitzbänke mit Rückenlehnen. Außerdem wurde der Orchestergraben, der ständig unter Wasser gestanden hatte, zugeschüttet und die Bühne vergrößert.

Die Beliebtheit der Waldbühne bei den Zuschauern stieg zusehends. 2009 verzeichnete die Freilichtbühne die Rekordzahl von 26000 Zuschauern. Aber nicht nur in Ziffern lässt sich die wachsende Anerkennung ausdrücken. Zum 50. Geburtstag im Jahr 2001 zeigte die Waldbühne zum ersten Mal zwei Eigenproduktionen: Das Erwachsenenmusical „Der Mann aus La Mancha“ und „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ mit Musik von Konstantin Wecker. Einen Riesenerfolg bescherte dem Team das St.-Pauli-Musical „Heiße Ecke“, dessen Vorstellungen seit Jahren ausverkauft sind. Im vergangenen Jahr wurde außerdem mit „Betty und ihre Schwestern“ zum ersten Mal eine deutsche Erstaufführung gespielt.

Nur eines fehlt dem 2003 gegründeten Verein der Bühne noch zum Glück: eine Überdachung. Dass es die nicht gibt, ist bisher an den Finanzen gescheitert. Aber immerhin ist so noch ein Blick aus der Luft auf die Waldbühne möglich.

Dieses Motiv ist in den Osnabrücker Geschäftsstellen der NOZ in der Großen Straße und am Breiten Gang erhältlich. Ein Abzug (20 x 30 cm) kostet 14 Euro, das Format 40 x 60 cm 26,50 Euro.


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